Gerry Weber: Finanzspritze von knapp 50 Millionen Euro

Stefan Schelp

Das insolvente Modeunternehmen aus Halle macht einen kräftigen Schritt nach vorn. Die Sanierung soll fortgesetzt werden, im Herbst soll das Insolvenzverfahren abgeschlossen sein

Kräftige Finanzspritze: Investoren geben knapp 50 Millionen Euro. - © picture alliance
Kräftige Finanzspritze: Investoren geben knapp 50 Millionen Euro. (© picture alliance)

Halle (nw). Das insolvente Modeunternehmen Gerry Weber AG erhält von zwei Investoren eine Finanzspritze von 49,2 Millionen Euro. Das hat das Unternehmen in der Nacht zum Dienstag mitgeteilt. Die Geldgeber sind die Robus Capital Management Ltd., die sich auch schon die Mehrheit an der Gerry-Weber-Tochter Hallhuber gesichert hatten und die Whitebox Advisors LLP. Damit sei "eine wesentliche Entscheidung zur Zukunftssicherung der Unternehmensgruppe getroffen", heißt es in der Mitteilung.

Mit von Robus Capital Management Ltd. und Whitebox Advisors LLP verwalteten Fonds sei eine verbindliche Investmentvereinbarung zur finanziellen Sanierung der Gesellschaft im Rahmen eines Insolvenzplans geschlossen worden. Die Investmentvereinbarung und das verbindliche Eckpunktepapier zum Insolvenzplan sei mit Zustimmung des Gläubigerausschusses und des Sachwalters, Rechtsanwalt Stefan Meyer erfolgt.

Den Gläubigern solle nun schnellstmöglich ein Insolvenzplan zur Abstimmung vorgelegt werden. Dieser sieht vor, dass Robus und Whitebox einen Betrag in Höhe von bis zu 49,2 Millionen Euro für die nachhaltige finanzielle Sanierung zur Verfügung stellen. Die Gläubiger, die auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten sollen, können sich grundsätzlich zwischen Barabfindung und verschiedenen Finanzinstrumenten zur Wertaufholung entscheiden.

Das aktuell bereits in Umsetzung befindliche Sanierungskonzept werde im Interesse der Gläubiger des Unternehmens weiter umgesetzt. Die Gläubigerversammlung, die dem Insolvenzplan noch zustimmen muss, wird voraussichtlich noch im Laufe des dritten Quartals 2019 stattfinden. Ziel sei es, die Insolvenzverfahren im Spätherbst dieses Jahres erfolgreich zu beenden.

Weiterer wesentlicher Bestandteil des den Gläubigern vorzulegenden Insolvenzplans für die Gerry Weber International AG soll eine Kapitalherabsetzung auf voraussichtlich Null Euro sowie eine anschließende Barkapitalerhöhung sein. Die neuen Aktien sollen in einem ersten Schritt vollständig von Robus und Whitebox gezeichnet werden. Ein Teil der Aktien soll zur Bedienung von Wandelanleihen genutzt werden, die den Gläubigern, die für eine solche Wandelanleihe optieren, zur Verfügung gestellt werden. Auf Grund dieser Maßnahmen sollen die bestehenden Aktionäre aus der Gesellschaft ausscheiden.

Seit dem im Sommer 2018 angestoßenen Programm zur Neupositionierung und Restrukturierung von Gerry Weber seien bereits wesentliche Schritte erfolgreich unternommen worden, um dem Unternehmen eine klare Zukunftsperspektive zu geben. So zeigten die durch den Vorstand eingeleiteten Maßnahmen, bereits positive Resultate in Umsatz und Ertrag.

Johannes Ehling, Vorstandssprecher der Gerry Weber International AG, kommentiert: „Wir freuen uns mit Robus und Whitebox starke und in der Modebranche erfahrene sowie anerkannte Partner gefunden zu haben. Dafür haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den vergangenen Monaten hart gearbeitet. Die heute erzielten verbindlichen Vereinbarungen schaffen Klarheit und Sicherheit für Kunden, Geschäftspartner und Belegschaft. Wir können nun mit großem Elan an die weitere Umsetzung der operativen Neupositionierung und Restrukturierung gehen. Für die laufende Orderrunde und die CPD im Sommer sind wir mit unseren neuen Kollektionen bestens vorbereitet."

