Steinhude

Pegel sinkt dramatisch: Dem Steinhuder Meer geht das Wasser aus

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Boote bleiben im Schlamm stecken Sportbootfahrer sind besonders vom gesunkenen Pegelstand betroffen. - © Foto: Moritz Frankenberg
Boote bleiben im Schlamm stecken Sportbootfahrer sind besonders vom gesunkenen Pegelstand betroffen. (© Foto: Moritz Frankenberg)

Steinhude (sz/lz). Dem Steinhuder Meer geht das Wasser aus: 93 Zentimeter beträgt der Pegelstand derzeit nur noch, 2014 reichte die Wasserlinie am gleichen Tag noch bis 1,21 Meter. Das bedeutet, dass der Wasserstand innerhalb von fünf Jahren um etwa ein Viertel gesunken ist. Und es geht weiter abwärts.

Willi Rehbock, Geschäftsführer der Steinhuder Meer GmbH, ist deshalb in großer Sorge. Täglich ruft er den Pegelstand des Steinhuder Meers am Wilhelmstein ab. Rehbock hofft jetzt auf viel Regen, damit sich der Wasserstand wieder einigermaßen normalisiert. Derzeit sieht es aber nicht danach aus.

Die Folgen des niedrigen Wasserstandes spüren vor allem die zahlreichen Wassersportler auf dem Steinhuder Meer. Ein Surfer berichtet beispielsweise, dass er vor einigen Jahren in Mardorf bis an den Strand fahren konnte, jetzt muss er erst viele Meter zu Fuß laufen, um auf das Brett steigen zu können. Die Segler kommen manchmal gar nicht vom Steg weg, weil ihre Boote dort im Schlamm festsitzen. Und auch draußen „passiert es immer häufiger, dass das Boot im Schlamm festsitzt“, berichtet ein Segler, der seit acht Jahren auf dem Steinhuder Meer unterwegs ist. „Dann musst du in den Schlamm steigen, und das Boot rausschieben“, erzählt er.

Doch ohne ergiebige Niederschläge wird der Wasserstand weiter sinken. „An heißen, windigen Sommertagen können bis zu zwei Zentimeter Wasser von der Oberfläche des größten niedersächsischen Sees verdunsten“, sagt der Sprecher des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), Achim Stolz.

Das sei bisher nicht immer aufgefallen, weil Sommer mit viel Niederschlägen den Wasserstand immer wieder aufgefüllt hätten. Zudem speise sich das Steinhuder Meer zum überwiegenden Teil aus Grundwasser.

Der bisherige Minusrekord wurde am 22. September 2018 mit 76 Zentimetern verzeichnet. So niedrig war der Wasserstand zuletzt in den Sechzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts.

Ob das Steinhuder Meer bei anhaltender Trockenheit austrocknen könnte? Darauf will sich Stolz nicht festlegen lassen. „Langfristige Prognosen zur Entwicklung von Wetter und Klima sowie Niederschlagsverhältnissen sind mit großer Unsicherheit verbunden“, sagt der NLWKN-Sprecher. Von daher wären Aussagen zur langfristigen Entwicklung des Steinhuder Meeres spekulativ. Ähnlich äußert sich Naturpark-Ranger Frank Behrens. „Wie sich das entwickelt, weiß kein Mensch“, sagt er.

Tourismusexperte Rehbock hofft auf das Wetter. „Ich weiß nicht, was wir tun können, wenn es nicht regnet“, sagt er.

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SteinhudePegel sinkt dramatisch: Dem Steinhuder Meer geht das Wasser ausSteinhude (sz/lz). Dem Steinhuder Meer geht das Wasser aus: 93 Zentimeter beträgt der Pegelstand derzeit nur noch, 2014 reichte die Wasserlinie am gleichen Tag noch bis 1,21 Meter. Das bedeutet, dass der Wasserstand innerhalb von fünf Jahren um etwa ein Viertel gesunken ist. Und es geht weiter abwärts. Willi Rehbock, Geschäftsführer der Steinhuder Meer GmbH, ist deshalb in großer Sorge. Täglich ruft er den Pegelstand des Steinhuder Meers am Wilhelmstein ab. Rehbock hofft jetzt auf viel Regen, damit sich der Wasserstand wieder einigermaßen normalisiert. Derzeit sieht es aber nicht danach aus. Die Folgen des niedrigen Wasserstandes spüren vor allem die zahlreichen Wassersportler auf dem Steinhuder Meer. Ein Surfer berichtet beispielsweise, dass er vor einigen Jahren in Mardorf bis an den Strand fahren konnte, jetzt muss er erst viele Meter zu Fuß laufen, um auf das Brett steigen zu können. Die Segler kommen manchmal gar nicht vom Steg weg, weil ihre Boote dort im Schlamm festsitzen. Und auch draußen „passiert es immer häufiger, dass das Boot im Schlamm festsitzt“, berichtet ein Segler, der seit acht Jahren auf dem Steinhuder Meer unterwegs ist. „Dann musst du in den Schlamm steigen, und das Boot rausschieben“, erzählt er. Doch ohne ergiebige Niederschläge wird der Wasserstand weiter sinken. „An heißen, windigen Sommertagen können bis zu zwei Zentimeter Wasser von der Oberfläche des größten niedersächsischen Sees verdunsten“, sagt der Sprecher des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), Achim Stolz. Das sei bisher nicht immer aufgefallen, weil Sommer mit viel Niederschlägen den Wasserstand immer wieder aufgefüllt hätten. Zudem speise sich das Steinhuder Meer zum überwiegenden Teil aus Grundwasser. Der bisherige Minusrekord wurde am 22. September 2018 mit 76 Zentimetern verzeichnet. So niedrig war der Wasserstand zuletzt in den Sechzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts. Ob das Steinhuder Meer bei anhaltender Trockenheit austrocknen könnte? Darauf will sich Stolz nicht festlegen lassen. „Langfristige Prognosen zur Entwicklung von Wetter und Klima sowie Niederschlagsverhältnissen sind mit großer Unsicherheit verbunden“, sagt der NLWKN-Sprecher. Von daher wären Aussagen zur langfristigen Entwicklung des Steinhuder Meeres spekulativ. Ähnlich äußert sich Naturpark-Ranger Frank Behrens. „Wie sich das entwickelt, weiß kein Mensch“, sagt er. Tourismusexperte Rehbock hofft auf das Wetter. „Ich weiß nicht, was wir tun können, wenn es nicht regnet“, sagt er.