Land hält trotz massiver Kritik an Sperrung des Wolfsschluchtwegs in Porta fest Thomas Lieske Porta Westfalica-Barkhausen. Das Land NRW und die Forstbehörde Wald und Holz halten an der heftig umstrittenen Sperrung des Wolfsschluchtweges in Barkhausen fest. Das hat das zuständige Regionalforstamt mitgeteilt. Es beruft sich auf die Lebensgefahr, die aus Sicht der Verantwortlichen für Besucher auf diesem Weg durch „sehr alte und bereits abgestorbene Bäume“ bestehen würde. Diese Bäume müssten zu großen Teilen umgesägt werden, um Wanderern gefahrlos den Zutritt zum Wolfsschluchtweg zu ermöglichen. „Gerade die zahlreichen stehenden morschen Bäume machen aber den hohen ökologischen Wert des Wildnisentwicklungsgebietes am Wittekindsberg aus“, betont Michael Blaschke von Wald und Holz NRW. Deshalb sträube man sich davor, die Kettensäge anzuschmeißen. Die Behörde verweist lediglich auf „andere ausgewiesene Wanderwege“ am Wittekindsberg. Das dürfte die zahleichen Kritiker der Wegsperrung allerdings wenig trösten. Sie wünschen sich eine Entwicklung des Wildnisgebiets, durch das der Wolfsschluchtweg verläuft, mit dem Menschen. So werde der Besucher ausgeschlossen. Zudem sei eine wichtige Verbindung zwischen Kaiser-Denkmal und Wittekindsburg, die zudem durch die erlebbare Abbaustelle von Porta-Sandstein eine kulturhistorische Bedeutung habe, gekappt. Und deshalb, das hat der Verein Witthüs als Betreiber der Wittekindsburg bereits angekündigt, wird der Verein Klage gegen die Sperrung vor dem Verwaltungsgericht einreichen. Die Verantwortlichen lassen sich dabei von einer renommierten Fachkanzlei aus Potsdam vertreten, das bereits im Vorfeld eine umfangreiche juristische Bewertung abgegeben hatte (MT berichtete). Auf eine MT-Anfrage, wie das Land auf die bevorstehende Klageeinreichung reagieren werde, gab es bisher allerdings keine Antwort. Stattdessen lässt die Forstbehörde nun im Auftrag des Landes verlauten, dass die Sperrung des Wolfsschluchtweges nach „umfangreicher Prüfung“ durch die Landesforstverwaltung und den Kreis Minden-Lübbecke alternativlos sei. Deshalb wolle das Land zusammen mit allen Beteiligten ein Besucherlenkungskonzept erarbeiten. Das soll, verspricht die Landesbehörde, „einerseits ermöglichen, die Wälder weitgehend gefahrlos zu genießen und andererseits die interessante natürliche Entwicklung eines alten Waldes aus gesicherter Entfernung zur Wildnis zu betrachten“. Ob damit auch gemeint ist, dass Teile des Wolfsschluchtweges womöglich für ein solches Konzept wieder freigegeben werden könnten, blieb auf MT-Anfrage bisher noch offen. Das Forstamt betont, dass es immer wieder abwägen muss zwischen Erholung, Naturschutz und Schutzfunktionen in einem Waldgebiet. „In Wildnisentwicklungsgebieten liegt die Zielsetzung eindeutig beim Natur- und Artenschutz.“ Und das gelte, macht die Behörde mit Nachdruck deutlich, insbesondere für das Gebiet rund um den Wolfsschluchtweg in Barkhausen. Das Land bleibt also hart. Der Protest ist dennoch nicht spurlos an den beteiligten Behörden vorübergezogen. Deshalb versprechen Land und Forstamt, sobald es durch Lockerungen von Corona-Schutzmaßnahmen möglich ist, einen Informations- und Diskussionstag rund um die Sperrung des beliebten Wanderweges zu organisieren. Dann wollen die Verantwortlichen „zu den Hintergründen der Sperrung des Wolfsschluchtweges und der außerordentlich hohen Bedeutung der Wälder Rede und Antwort stehen“.

