Fastfood an der Autobahn: Burger King plant "einzigartiges" Restaurant in Holtrup Thomas Lieske Porta Westfalica-Holtrup. Die modernste „Burger King“-Filiale Deutschlands, ein viergeschossiges Hotel mit 48 Zimmern, eine Spielhalle, eine E-Tankstelle mit zehn Ladesäulen, Pendlerparkplätze und eine neue Zufahrt zum Gewerbegebiet Holtrup-Ost: Die Pläne für mehrere unbebaute Grundstücke in Holtrup, die Architekt Horst Rössner am Montagabend dem Planungsausschuss des Stadtrates Porta vorstellt, klingen groß. Sie stoßen aber auch auf Widerstand. „Der Investor des Grundstücks steht in Kontakt mit Burger King. Sie würden dort gern einen deutschlandweit einzigartigen Neubau realisieren“, erklärt Rössner. Er solle sich von allen bisherigen Filialen deutlich abheben, sowohl durch die Bauform, als auch durch Materialien wie Glas und Aluminium sowie Mauerwerk. Geplant sind 100 Sitzplätze im Innen- und Außenbereich und ein Autoschalter. Nach seiner Aussage könnten bis zu 25 Arbeitsplätze entstehen. Ob Voll- oder Teilzeit, ließ er offen. Die unmittelbare Nähe zum Konkurrenten auf der anderen Straßenseite sieht der Architekt auf Nachfrage aus dem Ausschuss nicht kritisch: „Das ist mittlerweile üblich, denn die Kunden haben sowieso ihren Favoriten.“ Sorge bereitet einigen Ausschussmitgliedern, darunter Siegfried Linder (SPD), das geplante Werbe-Emblem. Das soll auf einem 40 Meter hohen Mast entstehen, damit Autofahrer die Filiale von der Autobahn aus erkennen können. Derzeit gibt es bereits einen Werbemasten für den Autohof und für Porta-Möbel. „Noch so ein großes Ding wollen wir da nicht“, betont Linder und bekommt dafür von einigen Zustimmung. Das könnte sich für die Pläne allerdings zu einem Problem entwickeln. Laut Architekt koppelt der Betreiber des Schnellrestaurants den Neubau an diesem Standort an die Werbesäule. Er könne sich nur schwer vorstellen, dass „Burger King“ auch ohne Säule bauen werde. „Dann müssten wir womöglich noch einmal ganz neu planen, weil es sich bei dem Restaurant um ein Ankerprojekt für das Grundstück handelt“, sagt Rössner. Ohne Restaurant werde der Investor vermutlich auch keine Straße als zweite Zufahrt zum Gewerbegebiet anlegen. Auf Anfrage hält sich das Unternehmen noch bedeckt. Nur so viel: Die Kette verfolge aktuell eine Expansionsstrategie und führe an verschiedenen Standorten Verhandlungen mit möglichen Vertragspartnern. Auf die Zufahrt hoffen die Portaner allerdings, damit der Rehwinkel als Lkw-Zufahrt entlastet wird. Doch es bleibt nicht ausschließlich bei der Kritik am Werbeschild. Auch die Spielhalle ist der Mehrheit des Ausschusses ein Dorn im Auge. Sie soll an das Hotel gekoppelt werden. „Daran gehen Leben kaputt, davon will ich nicht noch mehr in Porta haben“, sagt Tobias Glombeck. Er ist als Gast in die Sitzung gekommen und Mitglied der Grünen. Glombeck schlägt alternative Konzepte wie eine Kletterhalle vor. „Die Pläne sind noch nicht in Stein gemeißelt“, sagt Architekt Rössner. Allerdings sei die Möglichkeit für eine Spielhalle gegeben: Der Mindestabstand zur Spielhalle am Autohof gegenüber reiche aus. Und Interesse eines Betreibers sei vorhanden. Einig sind sich alle, dass die Pendlerparkplätze erhalten bleiben sollen. Die müssten zwar grundsätzlich für das Projekt erst einmal weichen, würden aber an versetzter Stelle wieder hergerichtet, sagt Rössner. Die jetzigen seien bereits stark nachgefragt. Die Politik hat großen Diskussionsbedarf. Eine Abstimmung zu diesen Plänen gibt es noch nicht. Die soll in gut zwei Wochen bei der nächsten Ausschusssitzung nachgeholt werden. Ob die Pläne für Schnellrestaurant und Spielhalle eine Chance haben, ist unklar.

