Costedt

Großer Weserbogen in Porta: Verkauf verschoben und neuer Ärger

Thomas Lieske

Wann der Verkauf des „Großen Weserbogens“ über die Bühne geht, ist derzeit noch unklar. Das Virus machte den entscheidenden Sitzungen der beteiligten Gremien einen Strich durch die Rechnung. MT- - © Foto: Thomas Lieske
Wann der Verkauf des „Großen Weserbogens“ über die Bühne geht, ist derzeit noch unklar. Das Virus machte den entscheidenden Sitzungen der beteiligten Gremien einen Strich durch die Rechnung. MT- (© Foto: Thomas Lieske)

Porta Westfalica-Costedt. Der Verkauf der Camping- und Freizeitanlage „Großer Weserbogen“ in Costedt scheint unter keinem guten Stern zu stehen. Immer wieder wurde Kritik an dem Verkaufsverfahren laut. Intransparenz wurde der Gesellschaft, zu der die Stadt Porta Westfalica und der Kreis Minden-Lübbecke zählen, vorgeworfen. Fraktionen aus Stadtrat und Kreistag forderten Nachbesserungen. Nicht weiter berücksichtigte Bieter im Verkaufsverfahren stellten Strafanzeige – deren Verlauf unklar ist –, dann eine Petition der Wählergemeinschaft gegen einen Verkauf in diesem Jahr.

Nun ist es die Corona-Krise, die dem zum April geplanten Verkauf der Freizeitanlage einen Strich durch die Rechnung macht. Eigentlich war der Plan, das Areal pünktlich zum Saisonstart an einen Nachfolger zu übergeben. Doch für den finalen Schritt benötigt die Kommunal Weserbogen GmbH die politischen Entscheidungen von Stadtrat und Kreistag. Ohne die gibt es keinen Verkauf. Doch die politische Landschaft ruht derzeit aufgrund des bundesweiten Kontaktverbots. Deshalb habe es bisher auch keine weiteren Abstimmungen in Sachen Verkauf gegeben, bestätigt Portas Verwaltungssprecherin Babette Lissner auf MT-Anfrage. Der Verkauf ist verschoben.

Mindestens bis 20. April, erklärt Lissner, werde auch keines der Gremien tagen, um eine Entscheidung zu fällen. Zwar ist der „Große Weserbogen“ aktuell wegen des Corona-Virus selbst geschlossen. Doch der potenzielle neue Besitzer des Areals hätt die Zeit für dringend notwendige Investitionen nutzen können. Denn es gibt einiges zu tun auf der Anlage, die in die Jahre gekommen ist, wie Portas Bürgermeister Bernd Hedtmann (parteilos) in öffentlichen Sitzungen des Rates und verschiedener Ausschüsse immer wieder betonen musste. Unter anderem erhofft sich die Kommunale GmbH von Stadt und Kreis eine Wiederbelebung der Gastronomie. Doch in das Gebäude muss viel Geld fließen, bevor ein Restaurantbetrieb wieder möglich ist. Auch der Kiosk am Badesee braucht eine Generalüberholung. Und der Service-Bereich am Eingang ist ebenfalls nicht auf dem neuesten Stand.

Inzwischen regt sich auf Seiten der Bieter beziehungsweise potenziellem künftigen Personal Unmut über den bisherigen Verlauf. Vor allem die Petition der Wählergemeinschaft Porta stößt offenbar auf Kritik. „Für solche politischen Spielchen habe ich keine Zeit“, betont einer der Betroffenen gegenüber dem MT. Er ziehe sich deshalb nun zurück aus dem Vorhaben, zusammen mit dem favorisierten Investor in das Projekt „Großer Weserbogen“ einzusteigen.

Ob auch der Investor, den sowohl Kreistag als auch Stadtrat nach MT-Informationen aufgrund seiner Vorerfahrungen im Betrieb von Campinganlagen favorisiert, zurückzieht, blieb auf MT-Anfrage unbeantwortet. Es holpert also weiter im Verkaufsverfahren für den „Großen Weserbogen“. Der neuerliche unverschuldete Zeitverzug passt in die Reihe. Wann es eine Entscheidung zum Verkauf geben wird, ist noch völlig unklar. Damit bleibt auch offen, unter wessen Regie der Campingplatz nach der Lockerung von Corona-Maßnahmen in dieser Saison öffnen wird.

