Schüco-Arena: Die Stadt Bielefeld begrüßt den Stadionverkauf, erwartet aber vom Verein die Zahlung von zwei Millionen Euro. - © Sarah Jonek
Schüco-Arena: Die Stadt Bielefeld begrüßt den Stadionverkauf, erwartet aber vom Verein die Zahlung von zwei Millionen Euro. (© Sarah Jonek)

Stadt Bielefeld erlässt Arminia eine Million Euro an Zinsen

Joachim Uthmann

Bielefeld. Die Stadt wird wie eine Reihe von Gläubigern dem hoch verschuldeten DSC Arminia Bielefeld helfen, wieder auf solidere Füße zu kommen. Der Rat stimmte am Abend dem Vorschlag von Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) zu, dass dem Verein von den aufgelaufenen 3,4 Millionen Euro Schulden ein Drittel erlassen wird.

Im Gegenzug muss der DSC der Stadt aber in Kürze, nach Verkauf des Stadions, die verbleibenden 2,3 Millionen Euro zahlen. Verzichten wird das Rathaus aber auf die Zinsen, die sich über Jahre hinweg auf die gestundeten Beträge summiert haben. Immer wieder hatte die Stadt dem Ersuchen des klammen Vereins nachgegeben, die Zahlung von Grund- und Gewerbesteuern, Darlehen, Restbeträgen für den Kauf des Stadiongrundstücks sowie der Sanierung des Trainingsgeländes aufzuschieben. Der Zinssatz lag bei sechs Prozent.

Erfolgversprechendes Entschuldungskonzept

Die Politiker billigten einmütig den Kompromiss, auch wenn einige nur mit deutlichen Bauchschmerzen zustimmten, wie zu hören war. Es überwog aber die Einschätzung, dass es für die Stadt besser ist, die Hauptforderung endlich zu kassieren, und nur auf die Zinszahlung zu verzichten. Der Rat zeigte sich auch überzeugt, dass das Entschuldungskonzept Arminias erfolgversprechend sei.

Deshalb sei es sinnvoll, dass sich die Stadt in die Reihe der Gläubiger einordne, die teils noch höhere Forderungen nicht mehr geltend machen wollten. Der Rat begrüßt zudem, dass sich bekannte Unternehmen der Region bereit erklärten, das Stadion zu erwerben, und damit die Entschuldungsstrategie des Vereins auf eine gesunde Basis zu stellen. Zu der Käufergruppe zählen Ex-Bertelsmannchef Hartmut Ostrowski, Firmen wie Oetker, Anstoetz und Böllhoff.

Copyright © Mindener Tageblatt 2018
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

2 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

Stadt Bielefeld erlässt Arminia eine Million Euro an ZinsenJoachim UthmannBielefeld. Die Stadt wird wie eine Reihe von Gläubigern dem hoch verschuldeten DSC Arminia Bielefeld helfen, wieder auf solidere Füße zu kommen. Der Rat stimmte am Abend dem Vorschlag von Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) zu, dass dem Verein von den aufgelaufenen 3,4 Millionen Euro Schulden ein Drittel erlassen wird. Im Gegenzug muss der DSC der Stadt aber in Kürze, nach Verkauf des Stadions, die verbleibenden 2,3 Millionen Euro zahlen. Verzichten wird das Rathaus aber auf die Zinsen, die sich über Jahre hinweg auf die gestundeten Beträge summiert haben. Immer wieder hatte die Stadt dem Ersuchen des klammen Vereins nachgegeben, die Zahlung von Grund- und Gewerbesteuern, Darlehen, Restbeträgen für den Kauf des Stadiongrundstücks sowie der Sanierung des Trainingsgeländes aufzuschieben. Der Zinssatz lag bei sechs Prozent. Erfolgversprechendes Entschuldungskonzept Die Politiker billigten einmütig den Kompromiss, auch wenn einige nur mit deutlichen Bauchschmerzen zustimmten, wie zu hören war. Es überwog aber die Einschätzung, dass es für die Stadt besser ist, die Hauptforderung endlich zu kassieren, und nur auf die Zinszahlung zu verzichten. Der Rat zeigte sich auch überzeugt, dass das Entschuldungskonzept Arminias erfolgversprechend sei. Deshalb sei es sinnvoll, dass sich die Stadt in die Reihe der Gläubiger einordne, die teils noch höhere Forderungen nicht mehr geltend machen wollten. Der Rat begrüßt zudem, dass sich bekannte Unternehmen der Region bereit erklärten, das Stadion zu erwerben, und damit die Entschuldungsstrategie des Vereins auf eine gesunde Basis zu stellen. Zu der Käufergruppe zählen Ex-Bertelsmannchef Hartmut Ostrowski, Firmen wie Oetker, Anstoetz und Böllhoff.