Gesperrter Weg durch die Wolfsschlucht: Barkhauser Politiker protestieren Thomas Lieske Porta Westfalica-Barkhausen. Er war schon immer ein Streitpunkt. Doch nun könnte der Zwist um den Wanderweg durch die Wolfsschlucht zwischen Kaiser-Wilhelm-Denkmal und Wittekindsburg eskalieren. Denn wenige Tage, nachdem das Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe, das sich auf einen Erlass des Umweltministeriums beruft, den Weg endgültig gesperrt hat, regt sich massiver Protest dagegen. Allen voran Barkhauser Politiker und Landschaftsführer. Gemeinsam wollen sie die Landespolitiker nun auffordern, dagegen vorzugehen. Einer, den die Sperrung des wohl beliebtesten Wanderweges besonders hart trifft, ist Hilmar Wohlgemuth. Portas ehemaliger Bürgermeister war es, der vor 18 Jahren dafür sorgte, dass der Wanderweg trotz aller Bedenken der Landesforsten auf eigene Gefahr geöffnet bleibt. „Ich kann nicht verstehen, wieso der Weg jetzt plötzlich aus Verkehrssicherungsgründen gesperrt wird. Die Bäume sind doch alle die gleichen wie damals“, betont er. Er glaubt inzwischen, dass die Sperrung des Wegs „ein Wunsch einzelner Personen“ sei, der nun kurzerhand in die Tat umgesetzt worden sei. Verkehrssicherung sei schon immer Pflicht in diesem Wald gewesen, betont Dirk Rahnenführer (SPD). Warum das jetzt plötzlich nicht mehr gehe, könne er sich nicht erklären. „In NRW gibt es 100 ausgewiesene Wildnisentwicklungsgebiete, die alle betretbar sind“, sagt er. Selbst das Landesministerium für Umwelt betone auf seiner Webseite, dass gerade solche Gebiete für den Menschen erlebbar gemacht werden müssten. Rahnenführer sieht im jetzigen Entschluss, den Weg dicht zu machen – und zwar auf Lebenszeit –, einen Widerspruch zu den Aussagen des Ministeriums. Nach seinem Empfinden, und damit ist er in Porta bei Weitem nicht allein, sei der Kompromiss zum bisherigen Offenhalten des Weges „den Landesforsten schon immer ein Dorn im Auge“ gewesen. Und genau das sei Schade, findet der zertifizierte Natur- und Landschaftsführer Lutz Carta. Dieser Weg durch die Wolfsschlucht sei nicht nur landschaftlich einmalig im Wiehengebirge. „Ihm kommt auch eine besondere, kulturhistorische Bedeutung zu“, betont er. Denn der Weg sei eigens dafür angelegt worden, um den für den Bau des Kaiser-Wilhelm-Denkmals abgebauten Porta-Sandstein zur Baustelle zu transportieren. „Wer auf diesem Weg entlanggeht, kann diesen historischen Prozess überhaupt erst begreifen“, findet er. Und noch etwas stört ihn: „Weil der offizielle Weg gesperrt ist, gehen viele jetzt von oben über den Hang auf den Weg. Die Leute rennen damit wirklich quer durch das Wildnisentwicklungsgebiet. und das kann doch wirklich nicht erklärtes Ziel sein“, schimpft Carta. Er ist sich sicher, dass viele die illegale Abkürzung nehmen, um weiterhin auf dem beliebten Wanderweg gehen zu können. Der zieht sich an einem Steilhang über die südliche Seite des Wiehengebirges und verbindet Denkmal und Wittekindsburg. Das Regionalforstamt der Landesforsten NRW beruft sich auf einen Erlass aus dem Ministerium. Demnach soll auf dem Wanderweg Lebensgefahr herrschen, weil es sich um ein Wildnisentwicklungsgebiet handelt und daraus keine alten und toten Bäume entnommen würden. Sie könnten auf den Weg stürzen und Wanderer treffen. Bisher galt: Wer den Weg betritt, handelt auf eigene Gefahr. Passiert ist nach MT-Informationen noch nichts. Nun wollen die Politiker und Landschaftsführer ihren Unmut in einer gemeinsamen Erklärung zusammenfassen und die Landespolitik verschiedener Fraktionen ins Boot holen. „Wir müssen gemeinsam dafür einstehen, dass dieser Weg wieder geöffnet wird“, sagt Altbürgermeister Wohlgemuth. „Wenn nicht wir in Barkhausen, wer dann?“, fragt Dirk Rahnenführer.

