Der Geflüchtete hatte sich mit einem Hammer selbst verletzt. - © dpa
Der Geflüchtete hatte sich mit einem Hammer selbst verletzt. (© dpa)

Flüchtling wird nach Selbstverletzung in Psychiatrie behandelt

Jörg Stuke

Bad Oeynhausen (nw). Der 30-jährige Mann aus Pakistan, der sich in der Flüchtlingsunterkunft an der Mindener Straße mit einem Hammer selbst schwer verletzte, wurde noch am Mittwoch im Mindener Wesling-Klinikum operiert. Das berichtet der Pressesprecher der Stadt, Volker Müller-Ulrich. „Anschließend wurde er in die psychiatrische Fachklinik in Lübbecke gebracht“, so Müller-Ulrich weiter. Der Pakistaner sei bereits früher schon in psychiatrischer Behandlung gewesen. „Deshalb gehen wir davon aus, dass seine psychische Erkrankung auch Auslöser des Vorfalls am Mittwoch war“, sagt Müller-Ulrich.

Wie berichtet, hatte der 30-Jährige sich selbst mit einem Hammer offenbar absichtlich schwere Verletzungen, unter anderem stark blutende Kopfwunden, beigebracht. Der Hausmeister des sogenannten Containerdorfes habe die Rettungswache alarmiert, berichtet Müller-Ulrich. Doch der Verletzte lehnte jede ärztliche Behandlung ab, schloss sich stattdessen mit einem Messer bewaffnet in seinem Zimmer ein. Erst durch den Einsatz eines Sonderkommandos der Polizei aus Bielefeld konnte der Mann ins Krankenhaus gebracht werden. Wie Müller-Ulrich erklärt, sei der Asylantrag des Pakistaners zwar abgelehnt worden, er sei aber in Deutschland geduldet. „Ihm drohte keine Abschiebung“, sagt der Stadtsprecher.

Im Gegenteil: „Seine Prognose war gut. Er stand kurz davor, einen Job zu bekommen“, so Müller-Ulrich. Eine Sozialarbeiterin der Stadt habe ihn betreut.

„Wir gehen hier von einem tragischen Unglücksfall aus, das durch die Erkrankung des Betroffenen bedingt ist“, so Müller-Ulrich. Der Flüchtling habe in einem Modulhaus in der Unterkunft an der Mindener Straße gewohnt. „Die Wohnsituation dort ist derzeit entspannt“, sagt Müller-Ulrich. Insgesamt seien derzeit rund 40 Personen in der Flüchtlingsunterkunft untergebracht, die theoretisch gut 160 Personen Raum bieten würde. Alle Bewohner seien dort entweder einzeln mit eigenem Zimmer oder in Familienverbänden untergebracht.

Zudem versuche die Stadt, den Bewohnern in der Flüchtlingsunterkunft das Leben dort so angenehm wie möglich zu machen, versichert der Stadtsprecher. „So haben wir den Weg ins Stadion geöffnet, so dass sich die Bewohner dort auch mal ein kühleres, schattiges Plätzchen suchen oder gemeinsam grillen können.“

Im übrigen sei geplant, die Unterkunft durch ein weiteres Modulhaus zu ergänzen, das barrierefrei ist. „Dort könnten wir dann auch Flüchtlinge mit Behinderungen oder auch Kriegsverletzungen unterbringen“, sagt Müller-Ulrich. Dort seien auch Räume für die Sozialarbeiter und ein Gruppenraum, zum Beispiel für Sprachkurse, vorgesehen. Das Haus soll 475.000 Euro kosten, der Bau wurde bereits beauftragt. „Im Frühjahr 2019 soll es bezugsfertig sein“, so Müller-Ulrich.

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Flüchtling wird nach Selbstverletzung in Psychiatrie behandeltJörg StukeBad Oeynhausen (nw). Der 30-jährige Mann aus Pakistan, der sich in der Flüchtlingsunterkunft an der Mindener Straße mit einem Hammer selbst schwer verletzte, wurde noch am Mittwoch im Mindener Wesling-Klinikum operiert. Das berichtet der Pressesprecher der Stadt, Volker Müller-Ulrich. „Anschließend wurde er in die psychiatrische Fachklinik in Lübbecke gebracht“, so Müller-Ulrich weiter. Der Pakistaner sei bereits früher schon in psychiatrischer Behandlung gewesen. „Deshalb gehen wir davon aus, dass seine psychische Erkrankung auch Auslöser des Vorfalls am Mittwoch war“, sagt Müller-Ulrich. Wie berichtet, hatte der 30-Jährige sich selbst mit einem Hammer offenbar absichtlich schwere Verletzungen, unter anderem stark blutende Kopfwunden, beigebracht. Der Hausmeister des sogenannten Containerdorfes habe die Rettungswache alarmiert, berichtet Müller-Ulrich. Doch der Verletzte lehnte jede ärztliche Behandlung ab, schloss sich stattdessen mit einem Messer bewaffnet in seinem Zimmer ein. Erst durch den Einsatz eines Sonderkommandos der Polizei aus Bielefeld konnte der Mann ins Krankenhaus gebracht werden. Wie Müller-Ulrich erklärt, sei der Asylantrag des Pakistaners zwar abgelehnt worden, er sei aber in Deutschland geduldet. „Ihm drohte keine Abschiebung“, sagt der Stadtsprecher. Im Gegenteil: „Seine Prognose war gut. Er stand kurz davor, einen Job zu bekommen“, so Müller-Ulrich. Eine Sozialarbeiterin der Stadt habe ihn betreut. „Wir gehen hier von einem tragischen Unglücksfall aus, das durch die Erkrankung des Betroffenen bedingt ist“, so Müller-Ulrich. Der Flüchtling habe in einem Modulhaus in der Unterkunft an der Mindener Straße gewohnt. „Die Wohnsituation dort ist derzeit entspannt“, sagt Müller-Ulrich. Insgesamt seien derzeit rund 40 Personen in der Flüchtlingsunterkunft untergebracht, die theoretisch gut 160 Personen Raum bieten würde. Alle Bewohner seien dort entweder einzeln mit eigenem Zimmer oder in Familienverbänden untergebracht. Zudem versuche die Stadt, den Bewohnern in der Flüchtlingsunterkunft das Leben dort so angenehm wie möglich zu machen, versichert der Stadtsprecher. „So haben wir den Weg ins Stadion geöffnet, so dass sich die Bewohner dort auch mal ein kühleres, schattiges Plätzchen suchen oder gemeinsam grillen können.“ Im übrigen sei geplant, die Unterkunft durch ein weiteres Modulhaus zu ergänzen, das barrierefrei ist. „Dort könnten wir dann auch Flüchtlinge mit Behinderungen oder auch Kriegsverletzungen unterbringen“, sagt Müller-Ulrich. Dort seien auch Räume für die Sozialarbeiter und ein Gruppenraum, zum Beispiel für Sprachkurse, vorgesehen. Das Haus soll 475.000 Euro kosten, der Bau wurde bereits beauftragt. „Im Frühjahr 2019 soll es bezugsfertig sein“, so Müller-Ulrich.