Fastfood an der Autobahn: Burger King plant "einzigartiges" Restaurant in Holtrup

Hier könnte die neue Burger King-Filiale entstehen. Grafik: MT

Porta Westfalica-Holtrup. Die modernste „Burger King“-Filiale Deutschlands, ein viergeschossiges Hotel mit 48 Zimmern, eine Spielhalle, eine E-Tankstelle mit zehn Ladesäulen, Pendlerparkplätze und eine neue Zufahrt zum Gewerbegebiet Holtrup-Ost: Die Pläne für mehrere unbebaute Grundstücke in Holtrup, die Architekt Horst Rössner am Montagabend dem Planungsausschuss des Stadtrates Porta vorstellt, klingen groß. Sie stoßen aber auch auf Widerstand.

„Der Investor des Grundstücks steht in Kontakt mit Burger King. Sie würden dort gern einen deutschlandweit einzigartigen Neubau realisieren“, erklärt Rössner. Er solle sich von allen bisherigen Filialen deutlich abheben, sowohl durch die Bauform, als auch durch Materialien wie Glas und Aluminium sowie Mauerwerk. Geplant sind 100 Sitzplätze im Innen- und Außenbereich und ein Autoschalter. Nach seiner Aussage könnten bis zu 25 Arbeitsplätze entstehen. Ob Voll- oder Teilzeit, ließ er offen. Die unmittelbare Nähe zum Konkurrenten auf der anderen Straßenseite sieht der Architekt auf Nachfrage aus dem Ausschuss nicht kritisch: „Das ist mittlerweile üblich, denn die Kunden haben sowieso ihren Favoriten.“

An dieser Stelle neben der Holtruper Straße könnte eine „Burger King“-Filiale entstehen, deren Baukonzept in Deutschland einmalig sein soll. Doch noch gibt es kein Votum der Politik dazu. - © Foto: Gisela Schwarze
An dieser Stelle neben der Holtruper Straße könnte eine „Burger King“-Filiale entstehen, deren Baukonzept in Deutschland einmalig sein soll. Doch noch gibt es kein Votum der Politik dazu. - © Foto: Gisela Schwarze

Sorge bereitet einigen Ausschussmitgliedern, darunter Siegfried Linder (SPD), das geplante Werbe-Emblem. Das soll auf einem 40 Meter hohen Mast entstehen, damit Autofahrer die Filiale von der Autobahn aus erkennen können. Derzeit gibt es bereits einen Werbemasten für den Autohof und für Porta-Möbel. „Noch so ein großes Ding wollen wir da nicht“, betont Linder und bekommt dafür von einigen Zustimmung.

Das könnte sich für die Pläne allerdings zu einem Problem entwickeln. Laut Architekt koppelt der Betreiber des Schnellrestaurants den Neubau an diesem Standort an die Werbesäule. Er könne sich nur schwer vorstellen, dass „Burger King“ auch ohne Säule bauen werde. „Dann müssten wir womöglich noch einmal ganz neu planen, weil es sich bei dem Restaurant um ein Ankerprojekt für das Grundstück handelt“, sagt Rössner. Ohne Restaurant werde der Investor vermutlich auch keine Straße als zweite Zufahrt zum Gewerbegebiet anlegen. Auf Anfrage hält sich das Unternehmen noch bedeckt. Nur so viel: Die Kette verfolge aktuell eine Expansionsstrategie und führe an verschiedenen Standorten Verhandlungen mit möglichen Vertragspartnern.

Auf die Zufahrt hoffen die Portaner allerdings, damit der Rehwinkel als Lkw-Zufahrt entlastet wird. Doch es bleibt nicht ausschließlich bei der Kritik am Werbeschild. Auch die Spielhalle ist der Mehrheit des Ausschusses ein Dorn im Auge. Sie soll an das Hotel gekoppelt werden. „Daran gehen Leben kaputt, davon will ich nicht noch mehr in Porta haben“, sagt Tobias Glombeck. Er ist als Gast in die Sitzung gekommen und Mitglied der Grünen. Glombeck schlägt alternative Konzepte wie eine Kletterhalle vor. „Die Pläne sind noch nicht in Stein gemeißelt“, sagt Architekt Rössner. Allerdings sei die Möglichkeit für eine Spielhalle gegeben: Der Mindestabstand zur Spielhalle am Autohof gegenüber reiche aus. Und Interesse eines Betreibers sei vorhanden.

Einig sind sich alle, dass die Pendlerparkplätze erhalten bleiben sollen. Die müssten zwar grundsätzlich für das Projekt erst einmal weichen, würden aber an versetzter Stelle wieder hergerichtet, sagt Rössner. Die jetzigen seien bereits stark nachgefragt. Die Politik hat großen Diskussionsbedarf. Eine Abstimmung zu diesen Plänen gibt es noch nicht. Die soll in gut zwei Wochen bei der nächsten Ausschusssitzung nachgeholt werden. Ob die Pläne für Schnellrestaurant und Spielhalle eine Chance haben, ist unklar.

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