Gesperrter Weg durch die Wolfsschlucht: Barkhauser Politiker protestieren

Schild und Bauzaun machen unmissverständlich klar: Der Wolfsschluchtweg ist behördlich gesperrt. Das wollen Barkhauser Politiker so nicht hinnehmen und kämpfen nun für eine erneute Öffnung des beliebten Wanderweges. MT- © Foto: Thomas Lieske

Porta Westfalica-Barkhausen. Er war schon immer ein Streitpunkt. Doch nun könnte der Zwist um den Wanderweg durch die Wolfsschlucht zwischen Kaiser-Wilhelm-Denkmal und Wittekindsburg eskalieren. Denn wenige Tage, nachdem das Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe, das sich auf einen Erlass des Umweltministeriums beruft, den Weg endgültig gesperrt hat, regt sich massiver Protest dagegen. Allen voran Barkhauser Politiker und Landschaftsführer. Gemeinsam wollen sie die Landespolitiker nun auffordern, dagegen vorzugehen.

Einer, den die Sperrung des wohl beliebtesten Wanderweges besonders hart trifft, ist Hilmar Wohlgemuth. Portas ehemaliger Bürgermeister war es, der vor 18 Jahren dafür sorgte, dass der Wanderweg trotz aller Bedenken der Landesforsten auf eigene Gefahr geöffnet bleibt. „Ich kann nicht verstehen, wieso der Weg jetzt plötzlich aus Verkehrssicherungsgründen gesperrt wird. Die Bäume sind doch alle die gleichen wie damals“, betont er. Er glaubt inzwischen, dass die Sperrung des Wegs „ein Wunsch einzelner Personen“ sei, der nun kurzerhand in die Tat umgesetzt worden sei.

Verkehrssicherung sei schon immer Pflicht in diesem Wald gewesen, betont Dirk Rahnenführer (SPD). Warum das jetzt plötzlich nicht mehr gehe, könne er sich nicht erklären. „In NRW gibt es 100 ausgewiesene Wildnisentwicklungsgebiete, die alle betretbar sind“, sagt er. Selbst das Landesministerium für Umwelt betone auf seiner Webseite, dass gerade solche Gebiete für den Menschen erlebbar gemacht werden müssten. Rahnenführer sieht im jetzigen Entschluss, den Weg dicht zu machen – und zwar auf Lebenszeit –, einen Widerspruch zu den Aussagen des Ministeriums. Nach seinem Empfinden, und damit ist er in Porta bei Weitem nicht allein, sei der Kompromiss zum bisherigen Offenhalten des Weges „den Landesforsten schon immer ein Dorn im Auge“ gewesen.

Und genau das sei Schade, findet der zertifizierte Natur- und Landschaftsführer Lutz Carta. Dieser Weg durch die Wolfsschlucht sei nicht nur landschaftlich einmalig im Wiehengebirge. „Ihm kommt auch eine besondere, kulturhistorische Bedeutung zu“, betont er. Denn der Weg sei eigens dafür angelegt worden, um den für den Bau des Kaiser-Wilhelm-Denkmals abgebauten Porta-Sandstein zur Baustelle zu transportieren. „Wer auf diesem Weg entlanggeht, kann diesen historischen Prozess überhaupt erst begreifen“, findet er. Und noch etwas stört ihn: „Weil der offizielle Weg gesperrt ist, gehen viele jetzt von oben über den Hang auf den Weg. Die Leute rennen damit wirklich quer durch das Wildnisentwicklungsgebiet. und das kann doch wirklich nicht erklärtes Ziel sein“, schimpft Carta. Er ist sich sicher, dass viele die illegale Abkürzung nehmen, um weiterhin auf dem beliebten Wanderweg gehen zu können.

Der zieht sich an einem Steilhang über die südliche Seite des Wiehengebirges und verbindet Denkmal und Wittekindsburg. Das Regionalforstamt der Landesforsten NRW beruft sich auf einen Erlass aus dem Ministerium. Demnach soll auf dem Wanderweg Lebensgefahr herrschen, weil es sich um ein Wildnisentwicklungsgebiet handelt und daraus keine alten und toten Bäume entnommen würden. Sie könnten auf den Weg stürzen und Wanderer treffen. Bisher galt: Wer den Weg betritt, handelt auf eigene Gefahr. Passiert ist nach MT-Informationen noch nichts.

Nun wollen die Politiker und Landschaftsführer ihren Unmut in einer gemeinsamen Erklärung zusammenfassen und die Landespolitik verschiedener Fraktionen ins Boot holen. „Wir müssen gemeinsam dafür einstehen, dass dieser Weg wieder geöffnet wird“, sagt Altbürgermeister Wohlgemuth. „Wenn nicht wir in Barkhausen, wer dann?“, fragt Dirk Rahnenführer.

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