Wie die Pläne für ein Logistikzentrum das Dorf Lerbeck spalten Thomas Lieske Porta Westfalica-Lerbeck. Ein Logistikriese in Lerbeck – der Konzern Fiege baut für Grohe ein neues Logistikzentrum: Diese Vorstellung vom größten Bauprojekt der vergangenen Jahre in Porta macht vielen Anwohnern Angst. So sehr, dass sich einige nun zusammengetan haben und mit Transparenten öffentlich dagegen protestieren. Auch die Politik ist gespalten. Immer häufiger wird die Diskussion um Vor- und Nachteile zu einem öffentlichen Schlagabtausch, der emotional aufgeladen ist. Der verliert sich so sehr in Details, dass vielen der Gesamtüberblick fehlt. Das MT hat ihn zusammengeschrieben. Was soll in Lerbeck überhaupt entstehen? Die Firma Grohe, die bereits einen Standort in Lerbeck hat, will ihre Logistikfläche deutlich erweitern. Dafür soll auf der noch unbebauten Fläche zwischen der Straße „Zur Porta“ und der Bundesstraße 482 ein neues Logistikzentrum mit insgesamt fünf Hallen entstehen, die eine Gesamtfläche von rund 44.000 Quadratmetern haben sollen. Der Plan sieht vor, dass das neue Zentrum bis 2032 in zwei Bauabschnitten fertig wird, der erste Bauabschnitt bereits bis 2026. Im ersten Abschnitt sollen drei Hallen gebaut werden. Baubeginn ist an der Straße „Zur Porta“. Statt der ursprünglich vorgesehenen sechs Meter sollen die Hallen nun 14 Meter Abstand zur Straße haben und leicht in die Erde eingegraben werden. An den Friedhof rücken die Hallen auf Meter heran. Zwei weitere Hallen entstehen im zweiten Abschnitt. Alle Gebäude sollen rund 15 Meter hoch werden. Insgesamt entstehen im ersten Bauabschnitt 30 Ladetore für Lkw sowie acht Stellplätze vor dem neuen Pförtnerhäuschen als Wartebereich. Weitere Ladetore folgen im zweiten Abschnitt. Insgesamt 133 dürfen laut noch zu erteilender Baugenehmigung das Gelände pro Tag ansteuern. Dafür werden zwei Lärmschutzwände errichtet – eine direkt auf dem Grundstück des Logistikzentrums und eine an der Rampe zur B482. Bis zu 165 Mitarbeiter könnten dort irgendwann einen neuen Arbeitsplatz finden. Wie viele genau, blieb noch offen. Der Lkw-Verkehr soll geleitet werden Mit dem Neubau des Logistikzentrums muss Grohe als Nutzer auch ein neues Verkehrskonzept entwickeln. Das sieht vor, dass die Lkw über eine neue Ampelkreuzung am Kirchweg auf die Bundesstraße 482 abfahren sollen – und nicht über den Kirchweg auf die Straße „Zur Porta“. Auf der B482 soll es eine ähnliche Lösung wie in Vennebeck geben: Mit Straßen NRW ist bereits ein innenliegender Beschleunigungsstreifen für Linksabbieger in Richtung Autobahn angedacht, bestätigt Landesbehördensprecher Sven Johanning im MT-Gespräch. Ob dafür später auch die Geschwindigkeit von jetzt 100 auf 70 km/h heruntergesetzt werde, damit die Lkw einfädeln können, müsse noch geprüft werden. Ein Grohe-Vertreter betont, dass in den Verträgen mit den Logistikpartnern die Zu- und Abfahrt allein über die neue Zufahrt am Kirchweg geregelt werde. Der ökologische Faktor am neuen Standort Grohe legt bei der Darstellung der Pläne Wert darauf, dass es ein besonderes Fassadenkonzept gebe, um die riesigen Hallen so unauffällig wie möglich in das Landschaftsbild einzufügen. Dabei sollen vor allem hohe Bäume und Hecken helfen. Aber auch gezielte Farbanstriche der Wände sollen die Hallen optisch verkleinern oder sogar retuschieren. Kleine Streuobstwiesen sollen für Artenschutz sorgen. Weil es sich bei den Hallen um einen Flachdachbau handelt, muss die Firma für Photovoltaikanlagen sorgen. Auf den Dächern soll eine 500-Kilowatt-Anlage entstehen. Große Angst unter Anwohnern in Lerbeck Diese Pläne mögen auf dem Papier gut klingen. Einigen Lerbeckern bereiten sie seit geraumer Zeit schlaflose Nächte. Unter ihnen sind Karin und Rüdiger Dreier. Das Ehepaar lebt im Rosenweg – auf der anderen Seite der B482. Die geplante innenliegende Beschleunigungsspur für die zusätzlichen Lkw macht ihnen große Sorgen. „In Kombination mit der geplanten