Firma Bernstein entwickelt Handdesinfektionssäule Thomas Lieske Porta Westfalica-Hausberge. Die Idee kam Nicole Bernstein aus dem Vorstand der gleichnamigen Firma in Hausberge zu Hause auf dem Sofa. Schnell eine WhatsApp-Nachricht an die Kollegin getippt – dann dauerte es gerade einmal 14 Tage, bis die Handdesinfektionssäule marktreif ist. Produktzeichnungen, Besprechungen, Vermarktungsstrategie und eine präzise Vorlage für die maschinengesteuerte Produktion – die simpel, aber elegant aussehende Säule sei anspruchsvoll herzustellen, betont Oliver Kossmann. Die Bauteile stammen aus dem Industriebereich. Dennoch habe Bernstein auch einen gewissen Anspruch an Eleganz. Mittlerweile sei die Nachfrage deutschlandweit hoch. Bahn, Kaufhausketten, aber auch viele Einzelabnehmer wie Arztpraxen hätten sich bereits gemeldet, freut sich Nicole Bernstein. Das Prinzip der Säule ist einfach: Ein fester Standfuß aus Stahl verleiht ihr guten Halt. Die Spender mit Desinfektionsmittel, die fest an einem Memoboard für Hinweiszettel befestigt sind, gibt es in zwei Varianten: zum manuellen Drücken und mit Sensortechnik. Auf Letztere hat sich die Bernstein AG mit Sitzen in Porta, Hille-Hartum, Ungarn und China sowieso spezialisiert. Auch Gehäuse und Gehäusetechnik steht auf dem Produktionsplan des Unternehmens. Nun ist das Know-how in die Entwicklung des neuen Produkts geflossen. „Wie andere, sind auch wir in der Krise aktiv geworden“, erklärt Bernstein. Die Desinfektionssäulen sind nicht ganz günstig. „Klar, man kann sich so etwas auch selbst basteln“, sagt Kossmann. Die Frage sei, wie lange das dann halte. „Ich glaube nicht, dass es eine Zeit nach Corona geben wird“, sagt Nicole Bernstein. „Deshalb werden wir vermutlich auch dauerhaft unsere Hände desinfizieren.“ Genau dafür sei die Säule, die die Portaner Firma entwickelt hat, auch ausgelegt. Im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern könnten Kunden auch geringe Stückzahlen bestellen. Dafür hat das Unternehmen mittlerweile einen eigenen Webshop angelegt. Auch Einzelbestellungen seien möglich – ab zehn Säulen? können die Kunden individuelle Farbwünsche äußern. In der Entwurfsphase hat sich die Firma von einem Hals-Nasen-Ohrenarzt beraten lassen. „Er konnte uns praxisnahe Tipps geben, wie die Säule am besten konstruiert werden sollte“, freut sich Nicole Bernstein. Und noch etwas ist ihr und dem Team wichtig: Alle Bauteile der Desinfektionssäule stammen aus Ostwestfalen-Lippe. „Aus der Region für die Region“, sagt Bernstein. Es sei wichtig, gerade in Krisenzeiten die lokalen Unternehmer und Lieferanten zu unterstützen. Die Desinfektionssäule könne beliebig in ihrer Funktion erweitert werden. Mittlerweile arbeitet das Bernsteinteam für eine Warenhauskette an einer Säule, die nicht nur Desinfektionsmittel spendet, sondern gleichzeitig auch die ein- und ausgehenden Kunden zählt. Per Ampelsystem können andere so sehen, ob schon zu viele Kunden im Markt sind oder noch Platz ist. Doch das Produkt sei noch nicht fertiggestellt. Derzeit steht ein Prototyp in der Ausstellungshalle in Hausberge. Womöglich demnächst zusammen mit weiteren Ideen aus der Corona-Krise. Der Autor ist erreichbar unter Thomas.Lieske@MT.de

Firma Bernstein entwickelt Handdesinfektionssäule

Oliver Kossmann (von links), Nicole Bernstein und Sarah Lüker-Köhn haben mittlerweile alle Hände voll zu tun, um die vielen Anfragen zur neuen Desinfektionssäule zu bearbeiten. MT-Foto: Thomas Lieske © lieske

Porta Westfalica-Hausberge. Die Idee kam Nicole Bernstein aus dem Vorstand der gleichnamigen Firma in Hausberge zu Hause auf dem Sofa. Schnell eine WhatsApp-Nachricht an die Kollegin getippt – dann dauerte es gerade einmal 14 Tage, bis die Handdesinfektionssäule marktreif ist.

