Bückeburg

Der Kampf um das Mittelalter-Spektakel in Bückeburg

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Bückeburg (szlz). Das Aus für das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum (MPS) in Bückeburg ab 2020 schlägt hohe Wellen in den sozialen Netzwerken. Nicht nur bekennende Fans sind enttäuscht. Im Internet wurde bereits eine Bürgerpetition für den Erhalt des Festivals gestartet. Auch Bürgermeister Reiner Brombach bedauert die Absage, ist aber sicher, dass das Parkplatzproblem noch gelöst werden kann. Alexander zu Schaumburg-Lippe zeigt sich, auch als Verpächter des Veranstaltungsgeländes, ebenfalls betroffen: „Höchst bedauerlich. Ich hoffe, dass das Spectaculum noch zu retten ist."

Auf der Facebook-Seite des MPS betont Veranstalter Gisbert Hiller ausdrücklich, dass die Stadt Bückeburg und Hausherr Hofkammer keine Schuld an seiner Absage tragen: „Mit den Bückeburger Behörden haben wir niemals Probleme gehabt. Die Zusammenarbeit und Unterstützung war immer sehr gut und sehr kooperativ, die Mitarbeiter des Bückeburger Rathauses waren immer auf unserer Seite, ebenso wie alle Mitarbeiter der Fürstlichen Hofkammer und der Fürst selbst."

Zu seiner Absage habe ausschließlich das ungelöste Parkplatzproblem geführt, nachdem die Bundeswehr keine weiteren Flächen des Truppenübungsplatzes zur Verfügung hatte stellen wollen. Auch das Amt für Naturschutz des Landkreises versagte die Genehmigung, früher schon einmal als Parkplatz genutzte Wiesen erneut zu verwenden.

Allerdings räumt Hiller auch ein, dass der Absage der Bundeswehr Probleme im vergangenen Jahr vorausgegangen sind: „Die zusätzlichen Flächen der Bundeswehr im Bereich der Dachreiter haben wir letztes Jahr in größter Not ohne Erlaubnis der Bundeswehr genutzt, in größter Not deshalb, weil der von der Bundeswehr zur Verfügung gestellte Platz nicht mehr ausreichte und wir die spontan bei Top-Wetter anfahrenden Fahrzeugmassen ja irgendwo parken lassen mussten. Dabei wurde ein Dachreiter beschädigt, die Reparatur haben wir bezahlt, für die zusätzliche Flächennutzung haben wir auch gutes Geld gezahlt." Außerdem merkt Hiller an, dass man sich um Gespräche mit der Bundeswehr bemüht habe, leider sei es aber „zu keinem gemeinsam passenden Termin" gekommen.

Der Bürgermeister hat großes Interesse daran, für genau diese Gespräche alle Beteiligten an einen Tisch zu bekommen. Seine Terminvorschläge für Ende dieser Woche habe Hiller jedoch abgesagt und stattdessen das „Aus" für Bückeburg verkündet. Brombach wünscht sich daher vom Veranstalter etwas mehr Flexibilität. Dennoch ist der Bürgermeister optimistisch, dass das Parkplatzproblem lösbar sei und das letzte Wort in Sachen MPS also noch nicht gesprochen sei. In jedem Fall würden Stadt und Hofkammer alles daransetzen, um das MPS in Bückeburg zu halten.

Wie Alexander zu Schaumburg-Lippe sagte, bedauere er die Absage für 2020 sehr: „Es ist ein Magnet, der viele Besucher nach Bückeburg zieht." Er hoffe, dass das Event noch zu retten sei, sei aber nicht allzu optimistisch: „Wir werden uns damit abfinden müssen, auch wenn es sehr traurig ist." Er werde auf jeden Fall die Petition unterzeichnen.

Auch treue MPS-Fans wollen das Aus für den Spielort Bückeburg nicht so einfach hinnehmen. Sie haben im Internet auf „Avaaz.org Bürgerpetitionen" eine Unterschriftensammlung für den Erhalt gestartet, die sich an Hiller und Brombach wendet: „Das MPS in Bückeburg muss erhalten bleiben. Eine langjährige Tradition darf nicht so einfach zunichtegemacht werden. Helft mit, dass wir das Ziel erreichen." Nach eigenen Angaben ist „Avaaz ein weltweites Kampagnen-Netzwerk, das mit Bürgerstimmen politische Entscheidungen beeinflusst".