Lärmschutzwand auf dem Grundstück des Logistikzentrums fürchten wir, dass der Lärm der aufheulenden Motoren zurückprallt und in den Rosenweg reflektiert wird“, sagt Rüdiger Dreier. Er geht, wie andere Lerbecker auch, davon aus, dass die Lkw vor allem bei regelmäßigem Stau auf der B482 über die Straßen Kirchweg und Zur Porta ausweichen werden – also mitten durch den Ort. Deshalb hat Dreier sich bereits mehrfach schriftlich an die Stadtverwaltung gewandt. Dazu gehört auch der Lerbecker Thomas Georgi. Er ist sauer und enttäuscht. Die Kommunikation sei eine Katastrophe. „Wir haben weder Eingangsbestätigungen noch eine Rückmeldung zu unseren Bedenken bekommen“, schimpft er. Er nennt die Pläne für das Logistikzentrum mitten in Lerbeck eine „städtebauliche Katastrophe“. 17 Bürger hätten ihre Sorgen und Ängste zu Papier gebracht. Doch die würden durch die Verwaltung in der Abwägung nur mit Vermutungen abgebügelt. Vermutungen, die davon ausgehen, dass die Ängste sich nicht bewahrheiten werden. „Das ist absolut schwach.“ Die „Krönung“, sagt Georgi, sei aber, dass die Portaner Verwaltung Lerbeck im Zuge der Begründung für das große Bauvorhaben als „rudimentär erhaltenes Dorf“ betitele. „Das verletzt mich als Lerbecker sehr, und das soll rechtfertigen, dass solch ein Objekt hierher passt.“ Pfarrer: „Der Friedhof wird zugemauert“ Totenruhe im Schatten von Fiege: So zugespitzt beschreibt Lerbecks Pfarrer Cristian Havemann die Auswirkungen des Logistikzentrums. Er kritisiert, dass in den Vorgesprächen mit der Kirchengemeinde nicht mit offenen Karten gespielt worden sei. „Wenn wir gewusst hätten, was auf den Erweiterungsflächen des Friedhofs entstehen soll, hätten wir dem nicht zugestimmt“, betont der Pfarrer. Schon vor Bekanntwerden der konkreten Pläne habe die Gemeinde Bedenken gegen übergroße Hallen angemeldet. Nun werden die Befürchtungen Realität. „Das Friedhofswesen in Lerbeck wird sich markant verändern.“ Das Zentrum baut jemand anderes Die Firma Fiege Logistik ist Bauherr des neuen Logistikzentrums in Lerbeck. Sie wird die Gebäude an die Firma Grohe, die bereits an dem Standort angesiedelt ist, verpachten. Der Pachtvertrag soll zunächst zehn Jahre laufen. Fiege ist ein Logistikdienstleister mit 150 Standorten in 14 Ländern in Europa und dem Fernen Osten, Oft spricht das Unternehmen selbst von sogenannten Megazentren. Die Gesamt-Lagerfläche beträgt derzeit rund drei Millionen Quadratmeter. Im Jahr 2019 hatte der Konzern einen Jahresumsatz von1,7 Milliarden Euro. (lies) Das sagt die Politik Zuletzt sorgten die Ausbaupläne am Standort Lerbeck im Ausschuss für Planung und Umwelt für kontroverse Diskussionen. Einige Politiker haben sich bereits klar positioniert. Jörg Achilles (SPD): Der zusätzliche Beschleunigungsstreifen für Lkw ist eine enorme Lärmbelastung für die Anwohner.“ Reinhard Fromme (SPD): „Wir brauchen zusätzliche Maßnahmen wie Tempo 30 auf dem Kirchweg, ein Nachtfahrverbot für Lkw auf der Straße Zur Porta und eine 70km/h-Zone auf der B482.“ Siegfried Linder (SPD): „Die Situation in Vennebeck ist vergleichbar: Die Lkw umfahren den innenliegenden Beschleunigungsstreifen durch das Dorf.“ Kurt Baberske (CDU): „Ich kann dem so nicht zustimmen, weil ich den Zahlen aus dem Verkehrsgutachten nicht glaube.“ Heinrich Watermann (sachkundiger Bürger CDU): „Die Erzwerke in Nammen haben auch vorgeschrieben Routen in den Verträgen. Die Lkw fahren trotzdem durchs Dorf.“ Gunnar Kullik (sachkundiger Bürger SPD): „Wir haben hier einen sehr wichtigen Steuerzahler für Porta. Und wir haben ein Problem, das es an allen Ecken und Enden gibt. Und dafür wird Grohe jetzt in Haftung genommen. Für den Verkehr auf der B482 ist doch nicht Grohe allein verantwortlich. Wir wohnen in einer Stadt, die durchzogen ist von Infrastruktur: Bahnstrecke, Bundesstraße, Autobahn. Und das wird noch mehr.“ Es bleibt spannend: EInen abschließenden Beschluss zu den Plänen soll es noch vor der Sommerpause geben.