Produktzeichnungen, Besprechungen, Vermarktungsstrategie und eine präzise Vorlage für die maschinengesteuerte Produktion – die simpel, aber elegant aussehende Säule sei anspruchsvoll herzustellen, betont Oliver Kossmann. Die Bauteile stammen aus dem Industriebereich. Dennoch habe Bernstein auch einen gewissen Anspruch an Eleganz. Mittlerweile sei die Nachfrage deutschlandweit hoch. Bahn, Kaufhausketten, aber auch viele Einzelabnehmer wie Arztpraxen hätten sich bereits gemeldet, freut sich Nicole Bernstein.

Das Prinzip der Säule ist einfach: Ein fester Standfuß aus Stahl verleiht ihr guten Halt. Die Spender mit Desinfektionsmittel, die fest an einem Memoboard für Hinweiszettel befestigt sind, gibt es in zwei Varianten: zum manuellen Drücken und mit Sensortechnik. Auf Letztere hat sich die Bernstein AG mit Sitzen in Porta, Hille-Hartum, Ungarn und China sowieso spezialisiert. Auch Gehäuse und Gehäusetechnik steht auf dem Produktionsplan des Unternehmens. Nun ist das Know-how in die Entwicklung des neuen Produkts geflossen. „Wie andere, sind auch wir in der Krise aktiv geworden“, erklärt Bernstein.

Die Desinfektionssäulen sind nicht ganz günstig. „Klar, man kann sich so etwas auch selbst basteln“, sagt Kossmann. Die Frage sei, wie lange das dann halte. „Ich glaube nicht, dass es eine Zeit nach Corona geben wird“, sagt Nicole Bernstein. „Deshalb werden wir vermutlich auch dauerhaft unsere Hände desinfizieren.“ Genau dafür sei die Säule, die die Portaner Firma entwickelt hat, auch ausgelegt.

Im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern könnten Kunden auch geringe Stückzahlen bestellen. Dafür hat das Unternehmen mittlerweile einen eigenen Webshop angelegt. Auch Einzelbestellungen seien möglich – ab zehn Säulen? können die Kunden individuelle Farbwünsche äußern.

In der Entwurfsphase hat sich die Firma von einem Hals-Nasen-Ohrenarzt beraten lassen. „Er konnte uns praxisnahe Tipps geben, wie die Säule am besten konstruiert werden sollte“, freut sich Nicole Bernstein. Und noch etwas ist ihr und dem Team wichtig: Alle Bauteile der Desinfektionssäule stammen aus Ostwestfalen-Lippe. „Aus der Region für die Region“, sagt Bernstein. Es sei wichtig, gerade in Krisenzeiten die lokalen Unternehmer und Lieferanten zu unterstützen.

Die Desinfektionssäule könne beliebig in ihrer Funktion erweitert werden. Mittlerweile arbeitet das Bernsteinteam für eine Warenhauskette an einer Säule, die nicht nur Desinfektionsmittel spendet, sondern gleichzeitig auch die ein- und ausgehenden Kunden zählt. Per Ampelsystem können andere so sehen, ob schon zu viele Kunden im Markt sind oder noch Platz ist. Doch das Produkt sei noch nicht fertiggestellt. Derzeit steht ein Prototyp in der Ausstellungshalle in Hausberge. Womöglich demnächst zusammen mit weiteren Ideen aus der Corona-Krise.

Der Autor ist erreichbar unter Thomas.Lieske@MT.de

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