Symbolfoto: MT-Archiv
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Bielefeld

Acht Fälle in Bielefeld: Lkw immer dreister manipuliert

veröffentlicht

Bielefeld (lnw/mt). Schwarze Schafe im Speditionsgewerbe manipulieren laut Polizei mit immer mehr technischer Raffinesse die Erfassung der Fahrer-Lenkzeiten. Allein bei der Autobahnpolizei Bielefeld seien in diesem Jahr bereits acht Fälle von manipulierten Lkw aufgedeckt worden, teilte die Behörde am Freitag mit. Dabei werde teils mit elektronisch fehlgesteuerten Getriebesensoren der falsche Eindruck erweckt, dass der Lastwagen stehe und nicht fahre.

Die Polizei stoppt solche Fahrzeuge, verlangt Sicherheitsleistungen und lässt die Wagen in Fachwerkstätten zurückbauen. 2018 seien allein rund 150.000 Euro an Sicherheitsleistung verlangt worden, so die Polizei. In den Einzelfällen betrug sie zwischen 15.000 und 21.000 Euro. In der Regel darf die Tageslenkzeit für Lkw-Fahrer höchstens neun Stunden betragen, in Ausnahmefällen kann diese zweimal in der Woche auf zehn Stunden erhöht werden.

„Bei unseren Kontrollen haben wir festgestellt, dass die Unternehmen massiv mit immer detaillierterem Fachwissen in die Fahrzeugelektronik eingreifen,“ erklärte der Bielefelder Polizeihauptkommissar Jens Bögeholz. Die technischen Veränderungen entdeckten die Beamten bei Fahrzeugen aus Polen, Rumänien und Bulgarien sowie einem Sattelzug aus der Türkei. Ein rumänisches Unternehmen geriet gleich zweimal in die Fänge der Kontrolleure. In zwei Fällen wurde gegen die Fahrer Strafanzeigen wegen Fälschung technischer Aufzeichnungen gefertigt, da ihnen der Einsatz der Manipulationseinrichtung nachgewiesen werden konnte. In allen Fällen wurden die Fahrzeuge bis zur Bezahlung der Sicherheitsleistungen und des Rückbaues der Fahrzeugtechnik stillgelegt.

Um auch weiterhin für mehr Sicherheit auf den Autobahnen zu sorgen, werden die Experten der Autobahnpolizei auch in Zukunft den Güterverkehr ins Visier nehmen, kündigte die Autobahnpolizei an.

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BielefeldAcht Fälle in Bielefeld: Lkw immer dreister manipuliertBielefeld (lnw/mt). Schwarze Schafe im Speditionsgewerbe manipulieren laut Polizei mit immer mehr technischer Raffinesse die Erfassung der Fahrer-Lenkzeiten. Allein bei der Autobahnpolizei Bielefeld seien in diesem Jahr bereits acht Fälle von manipulierten Lkw aufgedeckt worden, teilte die Behörde am Freitag mit. Dabei werde teils mit elektronisch fehlgesteuerten Getriebesensoren der falsche Eindruck erweckt, dass der Lastwagen stehe und nicht fahre. Die Polizei stoppt solche Fahrzeuge, verlangt Sicherheitsleistungen und lässt die Wagen in Fachwerkstätten zurückbauen. 2018 seien allein rund 150.000 Euro an Sicherheitsleistung verlangt worden, so die Polizei. In den Einzelfällen betrug sie zwischen 15.000 und 21.000 Euro. In der Regel darf die Tageslenkzeit für Lkw-Fahrer höchstens neun Stunden betragen, in Ausnahmefällen kann diese zweimal in der Woche auf zehn Stunden erhöht werden. „Bei unseren Kontrollen haben wir festgestellt, dass die Unternehmen massiv mit immer detaillierterem Fachwissen in die Fahrzeugelektronik eingreifen,“ erklärte der Bielefelder Polizeihauptkommissar Jens Bögeholz. Die technischen Veränderungen entdeckten die Beamten bei Fahrzeugen aus Polen, Rumänien und Bulgarien sowie einem Sattelzug aus der Türkei. Ein rumänisches Unternehmen geriet gleich zweimal in die Fänge der Kontrolleure. In zwei Fällen wurde gegen die Fahrer Strafanzeigen wegen Fälschung technischer Aufzeichnungen gefertigt, da ihnen der Einsatz der Manipulationseinrichtung nachgewiesen werden konnte. In allen Fällen wurden die Fahrzeuge bis zur Bezahlung der Sicherheitsleistungen und des Rückbaues der Fahrzeugtechnik stillgelegt. Um auch weiterhin für mehr Sicherheit auf den Autobahnen zu sorgen, werden die Experten der Autobahnpolizei auch in Zukunft den Güterverkehr ins Visier nehmen, kündigte die Autobahnpolizei an.