In Porta Westfalica fehlen bezahlbare Kleinwohnungen für Senioren Großes Interesse, keine Investoren / "Bedarf ist enorm" Von Stefan Lyrath Porta Westfalica-Eisbergen (Ly). Versprochen ist versprochen: Fritz-Günter Vogt, Vorsitzender des Bezirksausschusses, hat sein Wort gegeben, für kleine, seniorengerechte Wohnungen in Eisbergen zu sorgen. Unterstützung kommt von Parteifreund Dieter Lichte, früher stellvertretender Bürgermeister. Beide Männer haben erkannt: "In Porta Westfalica müssen dringend bezahlbare Wohnungen gebaut werden." Ähnlich sieht es Bürgermeister Stephan Böhme, der Mitte April beim Wirtschaftstreffen in Holtrup um Investoren geworben hat.Lichte, der im Hauptberuf Schornsteinfegermeister war, kann sich mit dem Rentnerdasein nicht so recht anfreunden. Seit dem Ruhestand mischt der Kleinenbremer nicht nur in der Firma seines Sohnes Tim mit. Er ist außerdem Berater für Energieplanungen bei einer Immobilienfirma, die sich auf Projekte für barrierefreies Wohnen spezialisiert hat.Das Baugebiet gilt als FiletstückIn Eisbergen kümmert sich Lichte um das Baugebiet an der Schule, wo bis 60 Wohneinheiten geplant sind, verteilt auf zwölf Baukörper und möglichst seniorengerecht. Wie viele davon Kleinwohnungen sein werden, muss sich zeigen."Bei kleinen Wohnungen sind die Mieten tragbar, die Nebenkosten erst recht", sagt Lichte. Vorgesehen sind in Eisbergen Nahwärmeversorgung mit Pelletheizung sowie ein Blockheizkraftwerk. Ein Pflegedienst ist ebenfalls im Gespräch.In der Masse sollen Mehrfamilienhäuser entstehen, dazu einige Einfamilienhäuser. Fritz-Günter Vogt könnte sich vorstellen, dass es noch in diesem Jahr zum ersten Spatenstich kommt. "Das Baugebiet gilt als Filetstück und wird auf jeden Fall voll", glaubt Vogt."Dennoch", so Lichte, "verläuft die Sache nicht zufriedenstellend." Der Grund: Für die dringend benötigten Kleinwohnungen um 60 Quadratmeter gebe es keine Kapitalgeber, gleichzeitig aber viele (Miet-)Anfragen. "Wir wünschen uns Investoren, die solche Wohnungen erstellen lassen, zumal diese später leicht vermietet werden können", rührt der Kleinenbremer die Werbetrommel."Der Bedarf ist enorm", stellt er nach drei Bürgerversammlungen fest. Mehr als 20 zumeist ältere Einwohner hätten spontanes Interesse an einer Kleinwohnung gezeigt. Das dürfte auch an der günstigen Infrastruktur liegen. "Ärztehaus, Café, Supermarkt - alles ist auf kurzen Wegen zu erreichen", sagt Vogt.Gründung einer Beteiligungsgesellschaft?Nach Lichtes Erfahrungen wollen die meisten Investoren entweder selbst dort wohnen oder zunächst vermieten, um dann im Alter einzuziehen. Das Problem: "Die Käufer gehen von eigenen Erwartungen aus. Sie möchten überwiegend Wohnungen zwischen 90 und 110 Quadratmetern."Lichte und Vogt überlegen sogar, eine Beteiligungsgesellschaft zu gründen, falls nicht genügend Kapitalgeber für kleinere Wohnungen zu finden sind. Dies hätte den Vorteil, dass Interessenten eine Beteiligung an einem Mehrfamilienhaus kaufen können, ohne gleich eine ganze Wohnung nehmen zu müssen.Für Dieter Lichte und Fritz-Günter Vogt steht fest, dass ein Mangel an kleineren Wohnungen zu Abwanderungen führen könnte. Ältere Menschen könnten ihre zu großen Altimmobilien nicht mehr halten oder bearbeiten. Der demografische Wandel, wonach die Bevölkerung schrumpft und gleichzeitig im Schnitt älter wird, macht es nicht besser.

In Porta Westfalica fehlen bezahlbare Kleinwohnungen für Senioren

Porta Westfalica-Eisbergen (Ly). Versprochen ist versprochen: Fritz-Günter Vogt, Vorsitzender des Bezirksausschusses, hat sein Wort gegeben, für kleine, seniorengerechte Wohnungen in Eisbergen zu sorgen.

