Hausberge

Karten kloppen: Schüler, Eltern und Lehrer gemeinsam am Spieltisch

Michael Grundmeier

Spielort Realschule: Fast 50 Schüler sowie einige Erwachsene mischten beim Kartenabend mit. Ein DJ machte Musik, es gab zwischendurch Würstchen und am Ende einen richtigen Siegerpokal. Foto: Michael Grundmeier - © grundmeier
Spielort Realschule: Fast 50 Schüler sowie einige Erwachsene mischten beim Kartenabend mit. Ein DJ machte Musik, es gab zwischendurch Würstchen und am Ende einen richtigen Siegerpokal. Foto: Michael Grundmeier (© grundmeier)

Porta Westfalcia-Hausberge. Aus der Realschule dringt am Donnerstagabendabend gedämpfte Musik. Rund 50 Eltern, Schüler und Lehrer sitzen an Tischen und kloppen Karten. „Lama“ heißt das Spiel. Für die, die es nicht kennen, hat die Brettspiele-AG ein Erklärvideo erstellt, das per Beamer an die Wand geworfen wird. „Ist doch ganz einfach“, meint eine Mutter. „Ich finde es super, dass die Schule sich so öffnet und wir auch mal gemeinsam hier sein können.“

Zufrieden ist auch der Vorsitzende des Fördervereins der Schule, Kay Detering. Die Kinder lernten Schule mal nicht als Lernort kennen. „In anderen Ländern ist es ganz selbstverständlich, dass die Schüler gerne zur Schule gehen, in Deutschland ist es ein Müssen.“ Durch Aktionen wie diese würde die Schule auch als Ort begriffen, „wo man Spaß haben kann und darf“. Für den Förderverein sei es deshalb selbstverständlich gewesen, die AG bei der Ausrichtung des Turniers mit Catering und Preisen zu unterstützen.

Lehrer Fabian Steinki ist seit langem ein Fan von Brettspielen. Schon an seiner früheren Schule in Lahde hatte er eine AG aufgebaut, so wie jetzt auch an der Realschule in Hausberge. „Ich bin selbst Hobbybrettspieler und spiele in einer Gruppe mit vier anderen beispielsweise Flügelschlag und Burgen von Burgund. Gesellschaftsspiele förderten Kommunikation, Zusammengehörigkeitsgefühl und die Fähigkeit, Strategien zu entwickeln und könnten so zur kindlichen Entwicklung beitragen, findet Steinki.

Dass er hier an der Schule eine Brettspiele-AG gegründet hat, erklärt der Lehrer so: „Man versucht sich ja als Lehrer mit seinen Hobbys an der Schule einzubringen. Bei mir sind das eben die Brettspiele.“

Neun Schüler kommen zu den wöchentlichen Treffen, bei dem vor allem neue Spiele ausprobiert werden. „Wir fahren auch zu Spielemessen“, erläutert Steinki. Im vorigen Jahr war die Gruppe auf der „Spiel doch“ in Duisburg.

Beim dritten Spieltermin in der Realschule gibt es Würstchen und ein DJ macht Musik. Die Kinder haben sichtlich Spaß. Ab und zu ist ein Handyklingelton zu hören, aber keiner geht ran. Das Telefon bleibt einen Abend in der Tasche. „Je länger man spielt, desto mehr fokussiert man sich auf das Spiel, alles andere kommt morgen“, meint ein Vater. Er freue sich jetzt darauf, mit seinem Sohn Karten spielen zu können.

Warum er Woche für Woche nach dem Unterricht zur AG kommt, erklärt Nico vom Cleff so: „Das Soziale ist das Wichtige, man sitzt als Gruppe zusammen, macht Freunde.“ Natürlich könnte man auch über eine App spielen. Das hätte aber nicht den gleichen Stellenwert, meint Katharina Sophie Tobüren: „Man ist in direktem Kontakt zu den anderen, sieht ihre Gesichter.“ Auf das Gewinnen komme es dabei gar nicht so sehr an. „Wir spielen, weil wir Spaß daran haben.“

Auf ein Lieblingsspiel können sich die AG-Teilnehmer übrigens nicht einigen. „Es gibt viele Spiele, die toll sind“, meint Niko Pinteley. Schwierig, da eines herauszugreifen. Katharina Sophie kann „Fiftyone Days“ empfehlen. Ein eher strategisches Spiel, sagt sie. Oder „Evolution“: „Da muss man mal gegeneinander und mal miteinander spielen.“

Bei Lama versuchen die Spieler, so viele Karten wie möglich abzulegen, um keine Minuspunkte zu bekommen. Am besten gelingt das Azad Khalil, der sogar einen richtigen Pokal bekommt. Er gewinnt vor Colin Krückemeier (Platz 2) sowie Zoe Rothmüller und Mohammed Khalil (jeweils Platz 3). Eigentlich fühlen sich am Ende alle wie Gewinner, weil es so viel Spaß gemacht hat.

