Tote und Verletzte – viel Leid auf der A 2

Matthias Bungeroth

Ein Feurerwehrmann geht in seinem ABC-Schutzanzug über die Autobahn in Bielefeld - im April war ein Speditionslastwagen umgekippt. Gefahrgut wurde vermutet, aber nicht gefunden.
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Ein Feurerwehrmann geht in seinem ABC-Schutzanzug über die Autobahn in Bielefeld - im April war ein Speditionslastwagen umgekippt. Gefahrgut wurde vermutet, aber nicht gefunden.
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Bielefeld (nw). Es sind furchtbare Bilder, die die Einsatzkräfte erwarten, wenn sie zu einer Unfallstelle auf der Autobahn 2 ausrücken müssen.

Der Anblick von teils schwer oder lebensgefährlich Verletzten geht selbst den Experten nahe. „Dass das alles spurlos an einem vorübergeht, wäre gelogen", sagt Uwe Hagemann, Unfallsachverständiger der DEKRA in Bielefeld.

In jüngster Zeit gab es wieder zahlreiche Unfall-Einsätze auf der A 2, wie die folgende Auflistung der Fälle belegt. „Die dreispurige A 2 ist ein Haupttransitweg Richtung Osten", sagt Rainer Stodt, Chef der Autobahnpolizei in OWL.

Rettungsgasse muss gleich eingerichtet werden

Die daraus folgende hohe Zahl an Lkw im Fernverkehr spielt eine wichtige Rolle bei der Unfallentstehung. „Man muss das Gefahrenbewusstsein haben, dass der Schnellverkehr gravierende Unfallfolgen nach sich zieht", sagt Stodt.

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Deshalb appelliert er an alle Verkehrsteilnehmer, eine angemessene Fahrweise an den Tag zu legen. Ist doch einmal ein Unfall passiert, sei es wichtig, „die Rettungsgasse von vornherein einzurichten und nicht erst zu warten, bis der Rettungswagen kommt".

Stodt gibt zu bedenken, dass auch mehrere Fahrzeuge zu einem Unfall ausrücken können. Dazu gehören unter anderem Feuerwehr und Abschleppfahrzeuge. Für die Rettungsgasse gilt die Regel: Der Verkehr auf der linken Fahrspur fährt so weit wie möglich nach links, der Verkehr auf den anderen Fahrspuren nach rechts.

Wir dokumentieren hier vier schwere Verkehrsunfälle auf der A2, die unterschiedliche Ursachen haben:

Zusammenstoß endet tödlich
Zusammenstoß endet tödlich
(© picture alliance/dpa)
Freitag, der 9. August, ist ein dramatischer Tag auf der Autobahn 2 in Höhe der Anschlussstelle Bielefeld-Ost. Er endet für einen 64-jährigen Lkw-Fahrer aus Detmold tödlich. Gegen Mittag bleibt ein Lastwagen aus Polen dort liegen. Im Bremssystem war der Druck abgefallen, sagt  Rainer Stodt, Chef der Autobahnpolizei in OWL. Der lippische Lkw weicht dem Pannen-Lkw aus. Ein anderer Lkw fährt auf diesen auf, danach prallen noch ein Mercedes Sprinter und ein VW von hinten gegen die beiden Lkw. Die A 2 bleibt acht Stunden lang  gesperrt.
Unfallserie hält Polizei stundenlang in Atem
Unfallserie hält Polizei stundenlang in Atem
(© Foto: Andreas Zobe/NW)
Gleich drei Kollisionen ereignen sich am Morgen des 3. Juni in Fahrtrichtung Dortmund. Es kommt zu einem Stau bis zu zehn Kilometer Länge und einem Sachschaden in sechsstelliger Höhe. Gegen 10 Uhr gibt es einen Auffahrunfall zwischen den Anschlussstellen  Bielefeld-Ost und Bielefeld-Süd. Beteiligt sind ein Sattelzug aus Lettland, der auf einen von einem Polen gesteuerten Lkw auffährt. Dann fährt ein weiterer Lkw auf das Heck des „markierten Hindernisses" auf. Der stockende Verkehr führt auf der A-33-Abbiegespur Richtung Norden zu einem Auffahrunfall mit vier Fahrzeugen. 
Karambolage hinterlässt Trümmerfeld
Karambolage hinterlässt Trümmerfeld
(© Dennis Angenendt/Symbolfoto)
Eine heftige Kollision ereignet sich in der Nacht zu Dienstag, 2. Juli, auf der A 2 zwischen Bielefeld und Herford. Bei hoher Geschwindigkeit will ein Pkw-Fahrer offenbar einem Fuchs ausweichen. „Er prallte gegen die Mittelleitplanke und schleuderte danach über die Spuren quer auf den Standstreifen", sagt Polizeisprecherin Carolin Steffen. Dann rast ein Lkw ins unbeleuchtete Heck des Pkw. Verletzte gab es nicht. Der Pkw-Fahrer war sofort aus seinem Wagen gestiegen. Rainer Stodt appelliert an alle Kraftfahrer, nur so schnell zu fahren, wie man die Fahrbahn auch im Dunkeln einsehen kann.
Ein junger Mann stirbt, OWL ist geschockt
Ein junger Mann stirbt, OWL ist geschockt
(© Dennis Angenendt)
Dieser tödliche Unfall schockt die Menschen wegen seiner enormen Tragik: Nach einem schweren Unfall mit dem eigenen Wagen nahe der Trasse der A 2 zwischen Verl und Bielefeld steigt ein 26-jähriger Mann die vier Meter hohe Böschung hinauf zur Autobahn. Er wählte dabei den Notruf der Polizei, denn sein 22-jähriger Bruder, der beim Unfall das Fahrzeug steuert, ist schwer verletzt. Als der 26-Jährige die Fahrbahn der A 2 betritt, erfasst ihn ein Lkw. Die Hintergründe sind der Polizei bis heute ein Rätsel. Die A 2 muss zur Mittagszeit in Richtung Hannover zeitweise voll gesperrt werden. Der Unfall unterhalb der A 2 wird erst durch die Suche nach Spuren des Verunglückten bemerkt.

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Tote und Verletzte – viel Leid auf der A 2Matthias BungerothBielefeld (nw). Es sind furchtbare Bilder, die die Einsatzkräfte erwarten, wenn sie zu einer Unfallstelle auf der Autobahn 2 ausrücken müssen. Der Anblick von teils schwer oder lebensgefährlich Verletzten geht selbst den Experten nahe. „Dass das alles spurlos an einem vorübergeht, wäre gelogen", sagt Uwe Hagemann, Unfallsachverständiger der DEKRA in Bielefeld. In jüngster Zeit gab es wieder zahlreiche Unfall-Einsätze auf der A 2, wie die folgende Auflistung der Fälle belegt. „Die dreispurige A 2 ist ein Haupttransitweg Richtung Osten", sagt Rainer Stodt, Chef der Autobahnpolizei in OWL. Rettungsgasse muss gleich eingerichtet werden Die daraus folgende hohe Zahl an Lkw im Fernverkehr spielt eine wichtige Rolle bei der Unfallentstehung. „Man muss das Gefahrenbewusstsein haben, dass der Schnellverkehr gravierende Unfallfolgen nach sich zieht", sagt Stodt. Deshalb appelliert er an alle Verkehrsteilnehmer, eine angemessene Fahrweise an den Tag zu legen. Ist doch einmal ein Unfall passiert, sei es wichtig, „die Rettungsgasse von vornherein einzurichten und nicht erst zu warten, bis der Rettungswagen kommt". Stodt gibt zu bedenken, dass auch mehrere Fahrzeuge zu einem Unfall ausrücken können. Dazu gehören unter anderem Feuerwehr und Abschleppfahrzeuge. Für die Rettungsgasse gilt die Regel: Der Verkehr auf der linken Fahrspur fährt so weit wie möglich nach links, der Verkehr auf den anderen Fahrspuren nach rechts. Wir dokumentieren hier vier schwere Verkehrsunfälle auf der A2, die unterschiedliche Ursachen haben: