Kommentar zum Großen Weserbogen: Die Lehre aus der Leere

Dirk Haunhorst

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Die Politiker sind bereits im Wahlkampf-Modus. Das zeigt die Kontroverse über die Zukunft von Campingplatz und Badesee am Weserbogen. Die eindeutige Mehrheit möchte unbedingt verkaufen, die Wählergemeinschaft Porta (WP) will das mithilfe einer Petition verhindern. Doch dafür ist es aus mindestens zwei Gründen zu spät.

Erstens ist schon viel zu viel Zeit am Weserbogen verstrichen. Die Freizeitanlage muss seit beinahe sechs Jahren ohne Gastronomie auskommen, einmal abgesehen von improvisierten Imbissbuden-Lösungen. Es wird höchste Zeit, einen richtigen Profi mit Campingplatz und Drumherum zu betrauen. Das ist die Lehre aus dem aktuellen Leerstand, resultierend aus fragwürdigen Eigenbetriebs- und Verpachtungsversuchen der mitunter überfordert wirkenden kommunalen Weserbogen-Gesellschaft.

Zweitens haben die etablierten Parteien kein Interesse, sich ein halbes Jahr vor der Kommunalwahl vom Newcomer WP erklären zu lassen, was am Weserbogen richtig und was falsch läuft. Wie stünden die Ratsfraktionen da, wenn sie auf die WP-Position umschwenken würden? Das wäre ein Offenbarungseid und zugleich beste Werbung für die Wählergemeinschaft.

Es ist grundsätzlich gut, in Porta mehr Begeisterung, Esprit und Konzeption im Sinne eines sanften Tourismus zu fordern, wie dies die WP tut. Sie kann im Falle ihren Wahlerfolgs parlamentarisch daran mitwirken. Jetzt aber sind andere gefordert, endlich Resultate herbeizuführen, allen voran der scheidende Bürgermeister. Bernd Hedtmann hat in seiner Amtszeit gerne das Bild von „Portas Perlen“ bemüht. Zum Aufpolieren der arg angestaubten Weserbogen-Perle bleiben ihm nur noch wenige Monate.

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Kommentar zum Großen Weserbogen: Die Lehre aus der LeereDirk HaunhorstDie Politiker sind bereits im Wahlkampf-Modus. Das zeigt die Kontroverse über die Zukunft von Campingplatz und Badesee am Weserbogen. Die eindeutige Mehrheit möchte unbedingt verkaufen, die Wählergemeinschaft Porta (WP) will das mithilfe einer Petition verhindern. Doch dafür ist es aus mindestens zwei Gründen zu spät. Erstens ist schon viel zu viel Zeit am Weserbogen verstrichen. Die Freizeitanlage muss seit beinahe sechs Jahren ohne Gastronomie auskommen, einmal abgesehen von improvisierten Imbissbuden-Lösungen. Es wird höchste Zeit, einen richtigen Profi mit Campingplatz und Drumherum zu betrauen. Das ist die Lehre aus dem aktuellen Leerstand, resultierend aus fragwürdigen Eigenbetriebs- und Verpachtungsversuchen der mitunter überfordert wirkenden kommunalen Weserbogen-Gesellschaft. Zweitens haben die etablierten Parteien kein Interesse, sich ein halbes Jahr vor der Kommunalwahl vom Newcomer WP erklären zu lassen, was am Weserbogen richtig und was falsch läuft. Wie stünden die Ratsfraktionen da, wenn sie auf die WP-Position umschwenken würden? Das wäre ein Offenbarungseid und zugleich beste Werbung für die Wählergemeinschaft. Es ist grundsätzlich gut, in Porta mehr Begeisterung, Esprit und Konzeption im Sinne eines sanften Tourismus zu fordern, wie dies die WP tut. Sie kann im Falle ihren Wahlerfolgs parlamentarisch daran mitwirken. Jetzt aber sind andere gefordert, endlich Resultate herbeizuführen, allen voran der scheidende Bürgermeister. Bernd Hedtmann hat in seiner Amtszeit gerne das Bild von „Portas Perlen“ bemüht. Zum Aufpolieren der arg angestaubten Weserbogen-Perle bleiben ihm nur noch wenige Monate.