Großes Interesse, keine Investoren - © PORTA
Großes Interesse, keine Investoren - © PORTA

Unterstützung kommt von Parteifreund Dieter Lichte, früher stellvertretender Bürgermeister. Beide Männer haben erkannt: "In Porta Westfalica müssen dringend bezahlbare Wohnungen gebaut werden." Ähnlich sieht es Bürgermeister Stephan Böhme, der Mitte April beim Wirtschaftstreffen in Holtrup um Investoren geworben hat.

Lichte, der im Hauptberuf Schornsteinfegermeister war, kann sich mit dem Rentnerdasein nicht so recht anfreunden. Seit dem Ruhestand mischt der Kleinenbremer nicht nur in der Firma seines Sohnes Tim mit. Er ist außerdem Berater für Energieplanungen bei einer Immobilienfirma, die sich auf Projekte für barrierefreies Wohnen spezialisiert hat.

Das Baugebiet gilt als Filetstück

Es läuft nicht alles nach Plan: Fritz-Günter Vogt (l.) und Dieter Lichte vor dem künftigen Baugebiet neben der Eisberger Schule. - © Foto: Stefan Lyrath
Es läuft nicht alles nach Plan: Fritz-Günter Vogt (l.) und Dieter Lichte vor dem künftigen Baugebiet neben der Eisberger Schule. - © Foto: Stefan Lyrath

In Eisbergen kümmert sich Lichte um das Baugebiet an der Schule, wo bis 60 Wohneinheiten geplant sind, verteilt auf zwölf Baukörper und möglichst seniorengerecht. Wie viele davon Kleinwohnungen sein werden, muss sich zeigen.

"Bei kleinen Wohnungen sind die Mieten tragbar, die Nebenkosten erst recht", sagt Lichte. Vorgesehen sind in Eisbergen Nahwärmeversorgung mit Pelletheizung sowie ein Blockheizkraftwerk. Ein Pflegedienst ist ebenfalls im Gespräch.

In der Masse sollen Mehrfamilienhäuser entstehen, dazu einige Einfamilienhäuser. Fritz-Günter Vogt könnte sich vorstellen, dass es noch in diesem Jahr zum ersten Spatenstich kommt. "Das Baugebiet gilt als Filetstück und wird auf jeden Fall voll", glaubt Vogt.

"Dennoch", so Lichte, "verläuft die Sache nicht zufriedenstellend." Der Grund: Für die dringend benötigten Kleinwohnungen um 60 Quadratmeter gebe es keine Kapitalgeber, gleichzeitig aber viele (Miet-)Anfragen. "Wir wünschen uns Investoren, die solche Wohnungen erstellen lassen, zumal diese später leicht vermietet werden können", rührt der Kleinenbremer die Werbetrommel.

"Der Bedarf ist enorm", stellt er nach drei Bürgerversammlungen fest. Mehr als 20 zumeist ältere Einwohner hätten spontanes Interesse an einer Kleinwohnung gezeigt. Das dürfte auch an der günstigen Infrastruktur liegen. "Ärztehaus, Café, Supermarkt - alles ist auf kurzen Wegen zu erreichen", sagt Vogt.

Gründung einer Beteiligungsgesellschaft?

Nach Lichtes Erfahrungen wollen die meisten Investoren entweder selbst dort wohnen oder zunächst vermieten, um dann im Alter einzuziehen. Das Problem: "Die Käufer gehen von eigenen Erwartungen aus. Sie möchten überwiegend Wohnungen zwischen 90 und 110 Quadratmetern."

Lichte und Vogt überlegen sogar, eine Beteiligungsgesellschaft zu gründen, falls nicht genügend Kapitalgeber für kleinere Wohnungen zu finden sind. Dies hätte den Vorteil, dass Interessenten eine Beteiligung an einem Mehrfamilienhaus kaufen können, ohne gleich eine ganze Wohnung nehmen zu müssen.

Für Dieter Lichte und Fritz-Günter Vogt steht fest, dass ein Mangel an kleineren Wohnungen zu Abwanderungen führen könnte. Ältere Menschen könnten ihre zu großen Altimmobilien nicht mehr halten oder bearbeiten. Der demografische Wandel, wonach die Bevölkerung schrumpft und gleichzeitig im Schnitt älter wird, macht es nicht besser.

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