Börninghausen

Drogenlabor in Börninghausen noch nicht geräumt

Ingrun Waschneck

Fenster und Tore sind geschlossen, die Polizei bewacht das Gelände rund um die Uhr. - © Foto: Ingrun Waschneck/nw
Fenster und Tore sind geschlossen, die Polizei bewacht das Gelände rund um die Uhr. (© Foto: Ingrun Waschneck/nw)

Preußisch Oldendorf-Börninghausen (nw). Vor der Lagerhalle an der Ravensberger Straße sieht es fast so aus wie immer. Einziger Unterschied ist jedoch ein Polizeifahrzeug. Beamte stehen rund um die Uhr auf dem Platz vor dem Gebäude und bewachen es. Grund dafür ist das große Chemikalienlager, auf das die Feuerwehr bei einem Kabelbrand Ende April zufällig gestoßen war.

Bisher seien die 35.000 Liter Chemikalien, die sich in großen Tanks befinden, sowie 80 Elf-Liter-Propangasflaschen noch nicht abtransportiert worden, teilt Sarah Siedschlag von der Bielefelder Polizei mit. Darunter sind Schwefelsäure, Natronlauge und Phosphorsäure. Es sei eine Herausforderung das zu tun, so die Pressesprecherin. Zurzeit gehe es darum, Fachbetriebe für diese Aufgabe zu finden. Wann das geschehe, stehe laut Siedschlag noch nicht fest.

Die Straßensperren vor und hinter der Lagerhalle sind inzwischen weggeräumt. Auf Nachfrage von nw.de erklärt Siedschlag, dass „das wohl die Beamten vor Ort entschieden haben." Die Sperrung sei während der Tatortaufnahme nötig gewesen, diese „ist inzwischen jedoch abgeschlossen".

Beim Bielefelder Kommissariat Organisierte Kriminalität laufen indessen die Ermittlungen weiter. Bekannt ist inzwischen, dass sich in der 680 Quadratmeter großen Lagerhalle eine Produktionsstätte befand, in der, so steht es in einem Bericht des NRW-Innenministeriums, „im industriellen Ausmaß" Amphetaminöl produziert wurde. Dieses Öl ist ein Grundstoff zur Herstellung der pulverförmigen chemischen Aufputschdroge Amphetamin, auch bekannt als „Speed" oder „Pep". Laut Experten reicht ein Liter Öl für gut vier Kilogramm des fertigen Pulvers.

Neben den Chemikalien fanden die Ermittler auch einnotdürftiges Nachtlager, das Platz für bis zu fünf Personen bot.

Als die Feuerwehr am Sonntag, 28. April, kurz nach 10 Uhr morgens eintraf, haben Einsatzkräfte gesehen, dass zwei Männer in einem Mercedes Vito mit niederländischen Kennzeichen geflohen sind. Nach ihnen wie auch dem Untermieter wird zurzeit gefahndet.

Die Lagerhalle sei nach Aussage des Mieters von einem Untermieter im März ohne schriftlichen Mietvertrag gemietet worden.

Der Fall entwickelte sich schon bald zu einem spektakulären Kriminalfall, der mehr als 220 Einsatzkräfte und Experten des Landeskriminalamtes (LKA) auf den Plan rief. Schnell kam der Verdacht auf, „dass es sich um ein Drogenlabor handeln könnte", äußerte sich eine Polizeisprecherin damals.

Hier gibt es alle Artikel zum Fund des Drogenlabors

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BörninghausenDrogenlabor in Börninghausen noch nicht geräumtIngrun WaschneckPreußisch Oldendorf-Börninghausen (nw). Vor der Lagerhalle an der Ravensberger Straße sieht es fast so aus wie immer. Einziger Unterschied ist jedoch ein Polizeifahrzeug. Beamte stehen rund um die Uhr auf dem Platz vor dem Gebäude und bewachen es. Grund dafür ist das große Chemikalienlager, auf das die Feuerwehr bei einem Kabelbrand Ende April zufällig gestoßen war. Bisher seien die 35.000 Liter Chemikalien, die sich in großen Tanks befinden, sowie 80 Elf-Liter-Propangasflaschen noch nicht abtransportiert worden, teilt Sarah Siedschlag von der Bielefelder Polizei mit. Darunter sind Schwefelsäure, Natronlauge und Phosphorsäure. Es sei eine Herausforderung das zu tun, so die Pressesprecherin. Zurzeit gehe es darum, Fachbetriebe für diese Aufgabe zu finden. Wann das geschehe, stehe laut Siedschlag noch nicht fest. Die Straßensperren vor und hinter der Lagerhalle sind inzwischen weggeräumt. Auf Nachfrage von nw.de erklärt Siedschlag, dass „das wohl die Beamten vor Ort entschieden haben." Die Sperrung sei während der Tatortaufnahme nötig gewesen, diese „ist inzwischen jedoch abgeschlossen". Beim Bielefelder Kommissariat Organisierte Kriminalität laufen indessen die Ermittlungen weiter. Bekannt ist inzwischen, dass sich in der 680 Quadratmeter großen Lagerhalle eine Produktionsstätte befand, in der, so steht es in einem Bericht des NRW-Innenministeriums, „im industriellen Ausmaß" Amphetaminöl produziert wurde. Dieses Öl ist ein Grundstoff zur Herstellung der pulverförmigen chemischen Aufputschdroge Amphetamin, auch bekannt als „Speed" oder „Pep". Laut Experten reicht ein Liter Öl für gut vier Kilogramm des fertigen Pulvers. Neben den Chemikalien fanden die Ermittler auch einnotdürftiges Nachtlager, das Platz für bis zu fünf Personen bot. Als die Feuerwehr am Sonntag, 28. April, kurz nach 10 Uhr morgens eintraf, haben Einsatzkräfte gesehen, dass zwei Männer in einem Mercedes Vito mit niederländischen Kennzeichen geflohen sind. Nach ihnen wie auch dem Untermieter wird zurzeit gefahndet. Die Lagerhalle sei nach Aussage des Mieters von einem Untermieter im März ohne schriftlichen Mietvertrag gemietet worden. Der Fall entwickelte sich schon bald zu einem spektakulären Kriminalfall, der mehr als 220 Einsatzkräfte und Experten des Landeskriminalamtes (LKA) auf den Plan rief. Schnell kam der Verdacht auf, „dass es sich um ein Drogenlabor handeln könnte", äußerte sich eine Polizeisprecherin damals. Hier gibt es alle Artikel zum Fund des Drogenlabors