Espelkamp

Wer vermisst seine Schlange? Natter im Fundbüro in Espelkamp abgegeben

Cornelia Müller

In Espelkamp wurde eine Vierstreifennatter gefunden - ein Fall für das Fundbüro. - © Foto: Stadt Espelkamp
In Espelkamp wurde eine Vierstreifennatter gefunden - ein Fall für das Fundbüro. (© Foto: Stadt Espelkamp)

Espelkamp (nw). Eine lebende Schlange als Fundsache - so etwas haben Heike Gatzke und ihre Kolleginnen vom Fundbüro der Stadt Espelkamp noch nicht erlebt. Üblicherweise sind es Geldbörsen, Handys, Fahrräder, die dort abgegeben werden. Aber eine ausgewachsene Vierstreifennatter? Das gab es noch nie.

Ein Spaziergänger war an der Tonnenheider Straße, nahe dem Stadtgebiet, auf das auffällig gezeichnete Tier aufmerksam geworden. Er informierte die Feuerwehr, die eigens aus Bad Oeynhausen anrückte. Denn dort gibt es eine speziell dafür ausgerüstete Tierretter-Einheit.

Vorübergehend untergebracht wurde die Schlange dann in der Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen. Und nun kümmert sich das Fundbüro Espelkamp darum, dass das Tier wieder seinem Besitzer zurückgegeben werden kann. Wer die Schlange vermisst oder Hinweise zum Besitzer geben kann, wird gebeten, sich unter Tel. (05772) 562101 zu melden.

Das Fundbüro im Bürgerbüro ist in Espelkamp der erste Ansprechpartner, wenn etwas verloren geht oder gefunden wird - und das gilt in diesem Fall eben auch für eine putzmuntere Vierstreifennatter. Ein halbes Jahr beträgt die gesetzliche Aufbewahrungspflicht, dann hat der Finder ein Recht, den Fund zu behalten, wenn er es denn möchte.

Wenn zum Beispiel ein Schlüsselbund, ein Schmuckstück oder Ausweispapiere über das Fundbüro wieder an den Besitzer zurückgegeben könnten, sei die Freude immer groß, beobachten die Mitarbeiterinnen immer wieder. Auf den ihnen zustehenden Finderlohn verzichteten die Finder dabei übrigens meistens.

"Für die meisten Finder ist das Wichtigste, dass die Besitzer das, was sie verloren haben, wieder zurückbekommen", sagt Heike Gatzke. Dafür nähmen sie sogar einiges an Mühsal in Kauf - wie zum Beispiel ein ehrlicher Finder, der zwei fabrikneue Autoreifen, die vermutlich beim Transport verloren gegangen waren, eigenhändig im Bürgerbüro ablieferte.

Einen Verlust oder einen Fund kann man in Espelkamp übrigens auch online melden: Die Stadt hat ein virtuelles Fundbüro eingerichtet, in dem man sich einen Überblick über Fundsachen verschaffen kann, ohne sich gleich auf den Weg zum Bürgerbüro machen zu müssen.

Im Fall der Vierstreifennatter hat der Finder Tierliebe bewiesen und alles richtig gemacht. Fundstück "abgegeben" - Schlange gerettet.

Copyright © Mindener Tageblatt 2019
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

EspelkampWer vermisst seine Schlange? Natter im Fundbüro in Espelkamp abgegebenCornelia MüllerEspelkamp (nw). Eine lebende Schlange als Fundsache - so etwas haben Heike Gatzke und ihre Kolleginnen vom Fundbüro der Stadt Espelkamp noch nicht erlebt. Üblicherweise sind es Geldbörsen, Handys, Fahrräder, die dort abgegeben werden. Aber eine ausgewachsene Vierstreifennatter? Das gab es noch nie. Ein Spaziergänger war an der Tonnenheider Straße, nahe dem Stadtgebiet, auf das auffällig gezeichnete Tier aufmerksam geworden. Er informierte die Feuerwehr, die eigens aus Bad Oeynhausen anrückte. Denn dort gibt es eine speziell dafür ausgerüstete Tierretter-Einheit. Vorübergehend untergebracht wurde die Schlange dann in der Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen. Und nun kümmert sich das Fundbüro Espelkamp darum, dass das Tier wieder seinem Besitzer zurückgegeben werden kann. Wer die Schlange vermisst oder Hinweise zum Besitzer geben kann, wird gebeten, sich unter Tel. (05772) 562101 zu melden. Das Fundbüro im Bürgerbüro ist in Espelkamp der erste Ansprechpartner, wenn etwas verloren geht oder gefunden wird - und das gilt in diesem Fall eben auch für eine putzmuntere Vierstreifennatter. Ein halbes Jahr beträgt die gesetzliche Aufbewahrungspflicht, dann hat der Finder ein Recht, den Fund zu behalten, wenn er es denn möchte. Wenn zum Beispiel ein Schlüsselbund, ein Schmuckstück oder Ausweispapiere über das Fundbüro wieder an den Besitzer zurückgegeben könnten, sei die Freude immer groß, beobachten die Mitarbeiterinnen immer wieder. Auf den ihnen zustehenden Finderlohn verzichteten die Finder dabei übrigens meistens. "Für die meisten Finder ist das Wichtigste, dass die Besitzer das, was sie verloren haben, wieder zurückbekommen", sagt Heike Gatzke. Dafür nähmen sie sogar einiges an Mühsal in Kauf - wie zum Beispiel ein ehrlicher Finder, der zwei fabrikneue Autoreifen, die vermutlich beim Transport verloren gegangen waren, eigenhändig im Bürgerbüro ablieferte. Einen Verlust oder einen Fund kann man in Espelkamp übrigens auch online melden: Die Stadt hat ein virtuelles Fundbüro eingerichtet, in dem man sich einen Überblick über Fundsachen verschaffen kann, ohne sich gleich auf den Weg zum Bürgerbüro machen zu müssen. Im Fall der Vierstreifennatter hat der Finder Tierliebe bewiesen und alles richtig gemacht. Fundstück "abgegeben" - Schlange gerettet.