Wie die Pläne für ein Logistikzentrum das Dorf Lerbeck spalten

Massiv wirkt der geplante Neubau der Logistikhallen – im Hintergrund ist Lerbeck zu sehen. Besonders nah rücken die Hallen an den Friedhof heran. Grafik: ILB Planungsbüro Rinteln

Porta Westfalica-Lerbeck. Ein Logistikriese in Lerbeck – der Konzern Fiege baut für Grohe ein neues Logistikzentrum: Diese Vorstellung vom größten Bauprojekt der vergangenen Jahre in Porta macht vielen Anwohnern Angst. So sehr, dass sich einige nun zusammengetan haben und mit Transparenten öffentlich dagegen protestieren. Auch die Politik ist gespalten. Immer häufiger wird die Diskussion um Vor- und Nachteile zu einem öffentlichen Schlagabtausch, der emotional aufgeladen ist. Der verliert sich so sehr in Details, dass vielen der Gesamtüberblick fehlt. Das MT hat ihn zusammengeschrieben.

Was soll in Lerbeck überhaupt entstehen?

Die Firma Grohe, die bereits einen Standort in Lerbeck hat, will ihre Logistikfläche deutlich erweitern. Dafür soll auf der noch unbebauten Fläche zwischen der Straße „Zur Porta“ und der Bundesstraße 482 ein neues Logistikzentrum mit insgesamt fünf Hallen entstehen, die eine Gesamtfläche von rund 44.000 Quadratmetern haben sollen. Der Plan sieht vor, dass das neue Zentrum bis 2032 in zwei Bauabschnitten fertig wird, der erste Bauabschnitt bereits bis 2026.

Im ersten Abschnitt sollen drei Hallen gebaut werden. Baubeginn ist an der Straße „Zur Porta“. Statt der ursprünglich vorgesehenen sechs Meter sollen die Hallen nun 14 Meter Abstand zur Straße haben und leicht in die Erde eingegraben werden. An den Friedhof rücken die Hallen auf Meter heran. Zwei weitere Hallen entstehen im zweiten Abschnitt. Alle Gebäude sollen rund 15 Meter hoch werden. Insgesamt entstehen im ersten Bauabschnitt 30 Ladetore für Lkw sowie acht Stellplätze vor dem neuen Pförtnerhäuschen als Wartebereich. Weitere Ladetore folgen im zweiten Abschnitt. Insgesamt 133 dürfen laut noch zu erteilender Baugenehmigung das Gelände pro Tag ansteuern. Dafür werden zwei Lärmschutzwände errichtet – eine direkt auf dem Grundstück des Logistikzentrums und eine an der Rampe zur B482. Bis zu 165 Mitarbeiter könnten dort irgendwann einen neuen Arbeitsplatz finden. Wie viele genau, blieb noch offen.

