Das Werk der Harting-Technologiegruppe in Rahden. - © Joern Spreen-Ledebur
Das Werk der Harting-Technologiegruppe in Rahden. (© Joern Spreen-Ledebur)

Harting beantragt Genehmigung für fünf Jahre Sonntagsarbeit

Joern Spreen-Ledebur

Klare Ansage: Gewerkschafter befragten Harting-Mitarbeiter wegen der möglichen Sonntagsarbeit. Es zeichne sich eine klare Ablehnung ab, so die IG Metall. - © Klaus Frensing
Klare Ansage: Gewerkschafter befragten Harting-Mitarbeiter wegen der möglichen Sonntagsarbeit. Es zeichne sich eine klare Ablehnung ab, so die IG Metall. (© Klaus Frensing)

Espelkamp (nw). Die Espelkamper Harting-Technologiegruppe hat für die Bereiche Electronics und Electric einen Antrag auf Sonntagsarbeit gestellt. Über den Antrag muss die Bezirksregierung in Detmold entscheiden. Nach Angaben der Industriegewerkschaft Metall soll die Sonntagsarbeit für die nächsten fünf Jahre beantragt worden sein.

Davon betroffen wären nach Angaben von Lutz Schäffer von der IG Metall aus Minden rund 50 Mitarbeiter bei Harting Electronics und rund 200 Mitarbeiter bei Harting Electric. Die Gewerkschafter haben nun vor dem Harting-Werk die Mitarbeiter beider Bereiche nach ihrer Meinung zur möglichen Sonntagsarbeit gefragt.

Gewerkschaft: Ablehnung bei meisten Mitarbeitern

Der Rücklauf der Umfrage dauert nach Angaben von Lutz Schäffer noch an. Tenor der bisherigen Rückmeldungen sei aber, dass die Sonn- und Feiertage den Mitarbeitern für das Familienleben wichtig seien. Eine Sonntagsarbeit werde das beeinträchtigen. Es zeichne sich eine klare Mehrheit in den Reihen der Mitarbeiter gegen eine Sonntagsarbeit ab, meinte Schäffer.

Welche Gründe haben das Unternehmen bewogen, für Harting Electric und für Harting Electronics die Sonntagsarbeit zu beantragen? "Grund für die Überlegungen sind der sehr gute Auftragseingang und die immer volatileren Märkte", antwortete dazu Andreas Conrad, Vorstand Operations mit Blick auf in Bewegung befindliche, sprunghafte Märkte.

"Halten uns strikt an gesetzliche Grundlagen"

Im Kalenderjahr 2017 wurden laut Conrad bei der Harting Electric an sieben Sonn- und Feiertagen und bei der Harting Electronics an fünf Sonn- und Feiertagen gearbeitet. Um generell die Möglichkeit zur Sonntagsarbeit zu haben, benötige Harting sowohl die Genehmigung der Bezirksregierung als auch die Zustimmung der Betriebsräte.

Da es in der deutschen Wirtschaft nicht unüblich sei, eine zeitlich befristete Vorratsgenehmigung einzuholen, habe der Vorstand Operations entschieden, "die Vorratsgenehmigung für die beiden Gesellschaften Harting Electric und Harting Electronics zu beantragen". Damit sei noch keine Aussage getroffen, wie oft und in welchem Umfang sonntags gearbeitet werde, so Andreas Conrad. "Bei der Sonntagsarbeit halten wir uns strikt an die gesetzlichen Grundlagen."

Wie viele Beschäftigte davon betroffen sind? In dem Antrag an die Bezirksregierung Detmold hat Harting nach eigenen Angaben angegeben, dass die Planungen des Unternehmens davon ausgehen, dass maximal 50 Mitarbeitende bei der Harting Electronics und maximal 200 Mitarbeiter bei der Harting Electric an den geplanten Sonntagen arbeiten, so Andreas Conrad auf NW-Anfrage.

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Harting beantragt Genehmigung für fünf Jahre SonntagsarbeitJoern Spreen-LedeburEspelkamp (nw). Die Espelkamper Harting-Technologiegruppe hat für die Bereiche Electronics und Electric einen Antrag auf Sonntagsarbeit gestellt. Über den Antrag muss die Bezirksregierung in Detmold entscheiden. Nach Angaben der Industriegewerkschaft Metall soll die Sonntagsarbeit für die nächsten fünf Jahre beantragt worden sein. Davon betroffen wären nach Angaben von Lutz Schäffer von der IG Metall aus Minden rund 50 Mitarbeiter bei Harting Electronics und rund 200 Mitarbeiter bei Harting Electric. Die Gewerkschafter haben nun vor dem Harting-Werk die Mitarbeiter beider Bereiche nach ihrer Meinung zur möglichen Sonntagsarbeit gefragt. Gewerkschaft: Ablehnung bei meisten Mitarbeitern Der Rücklauf der Umfrage dauert nach Angaben von Lutz Schäffer noch an. Tenor der bisherigen Rückmeldungen sei aber, dass die Sonn- und Feiertage den Mitarbeitern für das Familienleben wichtig seien. Eine Sonntagsarbeit werde das beeinträchtigen. Es zeichne sich eine klare Mehrheit in den Reihen der Mitarbeiter gegen eine Sonntagsarbeit ab, meinte Schäffer. Welche Gründe haben das Unternehmen bewogen, für Harting Electric und für Harting Electronics die Sonntagsarbeit zu beantragen? "Grund für die Überlegungen sind der sehr gute Auftragseingang und die immer volatileren Märkte", antwortete dazu Andreas Conrad, Vorstand Operations mit Blick auf in Bewegung befindliche, sprunghafte Märkte. "Halten uns strikt an gesetzliche Grundlagen" Im Kalenderjahr 2017 wurden laut Conrad bei der Harting Electric an sieben Sonn- und Feiertagen und bei der Harting Electronics an fünf Sonn- und Feiertagen gearbeitet. Um generell die Möglichkeit zur Sonntagsarbeit zu haben, benötige Harting sowohl die Genehmigung der Bezirksregierung als auch die Zustimmung der Betriebsräte. Da es in der deutschen Wirtschaft nicht unüblich sei, eine zeitlich befristete Vorratsgenehmigung einzuholen, habe der Vorstand Operations entschieden, "die Vorratsgenehmigung für die beiden Gesellschaften Harting Electric und Harting Electronics zu beantragen". Damit sei noch keine Aussage getroffen, wie oft und in welchem Umfang sonntags gearbeitet werde, so Andreas Conrad. "Bei der Sonntagsarbeit halten wir uns strikt an die gesetzlichen Grundlagen." Wie viele Beschäftigte davon betroffen sind? In dem Antrag an die Bezirksregierung Detmold hat Harting nach eigenen Angaben angegeben, dass die Planungen des Unternehmens davon ausgehen, dass maximal 50 Mitarbeitende bei der Harting Electronics und maximal 200 Mitarbeiter bei der Harting Electric an den geplanten Sonntagen arbeiten, so Andreas Conrad auf NW-Anfrage.