Land hält trotz massiver Kritik an Sperrung des Wolfsschluchtwegs in Porta fest

Gesperrt: Seit einigen Wochen ist hier kein Durchkommen mehr. MT- © Foto: Dirk Haunhorst

Porta Westfalica-Barkhausen. Das Land NRW und die Forstbehörde Wald und Holz halten an der heftig umstrittenen Sperrung des Wolfsschluchtweges in Barkhausen fest. Das hat das zuständige Regionalforstamt mitgeteilt. Es beruft sich auf die Lebensgefahr, die aus Sicht der Verantwortlichen für Besucher auf diesem Weg durch „sehr alte und bereits abgestorbene Bäume“ bestehen würde.

Diese Bäume müssten zu großen Teilen umgesägt werden, um Wanderern gefahrlos den Zutritt zum Wolfsschluchtweg zu ermöglichen. „Gerade die zahlreichen stehenden morschen Bäume machen aber den hohen ökologischen Wert des Wildnisentwicklungsgebietes am Wittekindsberg aus“, betont Michael Blaschke von Wald und Holz NRW. Deshalb sträube man sich davor, die Kettensäge anzuschmeißen. Die Behörde verweist lediglich auf „andere ausgewiesene Wanderwege“ am Wittekindsberg.

Das dürfte die zahleichen Kritiker der Wegsperrung allerdings wenig trösten. Sie wünschen sich eine Entwicklung des Wildnisgebiets, durch das der Wolfsschluchtweg verläuft, mit dem Menschen. So werde der Besucher ausgeschlossen. Zudem sei eine wichtige Verbindung zwischen Kaiser-Denkmal und Wittekindsburg, die zudem durch die erlebbare Abbaustelle von Porta-Sandstein eine kulturhistorische Bedeutung habe, gekappt. Und deshalb, das hat der Verein Witthüs als Betreiber der Wittekindsburg bereits angekündigt, wird der Verein Klage gegen die Sperrung vor dem Verwaltungsgericht einreichen. Die Verantwortlichen lassen sich dabei von einer renommierten Fachkanzlei aus Potsdam vertreten, das bereits im Vorfeld eine umfangreiche juristische Bewertung abgegeben hatte (MT berichtete).

Auf eine MT-Anfrage, wie das Land auf die bevorstehende Klageeinreichung reagieren werde, gab es bisher allerdings keine Antwort. Stattdessen lässt die Forstbehörde nun im Auftrag des Landes verlauten, dass die Sperrung des Wolfsschluchtweges nach „umfangreicher Prüfung“ durch die Landesforstverwaltung und den Kreis Minden-Lübbecke alternativlos sei. Deshalb wolle das Land zusammen mit allen Beteiligten ein Besucherlenkungskonzept erarbeiten. Das soll, verspricht die Landesbehörde, „einerseits ermöglichen, die Wälder weitgehend gefahrlos zu genießen und andererseits die interessante natürliche Entwicklung eines alten Waldes aus gesicherter Entfernung zur Wildnis zu betrachten“. Ob damit auch gemeint ist, dass Teile des Wolfsschluchtweges womöglich für ein solches Konzept wieder freigegeben werden könnten, blieb auf MT-Anfrage bisher noch offen. Das Forstamt betont, dass es immer wieder abwägen muss zwischen Erholung, Naturschutz und Schutzfunktionen in einem Waldgebiet. „In Wildnisentwicklungsgebieten liegt die Zielsetzung eindeutig beim Natur- und Artenschutz.“ Und das gelte, macht die Behörde mit Nachdruck deutlich, insbesondere für das Gebiet rund um den Wolfsschluchtweg in Barkhausen.

Das Land bleibt also hart. Der Protest ist dennoch nicht spurlos an den beteiligten Behörden vorübergezogen. Deshalb versprechen Land und Forstamt, sobald es durch Lockerungen von Corona-Schutzmaßnahmen möglich ist, einen Informations- und Diskussionstag rund um die Sperrung des beliebten Wanderweges zu organisieren. Dann wollen die Verantwortlichen „zu den Hintergründen der Sperrung des Wolfsschluchtweges und der außerordentlich hohen Bedeutung der Wälder Rede und Antwort stehen“.

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