Bielefeld bietet eine Million Euro für den Beweis, dass Bielefeld nicht existiert

Susanne Lahr

Die Stadt lobt im 25. Jahr der Bielefeld-Verschwörung einen  einzigartigen und mehr als kurios wirkenden Preis aus. - © dpa/dpaweb
Die Stadt lobt im 25. Jahr der Bielefeld-Verschwörung einen  einzigartigen und mehr als kurios wirkenden Preis aus. (© dpa/dpaweb)

Bielefeld. Eine wirklich verrückte Idee: Die Stadt lobt sage und schreibe eine Million Euro für die Person aus, die beweisen kann, dass es Bielefeld nicht gibt. Es handelt sich dabei nicht um einen verspäteten April-Scherz, sondern um eine echte Wette anlässlich des Jubiläums der Bielefeld-Verschwörung.

Die Stadt Bielefeld bietet eine Million Euro für denjenigen, der den Beweis erbringt, dass es Bielefeld gar nicht gibt. - © Wolfgang Rudolf
Die Stadt Bielefeld bietet eine Million Euro für denjenigen, der den Beweis erbringt, dass es Bielefeld gar nicht gibt. (© Wolfgang Rudolf)

Vor 25 Jahren ist die Theorie nach einem feucht-fröhlichen Studentenabend in die Welt gesetzt worden, nichtahnend, dass sich der Satz "Bielefeld gibt es doch gar nicht" rund um den Globus so verselbstständigen würde. Bis 4. September können nun alle, die von der Nicht-Existenz der Stadt im Teutoburger Wald überzeugt sind, den Beweis zu führen - oder sie mögen für immer schweigen.

"25 Jahre sind genug"

"#Bielefeldmillion - Das Ende einer Verschwörung" ist denn auch der Wettbewerb überschrieben, den Bielefeld Marketing in Zusammenarbeit mit der heimischen Werbeagentur Medium ausgeheckt hat. Schirmherr ist Oberbürgermeister Pit Clausen, der in seiner zehnjährigen Amtszeit die Bielefeld-Verschwörung auch mehr oder weniger leidvoll erlitten hat. "Nach 25 Jahren ist es nun genug", sagt das Stadtoberhaupt bei der Vorstellung der Aktion, die angesichts des Millionenpreisgeldes im früheren Tresorraum der ehemaligen Sparkasse an der Wilhelmstraße (heute Wissenswerkstatt) stattfindet. "Wir fordern all jene heraus, die sagen ,Bielefeld gibt es doch gar nicht'. "

56 Sponsoren stellen die Million

"Jetzt wollen wir mit der Bielefeld-Verschwörung endlich auch mal unseren Spaß haben", sagt Martin Knabenreich, Geschäftsführer von Bielefeld Marketing am Mittwochmorgen vor den Kameras diverser Fernsehsender und den Mikros der Radiostationen. Man sei sehr gespannt, welche Beweise die Bielefeld-Zweifler anführen. Zwei Wochen lang dürfen diese per E-Mail eingereicht werden, jeder darf mitmachen. Dafür, dass die Million tatsächlich nicht nur auf dem Papier existiert, dafür stehen 56 Bielefelder Unternehmen und Institutionen, die sich für die Image-Arbeit der Stadt engagieren.

Erfinder glaubte an kurzfristigen Witz

Dass der Spieß nach 25 Jahren umgedreht wird, begeistert auch Achim Held, sozusagen Erfinder der Bielefeld-Verschwörung. "Ich war sofort begeistert von der Idee", sagt der Kieler, "und finde es toll, dass die Bielefelder so humorvoll damit umgehen und nicht nur genervt sind." Er schildert noch einmal, wie es zu dem Spruch gekommen ist: Auf einer Kieler Erstsemester-Party sei ein gebürtiger Bielefelder dabei gewesen.

Keiner der übrigen war jemals in Bielefeld, keiner kannte die Stadt. Den dort geprägten Satz "Bielefeld gibt es doch gar nicht", habe er in der Folge in einem Witze-Forum im weltweiten Usenet veröffentlicht, ein Vorläufer des World Wide Web. "Ich dachte, das versendet sich nach zwei bis drei Wochen." Eine grobe Fehleinschätzung, die nun nach 25 Jahren zu einer Millionen-Wette führt.

Starke Argumente

Die Wettpaten sind zu 99,9 Prozent sicher, dass sie gewinnen werden. Oberbürgermeister Clausen zählt einige starke Argumente auf: Bielefeld sei Zentrum einer der stärksten Wirtschaftsregionen Deutschlands mit vielen "Hidden Champions", die Stadt mit ihren rund 340.000 Einwohnern habe viele kulturelle Attraktionen zu bieten, gilt als eine der grünsten Großstädte des Landes. Laut Bielefeld Marketing können die Bielefelder durch 4.800 Hektar Wald und über 762 Kilometer Wanderwege laufen - ohne das Stadtgebiet zu verlassen. Alles zu schön, um wahr zu sein?

