Das Bier ging nach Frankreich oder Großbritannien. - © Angelika Warmuth/dpa
Das Bier ging nach Frankreich oder Großbritannien. (© Angelika Warmuth/dpa)

Paderborn/Hannover

Millionenbetrug bei Biersteuer: Europaweit agierende Bande aufgeflogen

veröffentlicht

Paderborn/Hannover (nw). Fahnder des Zollamts Hannover und der Staatsanwaltschaft Paderborn haben Steuerbetrüger auffliegen lassen. Mit manipulierten Abrechnungen über Bierlieferungen sollen die Beschuldigten einen Steuerschaden von mehr als 9,5 Millionen Euro verursacht haben. Bei Durchsuchungen in Thüringen und Ostwestfalen stellten Ermittler umfangreiches Beweismaterial sicher, zudem wurden gegen drei Personen Haftbefehle vollstreckt.

Wie die Behörden am Montag bekanntgaben, erfolgten am vorangegangenen Mittwoch umfangreiche Durchsuchungen. Mehr als 80 Ermittler und zwei Bargeldspürhunde nahmen dabei Privatwohnungen, Lager- und Geschäftsräume sowie eine Steuerkanzlei unter die Lupe. Neben den Beweismitteln wurden dabei auch Bargeldbestände von 35.000 Euro sowie ein Auto sichergestellt.

Bei den seit 2017 laufenden Ermittlungen gehe es um eine europaweit agierende Gruppierung, die im Verdacht steht gewerbs- und bandenmäßige Steuerhinterziehung zu betreiben. Um über 9,5 Millionen Euro an Biersteuer sollen, zwischen Juli 2016 und November 2018, die französischen Steuerbehörden betrogen worden sein.

Laut Staatsanwaltschaft und Zollfahndung haben die Beschuldigten ein sogenanntes Biersteuerkarusell organisiert. So wurde unversteuertes Bier aus einem Steuerlager in Frankreich unter Steueraussetzung, nur zum Schein nach Deutschland transportiert. Hier erfolgte dann bei den zuständigen Hauptzollämtern in Bielefeld und Erfurt die Versteuerung. Der angeblich erfolgte Weiterverkauf des so versteuerten Bieres über die Firmensitze Diemelstadt und Gotha fand in Wirklichkeit jedoch nicht statt.

Das Bier soll unmittelbar in Frankreich oder Großbritannien auf dem Schwarzmarkt verkauft worden sein. Dadurch wurde die französische beziehungsweise britische Biersteuer eingespart, welche in Frankreich das Vierfache und in Großbritannien das Zehnfache der deutschen Biersteuer beträgt. Bei rund 1.065 Lkw-Lieferungen mit einer Menge von 23 Millionen Litern Bier kam es daher zur Vermeidung der gut 9,5 Millionen Euro französischer Biersteuer, heißt es in der Mitteilung.

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Paderborn/HannoverMillionenbetrug bei Biersteuer: Europaweit agierende Bande aufgeflogenPaderborn/Hannover (nw). Fahnder des Zollamts Hannover und der Staatsanwaltschaft Paderborn haben Steuerbetrüger auffliegen lassen. Mit manipulierten Abrechnungen über Bierlieferungen sollen die Beschuldigten einen Steuerschaden von mehr als 9,5 Millionen Euro verursacht haben. Bei Durchsuchungen in Thüringen und Ostwestfalen stellten Ermittler umfangreiches Beweismaterial sicher, zudem wurden gegen drei Personen Haftbefehle vollstreckt. Wie die Behörden am Montag bekanntgaben, erfolgten am vorangegangenen Mittwoch umfangreiche Durchsuchungen. Mehr als 80 Ermittler und zwei Bargeldspürhunde nahmen dabei Privatwohnungen, Lager- und Geschäftsräume sowie eine Steuerkanzlei unter die Lupe. Neben den Beweismitteln wurden dabei auch Bargeldbestände von 35.000 Euro sowie ein Auto sichergestellt. Bei den seit 2017 laufenden Ermittlungen gehe es um eine europaweit agierende Gruppierung, die im Verdacht steht gewerbs- und bandenmäßige Steuerhinterziehung zu betreiben. Um über 9,5 Millionen Euro an Biersteuer sollen, zwischen Juli 2016 und November 2018, die französischen Steuerbehörden betrogen worden sein. Laut Staatsanwaltschaft und Zollfahndung haben die Beschuldigten ein sogenanntes Biersteuerkarusell organisiert. So wurde unversteuertes Bier aus einem Steuerlager in Frankreich unter Steueraussetzung, nur zum Schein nach Deutschland transportiert. Hier erfolgte dann bei den zuständigen Hauptzollämtern in Bielefeld und Erfurt die Versteuerung. Der angeblich erfolgte Weiterverkauf des so versteuerten Bieres über die Firmensitze Diemelstadt und Gotha fand in Wirklichkeit jedoch nicht statt. Das Bier soll unmittelbar in Frankreich oder Großbritannien auf dem Schwarzmarkt verkauft worden sein. Dadurch wurde die französische beziehungsweise britische Biersteuer eingespart, welche in Frankreich das Vierfache und in Großbritannien das Zehnfache der deutschen Biersteuer beträgt. Bei rund 1.065 Lkw-Lieferungen mit einer Menge von 23 Millionen Litern Bier kam es daher zur Vermeidung der gut 9,5 Millionen Euro französischer Biersteuer, heißt es in der Mitteilung.