Claudia Dreier schließt ihren Kostümverleih für immer. NW- - © Foto: Nicole Sielermann
Claudia Dreier schließt ihren Kostümverleih für immer. NW- (© Foto: Nicole Sielermann)

"Klimbim": Oeynhauser Kostümverleih schließt für immer

Nicole Sielermann

Bad Oeynhausen (nw). Es ist schon ein bisschen Wehmut dabei, wenn Claudia Dreier über den Abschied spricht. In den nächsten Wochen will sie die Auflösung des Kostümverleihs „Klimbim" abwickeln. Noch reihen sich rosa Flamingos ein in die Riege klassischer Dirndl, eleganter Barockkleider und bunter Perücken. Rund 11.000 Artikel möchte Claudia Dreier beim Räumungsverkauf in neue Hände geben.

Vor rund 18 Jahren haben Claudia und Dirk Dreier aus einer Laune heraus mit dem Verleihen von Kostümen begonnen. „Ich komme gebürtig aus Hagen und war dort sehr im Karneval aktiv – da ist die Familie zwangsläufig infiziert worden", erzählt Claudia Dreier. Und so entstand über die Jahre ein stattlicher Fundus an Kostümen. Irgendwann dann kam die Idee, die nebenbei zu verleihen. Aus dem Nebenbei wurde in den vergangenen Jahren ein großes Unternehmen. Zu groß, wie Claudia Dreier feststellt. Die Halle, die Dreiers vor sechs Jahren neu im Eidinghausener Industriegebiet gebaut haben, misst rund 1.000 Quadratmeter – und steht derzeit zum Verkauf.

Denn nun ist Schluss. Aus vielen verschiedenen Gründen, wie Claudia Dreier sagt. Zum einen weil die Halle zu groß und dadurch zu unpersönlich sei, zum anderen, weil sie in ihren alten Beruf als Technische Zeichnerin zurückkehrt.

Und auch weil ihr Mann neben seinem Hauptjob einfach nicht mehr noch im Verleih helfen kann. „Zudem hat sich die Gesellschaft in den vergangenen Jahren verändert", sagt Dreier. Weniger Feste, andere Erwartungen. „Der Online-Handel macht allen Einzelhändlern zu schaffen – auch den Kostümverleihern." Für die vielen Stammkunden tut es der Chefin leid: „Aber wir wollen und können es so nicht mehr halten."

Leicht fällt der Chefin die Aufgabe nicht. „Ich habe den Karneval im Blut", sagt sie. Sie sei damit groß geworden. „Das tut schon weh, sich von all dem zu trennen." Behalten will sie trotzdem keines der Kostüme. „Dann müsste ich den halben Laden mitnehmen", sagt sie lachend.

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"Klimbim": Oeynhauser Kostümverleih schließt für immerNicole SielermannBad Oeynhausen (nw). Es ist schon ein bisschen Wehmut dabei, wenn Claudia Dreier über den Abschied spricht. In den nächsten Wochen will sie die Auflösung des Kostümverleihs „Klimbim" abwickeln. Noch reihen sich rosa Flamingos ein in die Riege klassischer Dirndl, eleganter Barockkleider und bunter Perücken. Rund 11.000 Artikel möchte Claudia Dreier beim Räumungsverkauf in neue Hände geben. Vor rund 18 Jahren haben Claudia und Dirk Dreier aus einer Laune heraus mit dem Verleihen von Kostümen begonnen. „Ich komme gebürtig aus Hagen und war dort sehr im Karneval aktiv – da ist die Familie zwangsläufig infiziert worden", erzählt Claudia Dreier. Und so entstand über die Jahre ein stattlicher Fundus an Kostümen. Irgendwann dann kam die Idee, die nebenbei zu verleihen. Aus dem Nebenbei wurde in den vergangenen Jahren ein großes Unternehmen. Zu groß, wie Claudia Dreier feststellt. Die Halle, die Dreiers vor sechs Jahren neu im Eidinghausener Industriegebiet gebaut haben, misst rund 1.000 Quadratmeter – und steht derzeit zum Verkauf. Denn nun ist Schluss. Aus vielen verschiedenen Gründen, wie Claudia Dreier sagt. Zum einen weil die Halle zu groß und dadurch zu unpersönlich sei, zum anderen, weil sie in ihren alten Beruf als Technische Zeichnerin zurückkehrt. Und auch weil ihr Mann neben seinem Hauptjob einfach nicht mehr noch im Verleih helfen kann. „Zudem hat sich die Gesellschaft in den vergangenen Jahren verändert", sagt Dreier. Weniger Feste, andere Erwartungen. „Der Online-Handel macht allen Einzelhändlern zu schaffen – auch den Kostümverleihern." Für die vielen Stammkunden tut es der Chefin leid: „Aber wir wollen und können es so nicht mehr halten." Leicht fällt der Chefin die Aufgabe nicht. „Ich habe den Karneval im Blut", sagt sie. Sie sei damit groß geworden. „Das tut schon weh, sich von all dem zu trennen." Behalten will sie trotzdem keines der Kostüme. „Dann müsste ich den halben Laden mitnehmen", sagt sie lachend.