Alle Infos zur Wette finden sich auf der Internetseite www.bielefeldmillion.de. " Und wenn niemand widerlegen kann, dass es uns gibt, ist die Sache klar", sagt Martin Knabenreich, "dann werden wir uns von der Bielefeld-Verschwörung verabschieden - und zwar in aller Form und gemeinsam mit ihrem Schöpfer Achim Held."

Alle Infos zum Wettbewerb unter www.bielefeldmillion.de

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Bielefeld bietet eine Million Euro für den Beweis, dass Bielefeld nicht existiertSusanne LahrBielefeld. Eine wirklich verrückte Idee: Die Stadt lobt sage und schreibe eine Million Euro für die Person aus, die beweisen kann, dass es Bielefeld nicht gibt. Es handelt sich dabei nicht um einen verspäteten April-Scherz, sondern um eine echte Wette anlässlich des Jubiläums der Bielefeld-Verschwörung. Vor 25 Jahren ist die Theorie nach einem feucht-fröhlichen Studentenabend in die Welt gesetzt worden, nichtahnend, dass sich der Satz "Bielefeld gibt es doch gar nicht" rund um den Globus so verselbstständigen würde. Bis 4. September können nun alle, die von der Nicht-Existenz der Stadt im Teutoburger Wald überzeugt sind, den Beweis zu führen - oder sie mögen für immer schweigen. "25 Jahre sind genug" "#Bielefeldmillion - Das Ende einer Verschwörung" ist denn auch der Wettbewerb überschrieben, den Bielefeld Marketing in Zusammenarbeit mit der heimischen Werbeagentur Medium ausgeheckt hat. Schirmherr ist Oberbürgermeister Pit Clausen, der in seiner zehnjährigen Amtszeit die Bielefeld-Verschwörung auch mehr oder weniger leidvoll erlitten hat. "Nach 25 Jahren ist es nun genug", sagt das Stadtoberhaupt bei der Vorstellung der Aktion, die angesichts des Millionenpreisgeldes im früheren Tresorraum der ehemaligen Sparkasse an der Wilhelmstraße (heute Wissenswerkstatt) stattfindet. "Wir fordern all jene heraus, die sagen ,Bielefeld gibt es doch gar nicht'. " 56 Sponsoren stellen die Million "Jetzt wollen wir mit der Bielefeld-Verschwörung endlich auch mal unseren Spaß haben", sagt Martin Knabenreich, Geschäftsführer von Bielefeld Marketing am Mittwochmorgen vor den Kameras diverser Fernsehsender und den Mikros der Radiostationen. Man sei sehr gespannt, welche Beweise die Bielefeld-Zweifler anführen. Zwei Wochen lang dürfen diese per E-Mail eingereicht werden, jeder darf mitmachen. Dafür, dass die Million tatsächlich nicht nur auf dem Papier existiert, dafür stehen 56 Bielefelder Unternehmen und Institutionen, die sich für die Image-Arbeit der Stadt engagieren. Erfinder glaubte an kurzfristigen Witz Dass der Spieß nach 25 Jahren umgedreht wird, begeistert auch Achim Held, sozusagen Erfinder der Bielefeld-Verschwörung. "Ich war sofort begeistert von der Idee", sagt der Kieler, "und finde es toll, dass die Bielefelder so humorvoll damit umgehen und nicht nur genervt sind." Er schildert noch einmal, wie es zu dem Spruch gekommen ist: Auf einer Kieler Erstsemester-Party sei ein gebürtiger Bielefelder dabei gewesen. Keiner der übrigen war jemals in Bielefeld, keiner kannte die Stadt. Den dort geprägten Satz "Bielefeld gibt es doch gar nicht", habe er in der Folge in einem Witze-Forum im weltweiten Usenet veröffentlicht, ein Vorläufer des World Wide Web. "Ich dachte, das versendet sich nach zwei bis drei Wochen." Eine grobe Fehleinschätzung, die nun nach 25 Jahren zu einer Millionen-Wette führt. Starke Argumente Die Wettpaten sind zu 99,9 Prozent sicher, dass sie gewinnen werden. Oberbürgermeister Clausen zählt einige starke Argumente auf: Bielefeld sei Zentrum einer der stärksten Wirtschaftsregionen Deutschlands mit vielen "Hidden Champions", die Stadt mit ihren rund 340.000 Einwohnern habe viele kulturelle Attraktionen zu bieten, gilt als eine der grünsten Großstädte des Landes. Laut Bielefeld Marketing können die Bielefelder durch 4.800 Hektar Wald und über 762 Kilometer Wanderwege laufen - ohne das Stadtgebiet zu verlassen. Alles zu schön, um wahr zu sein? Alle Infos zur Wette finden sich auf der Internetseite www.bielefeldmillion.de. " Und wenn niemand widerlegen kann, dass es uns gibt, ist die Sache klar", sagt Martin Knabenreich, "dann werden wir uns von der Bielefeld-Verschwörung verabschieden - und zwar in aller Form und gemeinsam mit ihrem Schöpfer Achim Held." Alle Infos zum Wettbewerb unter www.bielefeldmillion.de