Porta Westfalica

CDU und FDP stellen Dr. Sonja Gerlach als neue Bürgermeister-Kandidatin vor

Thomas Lieske

Dr. Sonja Gerlach (Mitte) soll neue Bürgermeisterkandidatin für CDU und FDP werden. Nach der Absage von Uwe Siemonsmeier sind Cornelia Müller-Dieker (von links/FDP), Reinhold Kölling (FDP), Kurt Baberske (CDU) und Inga Bruckschen (CDU) froh, jemanden ins Rennen schicken zu können. MT- - © Foto: Thomas Lieske
Dr. Sonja Gerlach (Mitte) soll neue Bürgermeisterkandidatin für CDU und FDP werden. Nach der Absage von Uwe Siemonsmeier sind Cornelia Müller-Dieker (von links/FDP), Reinhold Kölling (FDP), Kurt Baberske (CDU) und Inga Bruckschen (CDU) froh, jemanden ins Rennen schicken zu können. MT- (© Foto: Thomas Lieske)

Porta Westfalica. Noch am selben Tag des Rücktritts von Uwe Siemonsmeier als Bürgermeisterkandidat von CDU und FDP in Porta klingelt bei Dr. Sonja Gerlach das Telefon. Am anderen Ende ist CDU-Stadtverbandsvorsitzende Inga Bruckschen mit einer für beide Parteien wichtigen Bitte. Und kurze Zeit später ist klar: Die 48-jährige Gerlach soll neue Kandidatin für CDU und FDP für das Bürgermeisteramt werden. Die Zustimmung beider Parteitage steht zwar formell noch aus. Sie gilt aber als so gut wie sicher.

Dr. Sonja Gerlach, selbst Mitglied der CDU, ist Volljuristin und derzeit Leiterin der Unterabteilung „Haushalt, Controlling, Informationstechnik" im Bundesministerium für Bildung und Forschung in Bonn. Dort ist sie auch IT-Beauftragte. Mit ihrem Mann lebt sie in Eidinghausen. Ihre Vita lässt aufhorchen: zwei Staatsexamen in Jura, Doktortitel, Zulassung zur Rechtsanwältin, persönliche Referentin des Niedersächsischen Finanzministers, Referentin des damaligen Niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff – jetzt Leitungsfunktion im Bundesministerium. Zudem hat sie am Institut für Mittelstandsfragen in Osnabrück und als Geschäftsbereichsleiterin in der Industrie- und Handelskammer Osnabrück-Emsland gearbeitet. Damit hat sie auch einen Blick für mittelständische Unternehmen.

„Ich sehe mich als Schnittstelle zwischen Verwaltung und Politik", sagt Gerlach am Freitagnachmittag im MT-Gespräch an der Mühle in Holzhausen. Schon immer habe sie politische Arbeit gereizt. In Kombination mit Verwaltungsaufgaben in kommunalen Strukturen sieht sie eine neue Herausforderung. Die sei zwar ungeplant ins Spiel gekommen. „Dennoch freue ich mich riesig darüber", sagt Gerlach. Vor allem die Digitalisierung in Schulen, Verwaltung und generell im Stadtgebiet wolle sie vorantreiben. Das nötige Know-how als IT-Beauftragte des Bundesministeriums für Bildung und Forschung dürfte sie mitbringen.

Und noch etwas liegt ihr am Herzen: „Der Tourismus." Sie sieht noch „eine Menge Entwicklungspotenzial". Deshalb wolle sie ein touristisches Gesamtkonzept für Porta Westfalica in Angriff nehmen, sollte sie gewählt werden. „Und ich möchte, dass die einzelnen 15 Ortsteile ihre Profile schärfen können." Gleich zwei große Aufgaben, das weiß Sonja Gerlach. Sollten die Parteitage von CDU und FDP sie bestätigen, werde sie für den kommenden Wahlkampf unbezahlten Urlaub nehmen, verspricht sie. „Ich will mich dann auf den Wahlkampf hier vor Ort konzentrieren können."

Bei CDU und FDP ist ein deutliches Aufatmen zu verspüren. „Wir sind total glücklich, Sonja Gerlach präsentieren zu können", sagt Inga Bruckschen als Vorsitzende des Portaner CDU-Stadtverbandes. Jegliche Vergleiche mit Vor-Kandidat Uwe Siemonsmeier lasse sie nicht zu. „Wir haben mit der Akte abgeschlossen. Jetzt haben wir eine völlig neue Kandidatin gefunden." Wichtig sei ihr zu betonen, dass es sich nicht um eine „zweite Wahl" oder eine Ersatzkandidatin handele.

