Porta Westfalica

600 Liter Diesel ausgelaufen: So aufwendig war die Reinigung nach dem B482-Unfall

Dirk Haunhorst

Stundenlang waren Teile der B482 wegen des ausgelaufenen Diesels gesperrt. Eine Fachfirma musste die Fahrbahn aufwendig reinigen. MT-Foto: Vasco Stemmer - © stemmer
Stundenlang waren Teile der B482 wegen des ausgelaufenen Diesels gesperrt. Eine Fachfirma musste die Fahrbahn aufwendig reinigen. MT-Foto: Vasco Stemmer (© stemmer)

Porta Westfalica. Ein Verkehrsunfall mit zwei beschädigten Fahrzeugen – eigentlich keine große Sache, möchte man meinen. Zumal, wenn's glücklicherweise keine Verletzen gibt. Unfallaufnahme, Räumung samt Reinigung der Straße und der Verkehr sollte eigentlich wieder fließen. Nicht so am vergangenen Mittwoch, nach der Kollision eines Polizeiautos mit einem Lkw. Stundenlang war die B482 blockiert, auf den Nebenstrecken herrschte bis in den Nachmittag hinein Chaos. Der Grund: die aufwendige Reinigung der Unfallstelle mit Spezialfahrzeugen, weil 600 Liter Diesel ausgelaufen waren.

„Es gibt nach solchen Unfällen die üblichen Erstmaßnahmen“, sagt Sven Johanning, Pressesprecher des Landesbetriebs Straßen NRW. Die Straßenmeisterei in Minden wird alarmiert und die Feuerwehr streut die Unfallstelle ab. Nur in dem Fall reichte das nicht aus, weil die große Menge an Diesel gründlich entfernt werden musste. „Wenn das nicht gelingt, müssen wir in solchen Fällen schlimmstenfalls die Straße auffräsen“, sagt Johanning. Diesel macht die Fahrbahn nicht nur rutschig, sondern beschädigt sie auf Dauer. Um das zu verhindern, setzt Straßen NRW spezielle Firmen ein.

Unter anderem ein solches Fahrzeug war am Freitag auf der B482 in Hausberge im Einsatz. - © Foto: pr
Unter anderem ein solches Fahrzeug war am Freitag auf der B482 in Hausberge im Einsatz. (© Foto: pr)

Zur Reinigung der B 482 rückte am Mittwoch das Unternehmen Stickelbroeck aus Bramsche und deren Partnerfirma UKS aus Lauenau mit zwei Spezialfahrzeugen an. „Es handelt sich um ein Vakuum-Hochdruckreinigungsverfahren“, erläuterte gestern ein Stickelbroeck-Mitarbeiter auf MT-Anfrage. Im vorderen Bereich der Fahrzeuge ist eine abgedichtete Reinigungshaube angebracht. Über die Düsen von drei rotierenden Balken wird mit Reinigungsmittel versetztes warmes Wasser mit einem Druck von 200 bar auf die Fahrbahn gesprüht. Maximal 30 Liter pro Minute gelangen so in die Poren, um diese auszuwaschen. Normale Bindemittel reichen dafür nicht auf, weil sie nur oberflächliche Verschmutzung aufnehmen. Das Gemisch bleibt nicht auf der Straße, sondern wird mithilfe von Unterdruck gleich wieder aufgesaugt und in einem Schmutzwasserbehälter aufgefangen. Dabei seien insgesamt 7.000 Liter Emulsion zusammengekommen.

„Wir mussten extrem langsam über die Straße fahren, um den Diesel möglichst vollständig zu entfernen“, berichtet der Stickelbroeck-Mitarbeiter. Gehe man dabei zu schnell vor, werde nicht flächendeckend gereinigt. Dann hinterließen die rotierenden Düsen „olympische Ringe“ auf der Fahrbahn.

Die aufwendige Prozedur dauerte Stunden, am frühen Nachmittag wurde zunächst die Spur in Richtung Hausberge wieder freigeben, die Gegenrichtung zur A2 war bis 17.30 Uhr gesperrt. Auf dieser Seite musste noch Boden abgetragen werden, weil Diesel in den Bankettbereich gelaufen war, berichtet Johanning. Eine Baufirma erledigte die Arbeit und tauschte den Boden aus. Die Straßenmeisterei beaufsichtigte die Arbeiten an der Unfallstelle und kümmerte sich um die nötigen Absperrungen. Zeitweise, so Johanning, seien fünf Straßenwärter im Einsatz gewesen.