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CostedtGroßer Weserbogen in Porta: Verkauf verschoben und neuer ÄrgerThomas LieskePorta Westfalica-Costedt. Der Verkauf der Camping- und Freizeitanlage „Großer Weserbogen“ in Costedt scheint unter keinem guten Stern zu stehen. Immer wieder wurde Kritik an dem Verkaufsverfahren laut. Intransparenz wurde der Gesellschaft, zu der die Stadt Porta Westfalica und der Kreis Minden-Lübbecke zählen, vorgeworfen. Fraktionen aus Stadtrat und Kreistag forderten Nachbesserungen. Nicht weiter berücksichtigte Bieter im Verkaufsverfahren stellten Strafanzeige – deren Verlauf unklar ist –, dann eine Petition der Wählergemeinschaft gegen einen Verkauf in diesem Jahr. Nun ist es die Corona-Krise, die dem zum April geplanten Verkauf der Freizeitanlage einen Strich durch die Rechnung macht. Eigentlich war der Plan, das Areal pünktlich zum Saisonstart an einen Nachfolger zu übergeben. Doch für den finalen Schritt benötigt die Kommunal Weserbogen GmbH die politischen Entscheidungen von Stadtrat und Kreistag. Ohne die gibt es keinen Verkauf. Doch die politische Landschaft ruht derzeit aufgrund des bundesweiten Kontaktverbots. Deshalb habe es bisher auch keine weiteren Abstimmungen in Sachen Verkauf gegeben, bestätigt Portas Verwaltungssprecherin Babette Lissner auf MT-Anfrage. Der Verkauf ist verschoben. Mindestens bis 20. April, erklärt Lissner, werde auch keines der Gremien tagen, um eine Entscheidung zu fällen. Zwar ist der „Große Weserbogen“ aktuell wegen des Corona-Virus selbst geschlossen. Doch der potenzielle neue Besitzer des Areals hätt die Zeit für dringend notwendige Investitionen nutzen können. Denn es gibt einiges zu tun auf der Anlage, die in die Jahre gekommen ist, wie Portas Bürgermeister Bernd Hedtmann (parteilos) in öffentlichen Sitzungen des Rates und verschiedener Ausschüsse immer wieder betonen musste. Unter anderem erhofft sich die Kommunale GmbH von Stadt und Kreis eine Wiederbelebung der Gastronomie. Doch in das Gebäude muss viel Geld fließen, bevor ein Restaurantbetrieb wieder möglich ist. Auch der Kiosk am Badesee braucht eine Generalüberholung. Und der Service-Bereich am Eingang ist ebenfalls nicht auf dem neuesten Stand. Inzwischen regt sich auf Seiten der Bieter beziehungsweise potenziellem künftigen Personal Unmut über den bisherigen Verlauf. Vor allem die Petition der Wählergemeinschaft Porta stößt offenbar auf Kritik. „Für solche politischen Spielchen habe ich keine Zeit“, betont einer der Betroffenen gegenüber dem MT. Er ziehe sich deshalb nun zurück aus dem Vorhaben, zusammen mit dem favorisierten Investor in das Projekt „Großer Weserbogen“ einzusteigen. Ob auch der Investor, den sowohl Kreistag als auch Stadtrat nach MT-Informationen aufgrund seiner Vorerfahrungen im Betrieb von Campinganlagen favorisiert, zurückzieht, blieb auf MT-Anfrage unbeantwortet. Es holpert also weiter im Verkaufsverfahren für den „Großen Weserbogen“. Der neuerliche unverschuldete Zeitverzug passt in die Reihe. Wann es eine Entscheidung zum Verkauf geben wird, ist noch völlig unklar. Damit bleibt auch offen, unter wessen Regie der Campingplatz nach der Lockerung von Corona-Maßnahmen in dieser Saison öffnen wird.