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HausbergeKarten kloppen: Schüler, Eltern und Lehrer gemeinsam am SpieltischMichael GrundmeierPorta Westfalcia-Hausberge. Aus der Realschule dringt am Donnerstagabendabend gedämpfte Musik. Rund 50 Eltern, Schüler und Lehrer sitzen an Tischen und kloppen Karten. „Lama“ heißt das Spiel. Für die, die es nicht kennen, hat die Brettspiele-AG ein Erklärvideo erstellt, das per Beamer an die Wand geworfen wird. „Ist doch ganz einfach“, meint eine Mutter. „Ich finde es super, dass die Schule sich so öffnet und wir auch mal gemeinsam hier sein können.“ Zufrieden ist auch der Vorsitzende des Fördervereins der Schule, Kay Detering. Die Kinder lernten Schule mal nicht als Lernort kennen. „In anderen Ländern ist es ganz selbstverständlich, dass die Schüler gerne zur Schule gehen, in Deutschland ist es ein Müssen.“ Durch Aktionen wie diese würde die Schule auch als Ort begriffen, „wo man Spaß haben kann und darf“. Für den Förderverein sei es deshalb selbstverständlich gewesen, die AG bei der Ausrichtung des Turniers mit Catering und Preisen zu unterstützen. Lehrer Fabian Steinki ist seit langem ein Fan von Brettspielen. Schon an seiner früheren Schule in Lahde hatte er eine AG aufgebaut, so wie jetzt auch an der Realschule in Hausberge. „Ich bin selbst Hobbybrettspieler und spiele in einer Gruppe mit vier anderen beispielsweise Flügelschlag und Burgen von Burgund. Gesellschaftsspiele förderten Kommunikation, Zusammengehörigkeitsgefühl und die Fähigkeit, Strategien zu entwickeln und könnten so zur kindlichen Entwicklung beitragen, findet Steinki. Dass er hier an der Schule eine Brettspiele-AG gegründet hat, erklärt der Lehrer so: „Man versucht sich ja als Lehrer mit seinen Hobbys an der Schule einzubringen. Bei mir sind das eben die Brettspiele.“ Neun Schüler kommen zu den wöchentlichen Treffen, bei dem vor allem neue Spiele ausprobiert werden. „Wir fahren auch zu Spielemessen“, erläutert Steinki. Im vorigen Jahr war die Gruppe auf der „Spiel doch“ in Duisburg. Beim dritten Spieltermin in der Realschule gibt es Würstchen und ein DJ macht Musik. Die Kinder haben sichtlich Spaß. Ab und zu ist ein Handyklingelton zu hören, aber keiner geht ran. Das Telefon bleibt einen Abend in der Tasche. „Je länger man spielt, desto mehr fokussiert man sich auf das Spiel, alles andere kommt morgen“, meint ein Vater. Er freue sich jetzt darauf, mit seinem Sohn Karten spielen zu können. Warum er Woche für Woche nach dem Unterricht zur AG kommt, erklärt Nico vom Cleff so: „Das Soziale ist das Wichtige, man sitzt als Gruppe zusammen, macht Freunde.“ Natürlich könnte man auch über eine App spielen. Das hätte aber nicht den gleichen Stellenwert, meint Katharina Sophie Tobüren: „Man ist in direktem Kontakt zu den anderen, sieht ihre Gesichter.“ Auf das Gewinnen komme es dabei gar nicht so sehr an. „Wir spielen, weil wir Spaß daran haben.“ Auf ein Lieblingsspiel können sich die AG-Teilnehmer übrigens nicht einigen. „Es gibt viele Spiele, die toll sind“, meint Niko Pinteley. Schwierig, da eines herauszugreifen. Katharina Sophie kann „Fiftyone Days“ empfehlen. Ein eher strategisches Spiel, sagt sie. Oder „Evolution“: „Da muss man mal gegeneinander und mal miteinander spielen.“ Bei Lama versuchen die Spieler, so viele Karten wie möglich abzulegen, um keine Minuspunkte zu bekommen. Am besten gelingt das Azad Khalil, der sogar einen richtigen Pokal bekommt. Er gewinnt vor Colin Krückemeier (Platz 2) sowie Zoe Rothmüller und Mohammed Khalil (jeweils Platz 3). Eigentlich fühlen sich am Ende alle wie Gewinner, weil es so viel Spaß gemacht hat.