Migranten beleidigt, Polizisten geschlagen - Bielefelder rastet in Stadtbahn aus

Nils Middelhauve

Ein 51-jähriger Bielefelder ist in der Stadtbahn vollkommen ausgerastet, hat drei dunkelhäutige Männer beleidigt und einem Polizisten einen Faustschlag verpasst. - © Symbolfoto NW
Ein 51-jähriger Bielefelder ist in der Stadtbahn vollkommen ausgerastet, hat drei dunkelhäutige Männer beleidigt und einem Polizisten einen Faustschlag verpasst. (© Symbolfoto NW)

Bielefeld. Erst gab es Beleidigungen, dann Schläge – zu schlechter Letzt sogar gegen einen hinzugerufenen Polizeibeamten: Das Amtsgericht folgte gestern dem Antrag von Oberamtsanwalt Guido Hartmann und verurteilte einen 51-jährigen Mann aus Bielefeld unter anderem wegen Volksverhetzung, Beleidigung, vorsätzlicher Körperverletzung sowie Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte zu einer Geldstrafe von 2.700 Euro.

Am 25. März stieg Boris J. (Name geändert) gegen 23.40 Uhr am Hauptbahnhof in die Stadtbahn mit Fahrtrichtung Milse ein. Während der Fahrt störte sich der bislang nicht vorbestrafte, aber an jenem Abend durchaus alkoholisierte Angeklagte offenbar an der Gegenwart von drei dunkelhäutigen Männern.

Vor dunkelhäutigen Männern ausgespuckt

Er spuckte mehrfach vor diesen auf den Boden, machte schließlich einen Kontrolleur auf die Gruppe aufmerksam – man möge doch bitte prüfen, ob jene Herrschaften einen Fahrausweis hätten. Möglicherweise fasste J. es als persönliche Niederlage auf, dass die drei jungen Männer alle ein gültiges Ticket vorweisen konnten. Als er in Baumheide die Bahn verließ, sagte er, für die anwesenden Fahrgäste gut hörbar, „Germany is paradise for niggers".

Was genau passierte, ist nicht mehr aufzuklären

Diese Beleidigung wollten nun ihrerseits die drei derart titulierten Männer nicht auf sich sitzen lassen und folgten dem Angeklagten. Während sie hinter ihm hergingen, verständigten sie telefonisch die Polizei. Was exakt in den darauf folgenden Minuten geschah, ließ sich in der Verhandlung nicht mehr aufklären.

Fest steht, dass es zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Angeklagten und einem 20-jährigen Mann aus der ihm folgenden Gruppe gab. Als schließlich Polizeibeamte lautstark auf sich aufmerksam machten, rannte J. zunächst davon. Dabei geriet er jedoch ins Straucheln und schlug einem hinzueilenden Beamten mit der Faust ins Gesicht.

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Migranten beleidigt, Polizisten geschlagen - Bielefelder rastet in Stadtbahn ausNils MiddelhauveBielefeld. Erst gab es Beleidigungen, dann Schläge – zu schlechter Letzt sogar gegen einen hinzugerufenen Polizeibeamten: Das Amtsgericht folgte gestern dem Antrag von Oberamtsanwalt Guido Hartmann und verurteilte einen 51-jährigen Mann aus Bielefeld unter anderem wegen Volksverhetzung, Beleidigung, vorsätzlicher Körperverletzung sowie Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte zu einer Geldstrafe von 2.700 Euro. Am 25. März stieg Boris J. (Name geändert) gegen 23.40 Uhr am Hauptbahnhof in die Stadtbahn mit Fahrtrichtung Milse ein. Während der Fahrt störte sich der bislang nicht vorbestrafte, aber an jenem Abend durchaus alkoholisierte Angeklagte offenbar an der Gegenwart von drei dunkelhäutigen Männern. Vor dunkelhäutigen Männern ausgespuckt Er spuckte mehrfach vor diesen auf den Boden, machte schließlich einen Kontrolleur auf die Gruppe aufmerksam – man möge doch bitte prüfen, ob jene Herrschaften einen Fahrausweis hätten. Möglicherweise fasste J. es als persönliche Niederlage auf, dass die drei jungen Männer alle ein gültiges Ticket vorweisen konnten. Als er in Baumheide die Bahn verließ, sagte er, für die anwesenden Fahrgäste gut hörbar, „Germany is paradise for niggers". Was genau passierte, ist nicht mehr aufzuklären Diese Beleidigung wollten nun ihrerseits die drei derart titulierten Männer nicht auf sich sitzen lassen und folgten dem Angeklagten. Während sie hinter ihm hergingen, verständigten sie telefonisch die Polizei. Was exakt in den darauf folgenden Minuten geschah, ließ sich in der Verhandlung nicht mehr aufklären. Fest steht, dass es zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Angeklagten und einem 20-jährigen Mann aus der ihm folgenden Gruppe gab. Als schließlich Polizeibeamte lautstark auf sich aufmerksam machten, rannte J. zunächst davon. Dabei geriet er jedoch ins Straucheln und schlug einem hinzueilenden Beamten mit der Faust ins Gesicht.