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

Gerry Weber: Finanzspritze von knapp 50 Millionen EuroDas insolvente Modeunternehmen aus Halle macht einen kräftigen Schritt nach vorn. Die Sanierung soll fortgesetzt werden, im Herbst soll das Insolvenzverfahren abgeschlossen seinStefan SchelpHalle (nw). Das insolvente Modeunternehmen Gerry Weber AG erhält von zwei Investoren eine Finanzspritze von 49,2 Millionen Euro. Das hat das Unternehmen in der Nacht zum Dienstag mitgeteilt. Die Geldgeber sind die Robus Capital Management Ltd., die sich auch schon die Mehrheit an der Gerry-Weber-Tochter Hallhuber gesichert hatten und die Whitebox Advisors LLP. Damit sei "eine wesentliche Entscheidung zur Zukunftssicherung der Unternehmensgruppe getroffen", heißt es in der Mitteilung. Mit von Robus Capital Management Ltd. und Whitebox Advisors LLP verwalteten Fonds sei eine verbindliche Investmentvereinbarung zur finanziellen Sanierung der Gesellschaft im Rahmen eines Insolvenzplans geschlossen worden. Die Investmentvereinbarung und das verbindliche Eckpunktepapier zum Insolvenzplan sei mit Zustimmung des Gläubigerausschusses und des Sachwalters, Rechtsanwalt Stefan Meyer erfolgt. Den Gläubigern solle nun schnellstmöglich ein Insolvenzplan zur Abstimmung vorgelegt werden. Dieser sieht vor, dass Robus und Whitebox einen Betrag in Höhe von bis zu 49,2 Millionen Euro für die nachhaltige finanzielle Sanierung zur Verfügung stellen. Die Gläubiger, die auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten sollen, können sich grundsätzlich zwischen Barabfindung und verschiedenen Finanzinstrumenten zur Wertaufholung entscheiden. Das aktuell bereits in Umsetzung befindliche Sanierungskonzept werde im Interesse der Gläubiger des Unternehmens weiter umgesetzt. Die Gläubigerversammlung, die dem Insolvenzplan noch zustimmen muss, wird voraussichtlich noch im Laufe des dritten Quartals 2019 stattfinden. Ziel sei es, die Insolvenzverfahren im Spätherbst dieses Jahres erfolgreich zu beenden. Weiterer wesentlicher Bestandteil des den Gläubigern vorzulegenden Insolvenzplans für die Gerry Weber International AG soll eine Kapitalherabsetzung auf voraussichtlich Null Euro sowie eine anschließende Barkapitalerhöhung sein. Die neuen Aktien sollen in einem ersten Schritt vollständig von Robus und Whitebox gezeichnet werden. Ein Teil der Aktien soll zur Bedienung von Wandelanleihen genutzt werden, die den Gläubigern, die für eine solche Wandelanleihe optieren, zur Verfügung gestellt werden. Auf Grund dieser Maßnahmen sollen die bestehenden Aktionäre aus der Gesellschaft ausscheiden. Seit dem im Sommer 2018 angestoßenen Programm zur Neupositionierung und Restrukturierung von Gerry Weber seien bereits wesentliche Schritte erfolgreich unternommen worden, um dem Unternehmen eine klare Zukunftsperspektive zu geben. So zeigten die durch den Vorstand eingeleiteten Maßnahmen, bereits positive Resultate in Umsatz und Ertrag. Johannes Ehling, Vorstandssprecher der Gerry Weber International AG, kommentiert: „Wir freuen uns mit Robus und Whitebox starke und in der Modebranche erfahrene sowie anerkannte Partner gefunden zu haben. Dafür haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den vergangenen Monaten hart gearbeitet. Die heute erzielten verbindlichen Vereinbarungen schaffen Klarheit und Sicherheit für Kunden, Geschäftspartner und Belegschaft. Wir können nun mit großem Elan an die weitere Umsetzung der operativen Neupositionierung und Restrukturierung gehen. Für die laufende Orderrunde und die CPD im Sommer sind wir mit unseren neuen Kollektionen bestens vorbereitet."