Straßen NRW wird demnächst wieder an der Findelkreuzung arbeiten. Dann geht es nicht um die Beseitigung überraschender Unfallschäden, sondern um den geplanten Bau einer zusätzlichen Fahrspur in Richtung Autobahn. Dazu wird die bestehende Weserbrückenrampe um einige hundert Meter verlängert. Die Arbeiten haben sich zuletzt immer wieder verzögert, sollen aber „noch vor diesem Sommer beginnen“, wie Johanning ankündigt. Derzeit befinde man sich in der Ausschreibungs- und Vergabephase.

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Porta Westfalica600 Liter Diesel ausgelaufen: So aufwendig war die Reinigung nach dem B482-UnfallDirk HaunhorstPorta Westfalica. Ein Verkehrsunfall mit zwei beschädigten Fahrzeugen – eigentlich keine große Sache, möchte man meinen. Zumal, wenn's glücklicherweise keine Verletzen gibt. Unfallaufnahme, Räumung samt Reinigung der Straße und der Verkehr sollte eigentlich wieder fließen. Nicht so am vergangenen Mittwoch, nach der Kollision eines Polizeiautos mit einem Lkw. Stundenlang war die B482 blockiert, auf den Nebenstrecken herrschte bis in den Nachmittag hinein Chaos. Der Grund: die aufwendige Reinigung der Unfallstelle mit Spezialfahrzeugen, weil 600 Liter Diesel ausgelaufen waren. „Es gibt nach solchen Unfällen die üblichen Erstmaßnahmen“, sagt Sven Johanning, Pressesprecher des Landesbetriebs Straßen NRW. Die Straßenmeisterei in Minden wird alarmiert und die Feuerwehr streut die Unfallstelle ab. Nur in dem Fall reichte das nicht aus, weil die große Menge an Diesel gründlich entfernt werden musste. „Wenn das nicht gelingt, müssen wir in solchen Fällen schlimmstenfalls die Straße auffräsen“, sagt Johanning. Diesel macht die Fahrbahn nicht nur rutschig, sondern beschädigt sie auf Dauer. Um das zu verhindern, setzt Straßen NRW spezielle Firmen ein. Zur Reinigung der B 482 rückte am Mittwoch das Unternehmen Stickelbroeck aus Bramsche und deren Partnerfirma UKS aus Lauenau mit zwei Spezialfahrzeugen an. „Es handelt sich um ein Vakuum-Hochdruckreinigungsverfahren“, erläuterte gestern ein Stickelbroeck-Mitarbeiter auf MT-Anfrage. Im vorderen Bereich der Fahrzeuge ist eine abgedichtete Reinigungshaube angebracht. Über die Düsen von drei rotierenden Balken wird mit Reinigungsmittel versetztes warmes Wasser mit einem Druck von 200 bar auf die Fahrbahn gesprüht. Maximal 30 Liter pro Minute gelangen so in die Poren, um diese auszuwaschen. Normale Bindemittel reichen dafür nicht auf, weil sie nur oberflächliche Verschmutzung aufnehmen. Das Gemisch bleibt nicht auf der Straße, sondern wird mithilfe von Unterdruck gleich wieder aufgesaugt und in einem Schmutzwasserbehälter aufgefangen. Dabei seien insgesamt 7.000 Liter Emulsion zusammengekommen. „Wir mussten extrem langsam über die Straße fahren, um den Diesel möglichst vollständig zu entfernen“, berichtet der Stickelbroeck-Mitarbeiter. Gehe man dabei zu schnell vor, werde nicht flächendeckend gereinigt. Dann hinterließen die rotierenden Düsen „olympische Ringe“ auf der Fahrbahn. Die aufwendige Prozedur dauerte Stunden, am frühen Nachmittag wurde zunächst die Spur in Richtung Hausberge wieder freigeben, die Gegenrichtung zur A2 war bis 17.30 Uhr gesperrt. Auf dieser Seite musste noch Boden abgetragen werden, weil Diesel in den Bankettbereich gelaufen war, berichtet Johanning. Eine Baufirma erledigte die Arbeit und tauschte den Boden aus. Die Straßenmeisterei beaufsichtigte die Arbeiten an der Unfallstelle und kümmerte sich um die nötigen Absperrungen. Zeitweise, so Johanning, seien fünf Straßenwärter im Einsatz gewesen. Straßen NRW wird demnächst wieder an der Findelkreuzung arbeiten. Dann geht es nicht um die Beseitigung überraschender Unfallschäden, sondern um den geplanten Bau einer zusätzlichen Fahrspur in Richtung Autobahn. Dazu wird die bestehende Weserbrückenrampe um einige hundert Meter verlängert. Die Arbeiten haben sich zuletzt immer wieder verzögert, sollen aber „noch vor diesem Sommer beginnen“, wie Johanning ankündigt. Derzeit befinde man sich in der Ausschreibungs- und Vergabephase.