Das sieht auch die FDP so, Reinhold Kölling vom Vorstand des Stadtverbandes ist auch ein wenig stolz: „Kandidaten mit einem solchen Profil sind schwer zu finden. Wir sind froh und begeistert." Sonja Gerlach war im Januar bereits als eine von drei CDU-Bewerbern für die Bürgermeisterwahl in Bad Oeynhausen vorgeschlagen worden. „Die Wahl verlief CDU-intern aber anders als gedacht", kommentiert sie kurz. Umso glücklicher sei sie nun über den Anruf aus Porta gewesen.

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Porta WestfalicaCDU und FDP stellen Dr. Sonja Gerlach als neue Bürgermeister-Kandidatin vorThomas LieskePorta Westfalica. Noch am selben Tag des Rücktritts von Uwe Siemonsmeier als Bürgermeisterkandidat von CDU und FDP in Porta klingelt bei Dr. Sonja Gerlach das Telefon. Am anderen Ende ist CDU-Stadtverbandsvorsitzende Inga Bruckschen mit einer für beide Parteien wichtigen Bitte. Und kurze Zeit später ist klar: Die 48-jährige Gerlach soll neue Kandidatin für CDU und FDP für das Bürgermeisteramt werden. Die Zustimmung beider Parteitage steht zwar formell noch aus. Sie gilt aber als so gut wie sicher. Dr. Sonja Gerlach, selbst Mitglied der CDU, ist Volljuristin und derzeit Leiterin der Unterabteilung „Haushalt, Controlling, Informationstechnik" im Bundesministerium für Bildung und Forschung in Bonn. Dort ist sie auch IT-Beauftragte. Mit ihrem Mann lebt sie in Eidinghausen. Ihre Vita lässt aufhorchen: zwei Staatsexamen in Jura, Doktortitel, Zulassung zur Rechtsanwältin, persönliche Referentin des Niedersächsischen Finanzministers, Referentin des damaligen Niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff – jetzt Leitungsfunktion im Bundesministerium. Zudem hat sie am Institut für Mittelstandsfragen in Osnabrück und als Geschäftsbereichsleiterin in der Industrie- und Handelskammer Osnabrück-Emsland gearbeitet. Damit hat sie auch einen Blick für mittelständische Unternehmen. „Ich sehe mich als Schnittstelle zwischen Verwaltung und Politik", sagt Gerlach am Freitagnachmittag im MT-Gespräch an der Mühle in Holzhausen. Schon immer habe sie politische Arbeit gereizt. In Kombination mit Verwaltungsaufgaben in kommunalen Strukturen sieht sie eine neue Herausforderung. Die sei zwar ungeplant ins Spiel gekommen. „Dennoch freue ich mich riesig darüber", sagt Gerlach. Vor allem die Digitalisierung in Schulen, Verwaltung und generell im Stadtgebiet wolle sie vorantreiben. Das nötige Know-how als IT-Beauftragte des Bundesministeriums für Bildung und Forschung dürfte sie mitbringen. Und noch etwas liegt ihr am Herzen: „Der Tourismus." Sie sieht noch „eine Menge Entwicklungspotenzial". Deshalb wolle sie ein touristisches Gesamtkonzept für Porta Westfalica in Angriff nehmen, sollte sie gewählt werden. „Und ich möchte, dass die einzelnen 15 Ortsteile ihre Profile schärfen können." Gleich zwei große Aufgaben, das weiß Sonja Gerlach. Sollten die Parteitage von CDU und FDP sie bestätigen, werde sie für den kommenden Wahlkampf unbezahlten Urlaub nehmen, verspricht sie. „Ich will mich dann auf den Wahlkampf hier vor Ort konzentrieren können." Bei CDU und FDP ist ein deutliches Aufatmen zu verspüren. „Wir sind total glücklich, Sonja Gerlach präsentieren zu können", sagt Inga Bruckschen als Vorsitzende des Portaner CDU-Stadtverbandes. Jegliche Vergleiche mit Vor-Kandidat Uwe Siemonsmeier lasse sie nicht zu. „Wir haben mit der Akte abgeschlossen. Jetzt haben wir eine völlig neue Kandidatin gefunden." Wichtig sei ihr zu betonen, dass es sich nicht um eine „zweite Wahl" oder eine Ersatzkandidatin handele. Das sieht auch die FDP so, Reinhold Kölling vom Vorstand des Stadtverbandes ist auch ein wenig stolz: „Kandidaten mit einem solchen Profil sind schwer zu finden. Wir sind froh und begeistert." Sonja Gerlach war im Januar bereits als eine von drei CDU-Bewerbern für die Bürgermeisterwahl in Bad Oeynhausen vorgeschlagen worden. „Die Wahl verlief CDU-intern aber anders als gedacht", kommentiert sie kurz. Umso glücklicher sei sie nun über den Anruf aus Porta gewesen.