Rinteln/Bückeburg

Prozessauftakt gegen Ehemann: 22-jährige Rintelnerin mit 27 Messerstichen getötet

Stefan Lyrath

Sechs Monate nach dem gewaltsamen Tod einer Rintelnerin (22) hat vor dem Schwurgericht in Bückeburg der Totschlagsprozess gegen den Ehemann begonnen. Foto: Britta Pedersen dpa/lnw - © Britta Pedersen
Sechs Monate nach dem gewaltsamen Tod einer Rintelnerin (22) hat vor dem Schwurgericht in Bückeburg der Totschlagsprozess gegen den Ehemann begonnen. Foto: Britta Pedersen dpa/lnw (© Britta Pedersen)

Rinteln/Bückeburg (Ly). Sechs Monate nach dem gewaltsamen Tod einer Rintelnerin (22) hat vor dem Schwurgericht in Bückeburg der Totschlagsprozess gegen den Ehemann begonnen. Der 28-Jährige gibt zu, auf seine Frau eingestochen zu haben, will zuvor aber von dieser provoziert worden sein. „Ich bin fix und fertig, mein Herz ist gebrochen“, sagte er.

Insgesamt 27 Messerstiche sollen zu den tödlichen Verletzungen an Brust, Bauch und Hals der Frau geführt haben. Laut Anklageschrift, verlesen von Staatsanwalt Lukas Veith, trafen neun weitere Stiche ihre Arme, was auf so genannte Abwehrverletzungen hindeutet. Das Opfer war verblutet. Als der mutmaßliche Täter die Wohnung an der Bäckerstraße zusammen mit den beiden gemeinsamen Kindern verließ, lebte die 22-Jährige nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft jedoch noch.

Zum Prozessauftakt versuchte der Angeklagte, seine getötete Frau in schlechtes Licht zu rücken, während er selbst sich weinerlich gab und mehrfach schluchzte. Angeblich hatte die 22-Jährige ihn wiederholt beleidigt und damit gedroht, zur Polizei zu gehen, um ihren in Afghanistan geborenen Mann als IS-Anhänger oder Taliban darzustellen. Der Angeklagte behauptet außerdem, dass sie die beiden Töchter in der Tatnacht als „Welpen“ bezeichnet habe, die er „wieder mitnehmen“ könne. „Das war der Moment, wo sich meine Stimmung änderte. In einem Moment von 0 auf 1.000“, erklärte der Messerstecher vor Gericht.

Mit dem Klappmesser wollte er die 22-Jährige eigenen Angaben zufolge lediglich dazu bringen, „ihr Angst zu machen, damit sie ruhig bleibt, denn ich wollte mich mit ihr aussprechen“. Sie habe jedoch ins Messer gegriffen. Im Streit will der Mann dann hingefallen sein und seine Frau zu Boden gezogen haben, wo es zu einem Kampf gekommen sei. Dabei habe er ausgeholt und mit dem Messer zugestochen. Sein Arm sei „immer hin und her gegangen“.

Das Paar lebte zu der Zeit bereits getrennt. Sie hatte sich mit den Kindern eine Wohnung in der Rintelner Innenstadt genommen, er wohnte weiterhin in Freiburg/Elbe (Landkreis Stade). Am Tag der Tat, dem 12. März, wollte der Vater die Kinder, die für einige Tage bei ihm zu Besuch gewesen waren, nach Rinteln zurückbringen. Die Begegnung endete in einem Blutbad. Ob die kleinen Mädchen Augenzeugen der Tat geworden sind, ist bisher nicht bekannt.

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Rinteln/BückeburgProzessauftakt gegen Ehemann: 22-jährige Rintelnerin mit 27 Messerstichen getötetStefan LyrathRinteln/Bückeburg (Ly). Sechs Monate nach dem gewaltsamen Tod einer Rintelnerin (22) hat vor dem Schwurgericht in Bückeburg der Totschlagsprozess gegen den Ehemann begonnen. Der 28-Jährige gibt zu, auf seine Frau eingestochen zu haben, will zuvor aber von dieser provoziert worden sein. „Ich bin fix und fertig, mein Herz ist gebrochen“, sagte er. Insgesamt 27 Messerstiche sollen zu den tödlichen Verletzungen an Brust, Bauch und Hals der Frau geführt haben. Laut Anklageschrift, verlesen von Staatsanwalt Lukas Veith, trafen neun weitere Stiche ihre Arme, was auf so genannte Abwehrverletzungen hindeutet. Das Opfer war verblutet. Als der mutmaßliche Täter die Wohnung an der Bäckerstraße zusammen mit den beiden gemeinsamen Kindern verließ, lebte die 22-Jährige nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft jedoch noch. Zum Prozessauftakt versuchte der Angeklagte, seine getötete Frau in schlechtes Licht zu rücken, während er selbst sich weinerlich gab und mehrfach schluchzte. Angeblich hatte die 22-Jährige ihn wiederholt beleidigt und damit gedroht, zur Polizei zu gehen, um ihren in Afghanistan geborenen Mann als IS-Anhänger oder Taliban darzustellen. Der Angeklagte behauptet außerdem, dass sie die beiden Töchter in der Tatnacht als „Welpen“ bezeichnet habe, die er „wieder mitnehmen“ könne. „Das war der Moment, wo sich meine Stimmung änderte. In einem Moment von 0 auf 1.000“, erklärte der Messerstecher vor Gericht. Mit dem Klappmesser wollte er die 22-Jährige eigenen Angaben zufolge lediglich dazu bringen, „ihr Angst zu machen, damit sie ruhig bleibt, denn ich wollte mich mit ihr aussprechen“. Sie habe jedoch ins Messer gegriffen. Im Streit will der Mann dann hingefallen sein und seine Frau zu Boden gezogen haben, wo es zu einem Kampf gekommen sei. Dabei habe er ausgeholt und mit dem Messer zugestochen. Sein Arm sei „immer hin und her gegangen“. Das Paar lebte zu der Zeit bereits getrennt. Sie hatte sich mit den Kindern eine Wohnung in der Rintelner Innenstadt genommen, er wohnte weiterhin in Freiburg/Elbe (Landkreis Stade). Am Tag der Tat, dem 12. März, wollte der Vater die Kinder, die für einige Tage bei ihm zu Besuch gewesen waren, nach Rinteln zurückbringen. Die Begegnung endete in einem Blutbad. Ob die kleinen Mädchen Augenzeugen der Tat geworden sind, ist bisher nicht bekannt.