Rehren/Landkreis Schaumburg

Ausbau statt Neubau: 300 Menschen demonstrieren für Erhalt der ICE-Trasse

Johannes Pietsch

Rund 300 Menschen demonstrierten in Rehren gegen die Bahn-Neubaupläne. - © Foto: Johannes Pietsch/szlz
Rund 300 Menschen demonstrierten in Rehren gegen die Bahn-Neubaupläne. (© Foto: Johannes Pietsch/szlz)

Rehren/Landkreis Schaumburg (szlz). Rund 300 Demonstranten haben in Rehren ihrem Unmut über die Pläne des Bundesverkehrsministeriums für eine ICE-Neubaustrecke von Hannover nach Bielefeld lautstark Luft gemacht. Aufgerufen zu der Kundgebung hatte die erst vor wenigen Wochen gegründete und mittlerweile knapp 450 Mitglieder starke Bürgerinitiative Auetal. Das Gebiet zwischen dem Bückeberg im Norden und dem Wesergebirge im Süden war besonders in den Fokus geraten, nachdem der für die Bahn zuständige Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) im Frühjahr mehrmals einen Neubau entlang der durch das Auetal führenden Autobahn A 2 als „Vorzugstrasse des Bundesverkehrsministeriums“ ins Spiel gebracht hatte.

„Wir verlangen den trassennahen Ausbau als natur- und menschenverträgliche Variante“, unterstrich die stellvertretende Vorsitzende der Bürgerinitiative, Claudia Grimm, die Forderung nach einem Zubau zweier zusätzlicher Gleise an die vorhandene Bahnstrecke Hannover-Minden als Alternative zu den Berliner Hochgeschwindigkeitsplänen, wie sie auch von der im Bereich Bückeburg, Minden und Porta Westfalica aktiven Bürgerinitiative BIGTAB erhoben wird.

Der Demonstrationszug mündete am Rehrener Rathaus, wo Bürgermeister Heinz Kraschewski über 1.300 Unterschriften gegen die Neubaupläne überreicht bekam. Kraschewski wird am kommenden Montag, 14. Oktober, zusammen mit Landrat Jörg Farr sowie zahlreichen weiteren Schaumburger Bürgermeistern zum Bundesverkehrsministerium nach Berlin reisen, um aus erster Hand den Stand der Neubaupläne zu erfahren.

Der Landkreis Schaumburg hat inzwischen mit einstimmigem Votum des Kreistags die Einsetzung einer Lenkungsgruppe sowie die Einstellung von 100.000 Euro außerplanmäßiger Haushaltsmittel beschlossen, um im bevorstehenden Bürgerdialog den trassennahen Ausbau Minden-Hannover durchzusetzen.

Derweil herrscht weiter Unklarheit, wie weit die Planungen für das Hochgeschwindigkeits-Projekt bereits vorangeschritten sind. Laut Rainer Engel, Pressesprecher der Initiative Deutschlandtakt, ist die Bahn bereits intensiv mit den Vorplanungen für das Vorhaben befasst. Demgegenüber wollte Bahn-Pressesprecherin Angelika Theidig von dem für den Bereich zuständigen Regionalbüro Hamburg der Bahn auf Nachfrage zu einer aktiven Beteiligung ihres Unternehmens keine Stellungnahme abgeben und verwies auf die Zuständigkeit des Bundesverkehrsministeriums. Von der dortigen Pressestelle hieß es, derzeit erfolgten „die wirtschaftliche und verkehrliche Bewertung der im zweiten Gutachterentwurf des Zielfahrplans hinterlegten Angebotskonzeption“. Erst danach werde die DB Netz AG den Auftrag zur Planung der Neubaustrecke erhalten.

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Rehren/Landkreis SchaumburgAusbau statt Neubau: 300 Menschen demonstrieren für Erhalt der ICE-TrasseJohannes PietschRehren/Landkreis Schaumburg (szlz). Rund 300 Demonstranten haben in Rehren ihrem Unmut über die Pläne des Bundesverkehrsministeriums für eine ICE-Neubaustrecke von Hannover nach Bielefeld lautstark Luft gemacht. Aufgerufen zu der Kundgebung hatte die erst vor wenigen Wochen gegründete und mittlerweile knapp 450 Mitglieder starke Bürgerinitiative Auetal. Das Gebiet zwischen dem Bückeberg im Norden und dem Wesergebirge im Süden war besonders in den Fokus geraten, nachdem der für die Bahn zuständige Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) im Frühjahr mehrmals einen Neubau entlang der durch das Auetal führenden Autobahn A 2 als „Vorzugstrasse des Bundesverkehrsministeriums“ ins Spiel gebracht hatte. „Wir verlangen den trassennahen Ausbau als natur- und menschenverträgliche Variante“, unterstrich die stellvertretende Vorsitzende der Bürgerinitiative, Claudia Grimm, die Forderung nach einem Zubau zweier zusätzlicher Gleise an die vorhandene Bahnstrecke Hannover-Minden als Alternative zu den Berliner Hochgeschwindigkeitsplänen, wie sie auch von der im Bereich Bückeburg, Minden und Porta Westfalica aktiven Bürgerinitiative BIGTAB erhoben wird. Der Demonstrationszug mündete am Rehrener Rathaus, wo Bürgermeister Heinz Kraschewski über 1.300 Unterschriften gegen die Neubaupläne überreicht bekam. Kraschewski wird am kommenden Montag, 14. Oktober, zusammen mit Landrat Jörg Farr sowie zahlreichen weiteren Schaumburger Bürgermeistern zum Bundesverkehrsministerium nach Berlin reisen, um aus erster Hand den Stand der Neubaupläne zu erfahren. Der Landkreis Schaumburg hat inzwischen mit einstimmigem Votum des Kreistags die Einsetzung einer Lenkungsgruppe sowie die Einstellung von 100.000 Euro außerplanmäßiger Haushaltsmittel beschlossen, um im bevorstehenden Bürgerdialog den trassennahen Ausbau Minden-Hannover durchzusetzen. Derweil herrscht weiter Unklarheit, wie weit die Planungen für das Hochgeschwindigkeits-Projekt bereits vorangeschritten sind. Laut Rainer Engel, Pressesprecher der Initiative Deutschlandtakt, ist die Bahn bereits intensiv mit den Vorplanungen für das Vorhaben befasst. Demgegenüber wollte Bahn-Pressesprecherin Angelika Theidig von dem für den Bereich zuständigen Regionalbüro Hamburg der Bahn auf Nachfrage zu einer aktiven Beteiligung ihres Unternehmens keine Stellungnahme abgeben und verwies auf die Zuständigkeit des Bundesverkehrsministeriums. Von der dortigen Pressestelle hieß es, derzeit erfolgten „die wirtschaftliche und verkehrliche Bewertung der im zweiten Gutachterentwurf des Zielfahrplans hinterlegten Angebotskonzeption“. Erst danach werde die DB Netz AG den Auftrag zur Planung der Neubaustrecke erhalten.