Tatort: Hier soll der tausendfache Missbrauch geschehen sein. - © Bernhard Preuss
Tatort: Hier soll der tausendfache Missbrauch geschehen sein. (© Bernhard Preuss)

Zeugin: Missbrauch durch Verdächtigen in Lügde schon vor 28 Jahren

Janet König

Lügde-Elbrinxen (nw). Reicht die unfassbare Chronik des Unfassbaren noch weiter zurück? Die EK "Eichwald" geht der Aussage einer Zeugin nach, die schon vor 28 Jahren von Andreas V. auf dem Campingplatz in Elbrinxen missbraucht worden sein soll. Ihre Geschichte hatte Michaela V. aus Lügde der Lippischen Landeszeitung und dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) erzählt.

Es sind schwere Anschuldigungen, die die 39-Jährige vor allem gegenüber ihrem Vater erhebt. Dieser habe seiner Tochter nicht geglaubt, vom langjährigen Freund der Familie, Andreas V., missbraucht worden zu sein. Der Mann, der inzwischen wegen tausendfachen sexuellen Missbrauchs beschuldigt wird, soll die heute 39-Jährige schon als Elfjährige mehrfach angefasst haben. Als sich das Mädchen dem Vater anvertraute, habe dieser ungläubig abgewunken. "Er hat mich einfach im Stich gelassen", sagt die vierfache Mutter. Der Kontakt zu ihrem Vater sei vor drei Jahren endgültig abgebrochen.

Links zum Thema
Missbrauchsfall Lügde

Nun äußert sich der Vater von Michaela V. zu den Vorwürfen. Er bestätigt gegenüber LZ und RND, dass seine Tochter als junges Mädchen zu ihm kam und sich ihm anvertraute. "Sie hat gesagt, dass Andreas sie oft angefasst hat - sie wollte das nicht",sagt er. Der Rentner bestreitet jedoch, den Hilferuf seiner Tochter ignoriert zu haben. "Ich habe Andreas eine klare Ansage gemacht, er solle das lassen". Damit sei die Sache vom Tisch gewesen. Der Vater ging davon aus, Andreas V. hätte seine Tochter danach in Ruhe gelassen. Doch so war es nicht, sagt die 39-Jährige. Ihr Peiniger hätte sie über mehrere Jahre hinweg weiter missbraucht

Information

Ein anderer Fall


Auch die inzwischen 16-jährige Tochter von Michaela V. soll im April auf dem Campingplatz "Eichwald" von einem weiteren Dauercamper missbraucht worden sein. Der Mann gilt laut Ermittlern im Fall "Eichwald" als nicht verdächtig. Er soll laut mehrfacher Zeugenberichte aber mit dem Tatverdächtigen Mario S. befreundet sein. Mutter und Tochter hatten die mutmaßliche Vergewaltigung bei der Polizei angezeigt. Die Ermittlungen gegen den Dauercamper sind Mitte Oktober von der Staatsanwaltschaft Detmold eingestellt worden. Es habe keinen hinreichenden Tatverdacht gegeben, heißt es. Michaela V. will nun Widerspruch einlegen.

Die furchtbaren Dinge, die Andreas V. Kindern auf dem Campingplatz angetan haben soll, erschüttern den Vater der Lügderin sehr. Andreas V. sei immer ein guter Kerl gewesen, stets freundlich und hilfsbereit. Bis vor drei Jahren habe die Familie selbst eine Parzelle neben dem 56-jährigen Hauptverdächtigen gehabt. Den Schlüssel habe der Vater seinem Nachbarn Andreas V. sogar einfach überlassen. Einen Zusammenhang zu dem, was seiner Tochter wohl vor Jahren passiert ist, sieht der Vater nicht.

Michaela V. sei bereits über mehrere Stunden von den Ermittlern vernommen worden, sagt sie. Polizei und Staatsanwaltschaft bestätigen, den Hinweise der Zeugin nachzugehen. Strafrechtlich dürfte ein Tatverdacht wegen sexuellen Missbrauchs aus dem Jahr 1991 jedoch nach derzeitigen Kenntnissen verjährt sein, heißt es.

Copyright © Mindener Tageblatt 2019
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

Zeugin: Missbrauch durch Verdächtigen in Lügde schon vor 28 JahrenJanet KönigLügde-Elbrinxen (nw). Reicht die unfassbare Chronik des Unfassbaren noch weiter zurück? Die EK "Eichwald" geht der Aussage einer Zeugin nach, die schon vor 28 Jahren von Andreas V. auf dem Campingplatz in Elbrinxen missbraucht worden sein soll. Ihre Geschichte hatte Michaela V. aus Lügde der Lippischen Landeszeitung und dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) erzählt. Es sind schwere Anschuldigungen, die die 39-Jährige vor allem gegenüber ihrem Vater erhebt. Dieser habe seiner Tochter nicht geglaubt, vom langjährigen Freund der Familie, Andreas V., missbraucht worden zu sein. Der Mann, der inzwischen wegen tausendfachen sexuellen Missbrauchs beschuldigt wird, soll die heute 39-Jährige schon als Elfjährige mehrfach angefasst haben. Als sich das Mädchen dem Vater anvertraute, habe dieser ungläubig abgewunken. "Er hat mich einfach im Stich gelassen", sagt die vierfache Mutter. Der Kontakt zu ihrem Vater sei vor drei Jahren endgültig abgebrochen. Nun äußert sich der Vater von Michaela V. zu den Vorwürfen. Er bestätigt gegenüber LZ und RND, dass seine Tochter als junges Mädchen zu ihm kam und sich ihm anvertraute. "Sie hat gesagt, dass Andreas sie oft angefasst hat - sie wollte das nicht",sagt er. Der Rentner bestreitet jedoch, den Hilferuf seiner Tochter ignoriert zu haben. "Ich habe Andreas eine klare Ansage gemacht, er solle das lassen". Damit sei die Sache vom Tisch gewesen. Der Vater ging davon aus, Andreas V. hätte seine Tochter danach in Ruhe gelassen. Doch so war es nicht, sagt die 39-Jährige. Ihr Peiniger hätte sie über mehrere Jahre hinweg weiter missbraucht Die furchtbaren Dinge, die Andreas V. Kindern auf dem Campingplatz angetan haben soll, erschüttern den Vater der Lügderin sehr. Andreas V. sei immer ein guter Kerl gewesen, stets freundlich und hilfsbereit. Bis vor drei Jahren habe die Familie selbst eine Parzelle neben dem 56-jährigen Hauptverdächtigen gehabt. Den Schlüssel habe der Vater seinem Nachbarn Andreas V. sogar einfach überlassen. Einen Zusammenhang zu dem, was seiner Tochter wohl vor Jahren passiert ist, sieht der Vater nicht. Michaela V. sei bereits über mehrere Stunden von den Ermittlern vernommen worden, sagt sie. Polizei und Staatsanwaltschaft bestätigen, den Hinweise der Zeugin nachzugehen. Strafrechtlich dürfte ein Tatverdacht wegen sexuellen Missbrauchs aus dem Jahr 1991 jedoch nach derzeitigen Kenntnissen verjährt sein, heißt es.