MT-Serie "Helden des Alltags": Applaus für die Müllabfuhr Carsten Korfesmeyer Porta Westfalica. Peter Sudermann erzählt von Menschen, die ihm von ihren Fenstern aus zuwinken. Oder von der Frau, die ihm Schokolade schenkte und sich damit einfach nur dafür bedanken wollte, dass der 53-Jährige in diesen Tagen seine Arbeit bei der Müllabfuhr macht. 16 Jahre ist er im Job, aber einen derart großen Zuspruch hat er aus der Bevölkerung noch nie bekommen. „Erst heute haben mir wieder Leute applaudiert, als ich ihre Tonnen kippte“, sagt er. Der PreZero-Mitarbeiter hofft trotzdem, dass möglichst schnell wieder Normalität in seinen Alltag einzieht. Wenn er dennoch etwas Positives aus der Zeit der Coronakrise mitnehmen werde, dann der für ihn spürbare starke Zusammenhalt der Bevölkerung. Die Menschen seien freundlicher zueinander geworden. Nahezu alle, denen Peter Sudermann zurzeit auf den wenig befahrenen Straßen begegnet, grüßen ihn. „Mein Beruf erlebt zurzeit eine hohe Wertschätzung“, sagt er am Mittwoch gegenüber dem MT. Den Bürgern werde bewusst, „dass es ohne Müllabfuhr nicht geht“. Weil er hoch oben im Führerhaus sitzt, ist das Abstand halten bei den Begegnungen mit den Menschen auf der Straße kein Problem. Auf dem Firmenhof sei das anders, denn dort plaudert der Familienvater sonst immer gerne mit seinen Kollegen. Bevor die Touren starten, sitzen die Fahrer regelmäßig bei einer Tasse Kaffee zusammen. Das alles ist für Sudermann momentan tabu. PreZero habe klare Ansagen gemacht und entsprechende Schutzvorkehrungen getroffen. „Mein Chef sagte, dass er mich so wenig wie möglich sehen möchte.“ Deshalb nimmt der Mann von der Müllabfuhr seinen Seitenlader nach Feierabend mit nach Hause – etwas, das in der Branche normalerweise völlig unüblich ist. Die Coronakrise fordert jedoch ungewöhnliche Maßnahmen und auch bei vielen seiner Kollegen steht der Seitenlader am Abend vor der Haustür. „Natürlich nur bei denen, wo es auch geht.“ Verstärkt achtet das Entsorgungsunternehmen darauf, dass die Arbeitskleidung genügend Schutz vor dem Virus bietet. Deshalb gibt es jetzt häufiger Wechselwäsche mit nach Hause. Was das reine Sammeln des Abfalls betrifft, gibt es laut Sudermann zurzeit noch keinerlei Probleme. Allerdings sei ihm aufgefallen, dass die Müllmengen in den vergangenen Tagen gestiegen sind. „Das liegt daran, dass die Leute zu Hause sind.“ Sollte er deshalb in der kommenden Zeit mal länger für seine Arbeit brauchen, wünscht er sich Nachsicht und Verständnis aus der Bevölkerung. Peter Sudermann ist absolut sicher, dass er die bekommt.

MT-Serie "Helden des Alltags": Applaus für die Müllabfuhr

Porta Westfalica. Peter Sudermann erzählt von Menschen, die ihm von ihren Fenstern aus zuwinken. Oder von der Frau, die ihm Schokolade schenkte und sich damit einfach nur dafür bedanken wollte, dass der 53-Jährige in diesen Tagen seine Arbeit bei der Müllabfuhr macht. 16 Jahre ist er im Job, aber einen derart großen Zuspruch hat er aus der Bevölkerung noch nie bekommen. „Erst heute haben mir wieder Leute applaudiert, als ich ihre Tonnen kippte“, sagt er.

Der PreZero-Mitarbeiter hofft trotzdem, dass möglichst schnell wieder Normalität in seinen Alltag einzieht. Wenn er dennoch etwas Positives aus der Zeit der Coronakrise mitnehmen werde, dann der für ihn spürbare starke Zusammenhalt der Bevölkerung. Die Menschen seien freundlicher zueinander geworden. Nahezu alle, denen Peter Sudermann zurzeit auf den wenig befahrenen Straßen begegnet, grüßen ihn. „Mein Beruf erlebt zurzeit eine hohe Wertschätzung“, sagt er am Mittwoch gegenüber dem MT. Den Bürgern werde bewusst, „dass es ohne Müllabfuhr nicht geht“.

Weil er hoch oben im Führerhaus sitzt, ist das Abstand halten bei den Begegnungen mit den Menschen auf der Straße kein Problem. Auf dem Firmenhof sei das anders, denn dort plaudert der Familienvater sonst immer gerne mit seinen Kollegen. Bevor die Touren starten, sitzen die Fahrer regelmäßig bei einer Tasse Kaffee zusammen. Das alles ist für Sudermann momentan tabu. PreZero habe klare Ansagen gemacht und entsprechende Schutzvorkehrungen getroffen. „Mein Chef sagte, dass er mich so wenig wie möglich sehen möchte.“

Deshalb nimmt der Mann von der Müllabfuhr seinen Seitenlader nach Feierabend mit nach Hause – etwas, das in der Branche normalerweise völlig unüblich ist. Die Coronakrise fordert jedoch ungewöhnliche Maßnahmen und auch bei vielen seiner Kollegen steht der Seitenlader am Abend vor der Haustür. „Natürlich nur bei denen, wo es auch geht.“

Verstärkt achtet das Entsorgungsunternehmen darauf, dass die Arbeitskleidung genügend Schutz vor dem Virus bietet. Deshalb gibt es jetzt häufiger Wechselwäsche mit nach Hause. Was das reine Sammeln des Abfalls betrifft, gibt es laut Sudermann zurzeit noch keinerlei Probleme. Allerdings sei ihm aufgefallen, dass die Müllmengen in den vergangenen Tagen gestiegen sind. „Das liegt daran, dass die Leute zu Hause sind.“

Sollte er deshalb in der kommenden Zeit mal länger für seine Arbeit brauchen, wünscht er sich Nachsicht und Verständnis aus der Bevölkerung. Peter Sudermann ist absolut sicher, dass er die bekommt.

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