Hausberge

Baumfällungen auf Naturdenkmal haben rechtliche Konsequenzen

Thomas Lieske

Bei den Arbeiten auf dem Grundstück wurde die Grüne Nieswurz fast vollständig zerstört. MT- - © Foto: Haunhorst
Bei den Arbeiten auf dem Grundstück wurde die Grüne Nieswurz fast vollständig zerstört. MT- (© Foto: Haunhorst)

Porta Westfalica-Hausberge. Die nicht abgestimmte Baumfällung auf dem Naturdenkmal im Kirchsiek in Hausberge wird rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Das hat Kreissprecherin Janine Küchhold auf MT-Anfrage bestätigt. Wer genau die Konsequenzen zu tragen hat und in welcher Form diese ausfallen, blieb allerdings offen. Grundsätzlich drohen bei widerrechtlichen Fällungen in geschützten Gebieten Geldbußen von bis zu 50.000 Euro.

Die rechtlichen Konsequenzen „werden derzeit auf den Weg gebracht“, erklärt Küchhold weiter. Eine abschließende Bewertung des gesamten Falls sei aber noch nicht möglich. Mittlerweile hat sich die untere Naturschutzbehörde ein umfassendes Bild des Schadens gemacht, der bei der Rodung des kleinen Hanggrundstücks der Stadtwerke Porta Westfalica entstanden ist. „Auch wenn aktuell einige Exemplare des Nieswurz aufgefunden wurden, lässt das noch keine Rückschlüsse über den langfristigen Erhalt dieses Naturdenkmals zu“, heißt es aus dem Kreishaus.

Die besonders geschützte Grüne Nieswurz hatte sich an diesem Standort in einem waldartigen Bereich entwickelt. „Durch die Veränderungen des Standortes bezüglich Lichteinfall und Waldklima sind die Auswirkungen auf den Nieswurz noch nicht absehbar“, erklärt Janine Küchhold.

Naturfreunde hatten vor wenigen Tagen einige überlebende Exemplare der Pflanze entdeckt, die zusammen mit dem Baumbestand seit mehr als 25 Jahren offiziell als Naturdenkmal eingetragen waren. Ein großes Holzschild vor dem Grundstückszaun weist auf diesen besonderen Lebensraum hin.

Die Stadtwerke betonten in einer früheren Stellungnahme, dass das Vorkommen der seltenen Pflanze bekannt gewesen und der Bagger deshalb extra auf einer separaten Grünfläche außerhalb des Vorkommens positioniert worden sei. Allerdings sind durch die fallenden Stämme und das Abräumen des Grundstücks offenbar große Schäden entstanden. Daraufhin hatte die untere Naturschutzbehörde die Baustelle sofort stillgelegt. Das traf unter direkt angrenzenden Anwohnern allerdings auf Unverständnis. Sie hatten gehofft, dass die Bäume wegkommen, weil frühere Sturmereignisse gezeigt hätten, dass einige Bäume instabil seien.

Ursprungsgrund für die Fällungen war ein Borkenkäferbefall. Die Rodung hätte allerdings mit der Naturschutzbehörde abgestimmt werden müssen. Das geschah jedoch nicht.

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HausbergeBaumfällungen auf Naturdenkmal haben rechtliche KonsequenzenThomas LieskePorta Westfalica-Hausberge. Die nicht abgestimmte Baumfällung auf dem Naturdenkmal im Kirchsiek in Hausberge wird rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Das hat Kreissprecherin Janine Küchhold auf MT-Anfrage bestätigt. Wer genau die Konsequenzen zu tragen hat und in welcher Form diese ausfallen, blieb allerdings offen. Grundsätzlich drohen bei widerrechtlichen Fällungen in geschützten Gebieten Geldbußen von bis zu 50.000 Euro. Die rechtlichen Konsequenzen „werden derzeit auf den Weg gebracht“, erklärt Küchhold weiter. Eine abschließende Bewertung des gesamten Falls sei aber noch nicht möglich. Mittlerweile hat sich die untere Naturschutzbehörde ein umfassendes Bild des Schadens gemacht, der bei der Rodung des kleinen Hanggrundstücks der Stadtwerke Porta Westfalica entstanden ist. „Auch wenn aktuell einige Exemplare des Nieswurz aufgefunden wurden, lässt das noch keine Rückschlüsse über den langfristigen Erhalt dieses Naturdenkmals zu“, heißt es aus dem Kreishaus. Die besonders geschützte Grüne Nieswurz hatte sich an diesem Standort in einem waldartigen Bereich entwickelt. „Durch die Veränderungen des Standortes bezüglich Lichteinfall und Waldklima sind die Auswirkungen auf den Nieswurz noch nicht absehbar“, erklärt Janine Küchhold. Naturfreunde hatten vor wenigen Tagen einige überlebende Exemplare der Pflanze entdeckt, die zusammen mit dem Baumbestand seit mehr als 25 Jahren offiziell als Naturdenkmal eingetragen waren. Ein großes Holzschild vor dem Grundstückszaun weist auf diesen besonderen Lebensraum hin. Die Stadtwerke betonten in einer früheren Stellungnahme, dass das Vorkommen der seltenen Pflanze bekannt gewesen und der Bagger deshalb extra auf einer separaten Grünfläche außerhalb des Vorkommens positioniert worden sei. Allerdings sind durch die fallenden Stämme und das Abräumen des Grundstücks offenbar große Schäden entstanden. Daraufhin hatte die untere Naturschutzbehörde die Baustelle sofort stillgelegt. Das traf unter direkt angrenzenden Anwohnern allerdings auf Unverständnis. Sie hatten gehofft, dass die Bäume wegkommen, weil frühere Sturmereignisse gezeigt hätten, dass einige Bäume instabil seien. Ursprungsgrund für die Fällungen war ein Borkenkäferbefall. Die Rodung hätte allerdings mit der Naturschutzbehörde abgestimmt werden müssen. Das geschah jedoch nicht.