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BückeburgDer Kampf um das Mittelalter-Spektakel in BückeburgBückeburg (szlz). Das Aus für das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum (MPS) in Bückeburg ab 2020 schlägt hohe Wellen in den sozialen Netzwerken. Nicht nur bekennende Fans sind enttäuscht. Im Internet wurde bereits eine Bürgerpetition für den Erhalt des Festivals gestartet. Auch Bürgermeister Reiner Brombach bedauert die Absage, ist aber sicher, dass das Parkplatzproblem noch gelöst werden kann. Alexander zu Schaumburg-Lippe zeigt sich, auch als Verpächter des Veranstaltungsgeländes, ebenfalls betroffen: „Höchst bedauerlich. Ich hoffe, dass das Spectaculum noch zu retten ist." Auf der Facebook-Seite des MPS betont Veranstalter Gisbert Hiller ausdrücklich, dass die Stadt Bückeburg und Hausherr Hofkammer keine Schuld an seiner Absage tragen: „Mit den Bückeburger Behörden haben wir niemals Probleme gehabt. Die Zusammenarbeit und Unterstützung war immer sehr gut und sehr kooperativ, die Mitarbeiter des Bückeburger Rathauses waren immer auf unserer Seite, ebenso wie alle Mitarbeiter der Fürstlichen Hofkammer und der Fürst selbst." Zu seiner Absage habe ausschließlich das ungelöste Parkplatzproblem geführt, nachdem die Bundeswehr keine weiteren Flächen des Truppenübungsplatzes zur Verfügung hatte stellen wollen. Auch das Amt für Naturschutz des Landkreises versagte die Genehmigung, früher schon einmal als Parkplatz genutzte Wiesen erneut zu verwenden. Allerdings räumt Hiller auch ein, dass der Absage der Bundeswehr Probleme im vergangenen Jahr vorausgegangen sind: „Die zusätzlichen Flächen der Bundeswehr im Bereich der Dachreiter haben wir letztes Jahr in größter Not ohne Erlaubnis der Bundeswehr genutzt, in größter Not deshalb, weil der von der Bundeswehr zur Verfügung gestellte Platz nicht mehr ausreichte und wir die spontan bei Top-Wetter anfahrenden Fahrzeugmassen ja irgendwo parken lassen mussten. Dabei wurde ein Dachreiter beschädigt, die Reparatur haben wir bezahlt, für die zusätzliche Flächennutzung haben wir auch gutes Geld gezahlt." Außerdem merkt Hiller an, dass man sich um Gespräche mit der Bundeswehr bemüht habe, leider sei es aber „zu keinem gemeinsam passenden Termin" gekommen. Der Bürgermeister hat großes Interesse daran, für genau diese Gespräche alle Beteiligten an einen Tisch zu bekommen. Seine Terminvorschläge für Ende dieser Woche habe Hiller jedoch abgesagt und stattdessen das „Aus" für Bückeburg verkündet. Brombach wünscht sich daher vom Veranstalter etwas mehr Flexibilität. Dennoch ist der Bürgermeister optimistisch, dass das Parkplatzproblem lösbar sei und das letzte Wort in Sachen MPS also noch nicht gesprochen sei. In jedem Fall würden Stadt und Hofkammer alles daransetzen, um das MPS in Bückeburg zu halten. Wie Alexander zu Schaumburg-Lippe sagte, bedauere er die Absage für 2020 sehr: „Es ist ein Magnet, der viele Besucher nach Bückeburg zieht." Er hoffe, dass das Event noch zu retten sei, sei aber nicht allzu optimistisch: „Wir werden uns damit abfinden müssen, auch wenn es sehr traurig ist." Er werde auf jeden Fall die Petition unterzeichnen. Auch treue MPS-Fans wollen das Aus für den Spielort Bückeburg nicht so einfach hinnehmen. Sie haben im Internet auf „Avaaz.org Bürgerpetitionen" eine Unterschriftensammlung für den Erhalt gestartet, die sich an Hiller und Brombach wendet: „Das MPS in Bückeburg muss erhalten bleiben. Eine langjährige Tradition darf nicht so einfach zunichtegemacht werden. Helft mit, dass wir das Ziel erreichen." Nach eigenen Angaben ist „Avaaz ein weltweites Kampagnen-Netzwerk, das mit Bürgerstimmen politische Entscheidungen beeinflusst".