Der Lkw-Verkehr soll geleitet werden

Blick über die B482 auf die Fläche für das Logistikzentrum. Dort soll auch eine Lärmschutzwand entstehen. Die könnte laut Anwohnern allerdings den Lärm der zusätzlichen Lkw in ein angrenzenes Wohngebiet reflektieren. MT- - © Foto: Thomas Lieske
Blick über die B482 auf die Fläche für das Logistikzentrum. Dort soll auch eine Lärmschutzwand entstehen. Die könnte laut Anwohnern allerdings den Lärm der zusätzlichen Lkw in ein angrenzenes Wohngebiet reflektieren. MT- - © Foto: Thomas Lieske

Mit dem Neubau des Logistikzentrums muss Grohe als Nutzer auch ein neues Verkehrskonzept entwickeln. Das sieht vor, dass die Lkw über eine neue Ampelkreuzung am Kirchweg auf die Bundesstraße 482 abfahren sollen – und nicht über den Kirchweg auf die Straße „Zur Porta“. Auf der B482 soll es eine ähnliche Lösung wie in Vennebeck geben: Mit Straßen NRW ist bereits ein innenliegender Beschleunigungsstreifen für Linksabbieger in Richtung Autobahn angedacht, bestätigt Landesbehördensprecher Sven Johanning im MT-Gespräch. Ob dafür später auch die Geschwindigkeit von jetzt 100 auf 70 km/h heruntergesetzt werde, damit die Lkw einfädeln können, müsse noch geprüft werden. Ein Grohe-Vertreter betont, dass in den Verträgen mit den Logistikpartnern die Zu- und Abfahrt allein über die neue Zufahrt am Kirchweg geregelt werde.

Der ökologische Faktor am neuen Standort

Kornelia (von links) und Thomas Georgi, Rüdiger und Karin Dreier sowie Pfarrer Christian Havemann protestieren gegen die Logistikpläne. Zum Vergleich: Die Hallen sollen so hoch werden wie die Dachkante der Lerbecker Kirche. MT- - © Foto: Thomas Lieske
Kornelia (von links) und Thomas Georgi, Rüdiger und Karin Dreier sowie Pfarrer Christian Havemann protestieren gegen die Logistikpläne. Zum Vergleich: Die Hallen sollen so hoch werden wie die Dachkante der Lerbecker Kirche. MT- - © Foto: Thomas Lieske

Grohe legt bei der Darstellung der Pläne Wert darauf, dass es ein besonderes Fassadenkonzept gebe, um die riesigen Hallen so unauffällig wie möglich in das Landschaftsbild einzufügen. Dabei sollen vor allem hohe Bäume und Hecken helfen. Aber auch gezielte Farbanstriche der Wände sollen die Hallen optisch verkleinern oder sogar retuschieren. Kleine Streuobstwiesen sollen für Artenschutz sorgen. Weil es sich bei den Hallen um einen Flachdachbau handelt, muss die Firma für Photovoltaikanlagen sorgen. Auf den Dächern soll eine 500-Kilowatt-Anlage entstehen.

Große Angst unter Anwohnern in Lerbeck

Diese Pläne mögen auf dem Papier gut klingen. Einigen Lerbeckern bereiten sie seit geraumer Zeit schlaflose Nächte. Unter ihnen sind Karin und Rüdiger Dreier. Das Ehepaar lebt im Rosenweg – auf der anderen Seite der B482. Die geplante innenliegende Beschleunigungsspur für die zusätzlichen Lkw macht ihnen große Sorgen. „In Kombination mit der geplanten Lärmschutzwand auf dem Grundstück des Logistikzentrums fürchten wir, dass der Lärm der aufheulenden Motoren zurückprallt und in den Rosenweg reflektiert wird“, sagt Rüdiger Dreier. Er geht, wie andere Lerbecker auch, davon aus, dass die Lkw vor allem bei regelmäßigem Stau auf der B482 über die Straßen Kirchweg und Zur Porta ausweichen werden – also mitten durch den Ort. Deshalb hat Dreier sich bereits mehrfach schriftlich an die Stadtverwaltung gewandt. Dazu gehört auch der Lerbecker Thomas Georgi. Er ist sauer und enttäuscht. Die Kommunikation sei eine Katastrophe. „Wir haben weder Eingangsbestätigungen noch eine Rückmeldung zu unseren Bedenken bekommen“, schimpft er. Er nennt die Pläne für das Logistikzentrum mitten in Lerbeck eine „städtebauliche Katastrophe“. 17 Bürger hätten ihre Sorgen und Ängste zu Papier gebracht. Doch die würden durch die Verwaltung in der Abwägung nur mit Vermutungen abgebügelt. Vermutungen, die davon ausgehen, dass die Ängste sich nicht bewahrheiten werden. „Das ist absolut schwach.“ Die „Krönung“, sagt Georgi, sei aber, dass die Portaner Verwaltung Lerbeck im Zuge der Begründung für das große Bauvorhaben als „rudimentär erhaltenes Dorf“ betitele. „Das verletzt mich als Lerbecker sehr, und das soll rechtfertigen, dass solch ein Objekt hierher passt.“

Pfarrer: „Der Friedhof wird zugemauert“

Totenruhe im Schatten von Fiege: So zugespitzt beschreibt Lerbecks Pfarrer Cristian Havemann die Auswirkungen des Logistikzentrums. Er kritisiert, dass in den Vorgesprächen mit der Kirchengemeinde nicht mit offenen Karten gespielt worden sei. „Wenn wir gewusst hätten, was auf den Erweiterungsflächen des Friedhofs entstehen soll, hätten wir dem nicht zugestimmt“, betont der Pfarrer. Schon vor Bekanntwerden der konkreten Pläne habe die Gemeinde Bedenken gegen übergroße Hallen angemeldet. Nun werden die Befürchtungen Realität. „Das Friedhofswesen in Lerbeck wird sich markant verändern.“

Das Zentrum baut jemand anderes

  • Die Firma Fiege Logistik ist Bauherr des neuen Logistikzentrums in Lerbeck. Sie wird die Gebäude an die Firma Grohe, die bereits an dem Standort angesiedelt ist, verpachten. Der Pachtvertrag soll zunächst zehn Jahre laufen.
  • Fiege ist ein Logistikdienstleister mit 150 Standorten in 14 Ländern in Europa und dem Fernen Osten, Oft spricht das Unternehmen selbst von sogenannten Megazentren.
  • Die Gesamt-Lagerfläche beträgt derzeit rund drei Millionen Quadratmeter.
  • Im Jahr 2019 hatte der Konzern einen Jahresumsatz von1,7 Milliarden Euro. (lies)

Das sagt die Politik

Zuletzt sorgten die Ausbaupläne am Standort Lerbeck im Ausschuss für Planung und Umwelt für kontroverse Diskussionen. Einige Politiker haben sich bereits klar positioniert.

Jörg Achilles (SPD): Der zusätzliche Beschleunigungsstreifen für Lkw ist eine enorme Lärmbelastung für die Anwohner.“

Reinhard Fromme (SPD): „Wir brauchen zusätzliche Maßnahmen wie Tempo 30 auf dem Kirchweg, ein Nachtfahrverbot für Lkw auf der Straße Zur Porta und eine 70km/h-Zone auf der B482.“

Siegfried Linder (SPD): „Die Situation in Vennebeck ist vergleichbar: Die Lkw umfahren den innenliegenden Beschleunigungsstreifen durch das Dorf.“

Kurt Baberske (CDU): „Ich kann dem so nicht zustimmen, weil ich den Zahlen aus dem Verkehrsgutachten nicht glaube.“

Heinrich Watermann (sachkundiger Bürger CDU): „Die Erzwerke in Nammen haben auch vorgeschrieben Routen in den Verträgen. Die Lkw fahren trotzdem durchs Dorf.“

Gunnar Kullik (sachkundiger Bürger SPD): „Wir haben hier einen sehr wichtigen Steuerzahler für Porta. Und wir haben ein Problem, das es an allen Ecken und Enden gibt. Und dafür wird Grohe jetzt in Haftung genommen. Für den Verkehr auf der B482 ist doch nicht Grohe allein verantwortlich. Wir wohnen in einer Stadt, die durchzogen ist von Infrastruktur: Bahnstrecke, Bundesstraße, Autobahn. Und das wird noch mehr.“

Es bleibt spannend: EInen abschließenden Beschluss zu den Plänen soll es noch vor der Sommerpause geben.

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.