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Bielefeld-Million: Wettbewerb endet mit Tausenden Einsendungen

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Eine Million Euro für den Beweis, dass es Bielefeld gar nicht gibt: Mit diesem Aufruf hat die Stadt Bielefeld in den vergangenen zwei Wochen weltweit für Aufsehen gesorgt. - © Federico Gambarini/dpa
Eine Million Euro für den Beweis, dass es Bielefeld gar nicht gibt: Mit diesem Aufruf hat die Stadt Bielefeld in den vergangenen zwei Wochen weltweit für Aufsehen gesorgt. (© Federico Gambarini/dpa)

Bielefeld (nw). Eine Million Euro für den Beweis, dass es Bielefeld gar nicht gibt: Mit diesem Aufruf hat die Stadt Bielefeld in den vergangenen zwei Wochen weltweit für Aufsehen gesorgt. Rund um den Globus berichteten Medien über den Wettbewerb „Die #Bielefeldmillion – Das Ende einer Verschwörung". In der vergangenen Nacht (Mittwoch, 4. September, 24 Uhr) war Einsendeschluss für Beweisversuche. Jetzt gibt Bielefeld Marketing ein Zwischenfazit der Aktion.

„Wir haben uns noch nicht in ein Logikwölkchen aufgelöst und trotzdem in den vergangenen zwei Wochen einen echten Höhenflug erlebt", sagt Geschäftsführer Martin Knabenreich. „Die Reaktionen aus aller Welt auf unsere Aktion sind schlichtweg unglaublich und haben unserem Team witzige und intensive Tage beschert." Das Stadtmarketing hatte den Wettbewerb gemeinsam mit Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen am 21. August 2019 gestartet.

Viele Menschen hätten auf den Aufruf reagiert und Beweise eingeschickt, die belegen sollen, dass es Bielefeld doch nicht gibt, so Knabenreich. Mehr als 2.000 E-Mails gingen bei Bielefeld Marketing ein, rund 300 davon aus dem Ausland, zum Beispiel aus den USA, Kanada, Russland, Indien, Japan und Neuseeland."Die meisten Einsender haben sich große Mühe gegeben, ihre Beweise ebenso humorvoll zu formulieren, wie unsere Aktion auch gedacht ist."

Was bei Bielefeld Marketing gelandet ist, könne mit dem Wörtchen „fantasievoll" nur ansatzweise beschrieben werden, teilt Bielefeld Marketing mit. Briefe, Kinderbilder, Gedichte, handgezeichnete Comics, Kunstwerke, literarische Aufsätze gingen ein. Viele Einsender in Texten hätten sich auch mit Argumenten beschäftigt, die aus wissenschaftlichen Disziplinen entlehnt wurden.

Da wird die Existenz Bielefelds mit Argumenten aus der Quantenphysik angezweifelt, philosophisch wird der Begriff „Existenz" gedreht und gewendet, komplizierte mathematische Berechnungen – teils über mehrere Seiten – lassen eine ganze Großstadt auf dem Papier verschwinden. Die komplexesten Herleitungen unter den eingesendeten Beweisversuchen beruhen oft auf ähnlichen Argumentationsmustern aus Physik, Mathematik, Geographie und Geschichte.

Bielefeld Marketing wird diese Argumente in den kommenden zwei Wochen gemeinsam mit Experten unter die Lupe nehmen.

Knabenreich: „Bevor jetzt jemand denkt: Warum prüfen die denn? Haben die doch Angst, dass ihre Existenz am Ende eine Illusion ist? Keine Sorge, wir Bielefelder sind uns unseres Seins immer noch ziemlich sicher." Jedoch hätten einige der cleversten Beweise den Ehrgeiz des Stadtmarketings geweckt. "Und unsere Antworten sollen dem kreativen Einsatz dieser Teilnehmer ebenbürtig sein", so der Marketing-Chef.

Die Wettbewerbsregeln sind nach wie vor klar: Wenn niemand beweisen kann, dass es Bielefeld gar nicht gibt, wird sich die Stadt offiziell von der „Bielefeld-Verschwörung" verabschieden. Am 17. September 2019 wird das endgültige Ergebnis des Wettbewerbs vorgestellt.

Mit der außergewöhnlichen Kampagne hat Bielefeld Marketing einen viralen Hit gelandet und Tausende von Medienberichten über die Stadt angestoßen. Allein mehr als 1.700 deutschsprachige Medienberichte wurden bisher verzeichnet. In den sozialen Medien ging der Hashtag #Bielefeldmillion zum Wettbewerbsstart durch die Decke (Twitter-Deutschland-Trend Platz 1). International berichteten viele Leitmedien wie die BBC und Newsweek über die Hintergründe der Aktion.

Und selbst auf lokaler Ebene erfuhren Menschen auf unzähligen Wegen vom Bielefelder Marketing-Coup. Nur ein Beispiel: Aus Wallingford im US-Bundesstaat Connecticut schickte eine gebürtige Bielefelderin ein Handyfoto von der Titelseite ihrer Lokalzeitung "The Post", darauf eine Nachricht aus Bielefeld. „Da fiel mir ja die Klappe runter, als ich das sah." Ähnliche E-Mails von ausgewanderten Deutschen kamen aus Kanada, Neuseeland und Australien.

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Hintergrund der Aktion Vor 25 Jahren veröffentlichte der Kieler Achim Held die sogenannte „Bielefeld-Verschwörung" als Text im Internet. Darin machte er sich über Verschwörungstheorien im Allgemeinen lustig und traf offenbar einen Nerv. Helds Text gilt als einer der frühesten Internet-Hypes oder „Memes" und brachte nebenbei den Spruch „Bielefeld gibt’s doch gar nicht" in den deutschen Alltag. Die Stadt Bielefeld nahm das 25-jährige Jubiläum zum Anlass für den außergewöhnlichen Wettbewerb, den Bielefeld Marketing gemeinsam mit der Bielefelder Werbeagentur MEDIUM konzipiert hat.

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