Bückeburg

Mittelalterliches Spectaculum findet dieses Jahr zum letzten Mal statt

Johannes Pietsch

Bückeburg (sz/lz). Schock für die Mittelalter-Fans aus der Region: Das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum steht in Bückeburg sehr wahrscheinlich vor dem Aus. Wie Veranstalter Gisbert Hiller in einer Pressemitteilung sowie im sozialen Netzwerk am Montag ankündigte, soll die Großveranstaltung in diesem Jahr zum letzten Mal auf dem Gelände rund um die Mausoleumswiese stattfinden. Damit ereilt den zweitgrößten Veranstaltungsort der Reihe das gleiche Schicksal wie Telgte, wo ebenfalls nach dem diesjährigen Termin im Sommer für immer Schluss sein soll.

Das Spectaculum war bei den Besuchern beliebt und zog viele Menschen an. MT-Archivfoto: Uli Geisler
Das Spectaculum war bei den Besuchern beliebt und zog viele Menschen an. MT-Archivfoto: Uli Geisler

Im Gegensatz zu einigen anderen Standorten der ursprünglich einmal weit über 20 Spielorte umfassenden Veranstaltungsreihe hatte Gisbert Hiller vorgehabt, an Bückeburg als einem der bekanntermaßen beliebtesten Standorte möglichst lange festzuhalten. In den vergangenen Jahren hatten die beiden Juli-Wochenenden stets die zweithöchste Zahl von Besuchern der gesamten Veranstaltungsreihe aus ganz Deutschland und teilweise sogar dem angrenzenden Europa auf das Großgelände rund um das Mausoleum gezogen.

Dass Gisbert Hiller jetzt doch so abrupt die Reißleine zog, begründete der Veranstalter des mittelalterlichen Mammutspektakels mit Veränderungen bei der Bereitstellung und Genehmigung von Parkflächen für die Großveranstaltung. Im Gegensatz zu früheren Jahren zeigte sich die Bundeswehr nicht mehr bereit, bestimmte Bereiche des Truppenübungsplatzes Röcke als Großparkfläche zur Verfügung zu stellen.

Begründung: Man befürchte die Beschädigung sogenannter Dachreiter, die dort zur Aufrechterhaltung des sicheren Flugbetriebs montiert sind. Mehr noch: Die Bundeswehr wies ausdrücklich darauf hin, unerlaubtes Betreten oder Befahren dieser Flächen als Hausfriedensbruchs und als gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr zu werten und entsprechend strafrechtlich verfolgen zu lassen. Für weitere Wiesenflächen, die ebenfalls früher als Parkplatz genutzt werden durften, verweigerte das Naturschutzamt des Landkreises Schaumburg in diesem Jahr eine Genehmigung. Ein vermittelndes Gespräch der Stadt Bückeburg mit Vertretern der Bundeswehr und des Landkreises blieb ohne Ergebnis.

Dies werde dazu führen, dass an den beiden Veranstaltungswochenenden 13. und 14. Juli sowie 20. und 21. Juli für die erwarteten Besuchermassen viel zu wenig Parkraum zur Verfügung steht. „Ein gewaltiges Verkehrschaos" sei die unausweichliche Folge, so die Befürchtung von Gisbert Hiller. „Und das werde ich mir und den Einwohnern der Stadt Bückeburg ganz bestimmt kein weiteres Mal antun. Deshalb ist nach diesem Jahr in Bückeburg Schluss." Ausdrücklich verwies Hiller dabei auf seine Ankündigung aus dem Jahr 2016, in Zukunft nur noch dort mit seiner Großveranstaltung gastieren zu wollen, „wo man mich auch wirklich will".

Und wortwörtlich auf Facebook: „Ich veranstalte das MPS nur noch in Städten, die mit mir kooperieren, die verständnisvoll und unterstützend dem MPS gegenüber stehen, in Städten wie Rastede, Hohenweststädt, Bad Säckingen oder Berlin. Danke und Bye Bye Bückeburg, ich habe diesen Veranstaltungsort sehr geliebt, aber das MPS ist dafür wohl zu groß geworden."

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BückeburgMittelalterliches Spectaculum findet dieses Jahr zum letzten Mal stattJohannes PietschBückeburg (sz/lz). Schock für die Mittelalter-Fans aus der Region: Das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum steht in Bückeburg sehr wahrscheinlich vor dem Aus. Wie Veranstalter Gisbert Hiller in einer Pressemitteilung sowie im sozialen Netzwerk am Montag ankündigte, soll die Großveranstaltung in diesem Jahr zum letzten Mal auf dem Gelände rund um die Mausoleumswiese stattfinden. Damit ereilt den zweitgrößten Veranstaltungsort der Reihe das gleiche Schicksal wie Telgte, wo ebenfalls nach dem diesjährigen Termin im Sommer für immer Schluss sein soll. Im Gegensatz zu einigen anderen Standorten der ursprünglich einmal weit über 20 Spielorte umfassenden Veranstaltungsreihe hatte Gisbert Hiller vorgehabt, an Bückeburg als einem der bekanntermaßen beliebtesten Standorte möglichst lange festzuhalten. In den vergangenen Jahren hatten die beiden Juli-Wochenenden stets die zweithöchste Zahl von Besuchern der gesamten Veranstaltungsreihe aus ganz Deutschland und teilweise sogar dem angrenzenden Europa auf das Großgelände rund um das Mausoleum gezogen. Dass Gisbert Hiller jetzt doch so abrupt die Reißleine zog, begründete der Veranstalter des mittelalterlichen Mammutspektakels mit Veränderungen bei der Bereitstellung und Genehmigung von Parkflächen für die Großveranstaltung. Im Gegensatz zu früheren Jahren zeigte sich die Bundeswehr nicht mehr bereit, bestimmte Bereiche des Truppenübungsplatzes Röcke als Großparkfläche zur Verfügung zu stellen. Begründung: Man befürchte die Beschädigung sogenannter Dachreiter, die dort zur Aufrechterhaltung des sicheren Flugbetriebs montiert sind. Mehr noch: Die Bundeswehr wies ausdrücklich darauf hin, unerlaubtes Betreten oder Befahren dieser Flächen als Hausfriedensbruchs und als gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr zu werten und entsprechend strafrechtlich verfolgen zu lassen. Für weitere Wiesenflächen, die ebenfalls früher als Parkplatz genutzt werden durften, verweigerte das Naturschutzamt des Landkreises Schaumburg in diesem Jahr eine Genehmigung. Ein vermittelndes Gespräch der Stadt Bückeburg mit Vertretern der Bundeswehr und des Landkreises blieb ohne Ergebnis. Dies werde dazu führen, dass an den beiden Veranstaltungswochenenden 13. und 14. Juli sowie 20. und 21. Juli für die erwarteten Besuchermassen viel zu wenig Parkraum zur Verfügung steht. „Ein gewaltiges Verkehrschaos" sei die unausweichliche Folge, so die Befürchtung von Gisbert Hiller. „Und das werde ich mir und den Einwohnern der Stadt Bückeburg ganz bestimmt kein weiteres Mal antun. Deshalb ist nach diesem Jahr in Bückeburg Schluss." Ausdrücklich verwies Hiller dabei auf seine Ankündigung aus dem Jahr 2016, in Zukunft nur noch dort mit seiner Großveranstaltung gastieren zu wollen, „wo man mich auch wirklich will". Und wortwörtlich auf Facebook: „Ich veranstalte das MPS nur noch in Städten, die mit mir kooperieren, die verständnisvoll und unterstützend dem MPS gegenüber stehen, in Städten wie Rastede, Hohenweststädt, Bad Säckingen oder Berlin. Danke und Bye Bye Bückeburg, ich habe diesen Veranstaltungsort sehr geliebt, aber das MPS ist dafür wohl zu groß geworden."