Holzhausen

Nur noch 14 Wohnungen - Bauprojekt am Gänsemarkt schrumpft

Dirk Haunhorst

Auf dem Grundstück am Gänsemarkt sollen zwei 357 Quadratmeter große Gebäude entstehen, verbunden durch eine Tiefgarage. Aufgrund der neuen Stellplatzsatzung der Stadt hat die Planerin die Anzahl der Wohnungen verringert, weil andernfalls die Parkplätze nicht ausreichten. ?MT- - © Foto: Dirk Haunhorst
Auf dem Grundstück am Gänsemarkt sollen zwei 357 Quadratmeter große Gebäude entstehen, verbunden durch eine Tiefgarage. Aufgrund der neuen Stellplatzsatzung der Stadt hat die Planerin die Anzahl der Wohnungen verringert, weil andernfalls die Parkplätze nicht ausreichten. ?MT- (© Foto: Dirk Haunhorst)

Porta Westfalica-Holzhausen. Das Bauprojekt „Wohnen am Gänsemarkt“ ist innerhalb eines Jahres spürbar geschrumpft. Aus der ursprünglichen Idee eines großen Mehrgenerationenhauses mit 20 überwiegend barrierefreien Wohnungen sind inzwischen Pläne für zwei schlankere Gebäude mit insgesamt 14 Wohnungen geworden. Das Echo darauf ist geteilt, und manche fragen sich, ob es überhaupt zu Satzungsbeschluss und Durchführungsvertrag kommt.

Innerhalb des Verfahrens, das im Februar 2019 mit dem Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans startete, wird sich die Stadt nun den Bedenken und Anregungen der Bürger und Behörden widmen. Man werde sich dazu mit Planungsbüro und Investor zusammensetzen, um über mögliche Änderungen zu beraten, sagt Gabriele Schmidt, Chefin des Planungsressorts. Ein erster Termin dazu fand nach MT-Informationen gestern Nachmittag statt. Schmidt glaubt nicht, dass dem Projekt, das auch eine Verbreiterung der Straße Gänsemarkt vorsieht, Grundsätzliches im Wege steht.

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Einige Hindernisse räumte Christiane Paulmann vom ILB-Planungsbüro Rinteln bereits im vergangenen Jahr aus dem Weg, nachdem es lautstarken Protest von Anwohnern und Politikern gegeben hatte. Diese klagten anfangs über den vorgestellten „Riesenklotz“, der nicht in die eher kleinteilig bebaute Umgebung passe. Einige Monate später präsentierte Paulmann einen neuen Entwurf mit zwei 357 Quadratmeter großen Gebäuden, die jeweils zwei Geschosse plus ein deutlich zurückgenommenes Staffelgeschoss erhalten sollen sowie veränderte Wohnungsgrößen, was im Ergebnis eine Reduzierung um 15 Prozent gegenüber dem Ursprungsplan bedeutet. Paulmanns Entwurf sah 28 Stellplätze vor, von denen 20 in einer Tiefgarage liegen sollen.

Allerdings machte dann eine andere politische Entscheidung der Planerin einen Strich durch die Rechnung: Die Stadt verabschiedete im vorigen Jahr eine Satzung, die je zwei Stellplätze pro Wohneinheit vorsieht, um die zunehmenden Parkplatzprobleme in den Griff zu bekommen. Für den Gänsemarkt bedeutet dies, dass reduziert werden musste: von 20 Wohnungen auf 14, da mehr als 28 Stellplätze anscheinend nicht untergebracht werden können. Zu den 14 Einheiten, die nun wieder größer ausfallen sollen, zählen auch Penthouse-Wohnungen.

Joachim Schierbaum, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Holzhausen und Holtrup, der das Gelände gehört, ist von der Entwicklung enttäuscht. Er erinnert gegenüber dem MT daran, dass die Kirchengemeinde das Projekt vor gut einem Jahr angestoßen habe, um barrierefreies und altersgerechtes Wohnen mitten im Ort zu ermöglichen und auch Platz für jüngere Leute zu bieten. Von diesem Ziel habe man sich verabschiedet, meint Schierbaum. Ob und wie es nun weitergehe, müssten Gespräche der Kirchengemeinde mit dem Kreiskirchenamt und dem Investor zeigen.

Auch Rainer Traue, CDU-Ratsherr aus Holzhausen, bewertet den veränderten Charakter des „Wohnens am Gänsemarkt“ kritisch. „Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum und reden nun von Penthouse-Wohnungen. Dafür habe ich kein Verständnis.“

Unklar ist überdies, ob das Portaner Bauunternehmen Friedrich Rosemeier angesichts der veränderten Vorgaben weiterhin als Investor zur Verfügung steht. Dies sei offen, teilte Markus Rosemeier gestern auf MT-Anfrage mit. Bei der Gelegenheit wies er darauf hin, dass er mit einem anderen prominenten Bauvorhaben, nämlich dem am Hohen Brink in Hausberge, nichts zu tun habe. Hier gibt es eine zufällige Namensähnlichkeit mit der Eigentümerfamilie Rosemeyer, die ihr Grundstück am Hohen Brink bebauen lassen möchte und dazu eine schützenswerte Hainbuche fällen ließ. Manche Leser meinten offenbar, dass der hiesige Bauunternehmer Rosemeier dafür verantwortlich wäre, was nicht der Fall ist.

Zurück zum Holzhauser Gänsemarkt: Am Donnerstag, 12. März, will sich der Bezirksausschuss (BZA) für Hausberge und Holzhausen erneut öffentlich mit dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan beschäftigen. Die von 20 auf 14 verkleinerte Wohnungszahl in nunmehr zwei Gebäuden zeige bereits die im Interesse der Anwohner erreichte deutliche Verbesserung, meint BZA-Vorsitzender Reinhard Geffert (SPD). Die bei Beibehaltung des „ungeliebten Flachdaches“ als Kompromiss erwünschte, aber planerisch noch nicht umgesetzte Photovoltaikanlage und Begrünung werde wohl im Mittelpunkt der Diskussion stehen. Auch über die Wohnungsgrößen und die Verkehrsproblematik sei zu reden. Vorausgesetzt, so Geffert, dass die Initiatoren des Projekts auch weiter daran festhielten.

Der Autor ist erreichbarunter Telefon (0571) 882 164oder Dirk.Haunhorst@MT.de

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HolzhausenNur noch 14 Wohnungen - Bauprojekt am Gänsemarkt schrumpftDirk HaunhorstPorta Westfalica-Holzhausen. Das Bauprojekt „Wohnen am Gänsemarkt“ ist innerhalb eines Jahres spürbar geschrumpft. Aus der ursprünglichen Idee eines großen Mehrgenerationenhauses mit 20 überwiegend barrierefreien Wohnungen sind inzwischen Pläne für zwei schlankere Gebäude mit insgesamt 14 Wohnungen geworden. Das Echo darauf ist geteilt, und manche fragen sich, ob es überhaupt zu Satzungsbeschluss und Durchführungsvertrag kommt. Innerhalb des Verfahrens, das im Februar 2019 mit dem Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans startete, wird sich die Stadt nun den Bedenken und Anregungen der Bürger und Behörden widmen. Man werde sich dazu mit Planungsbüro und Investor zusammensetzen, um über mögliche Änderungen zu beraten, sagt Gabriele Schmidt, Chefin des Planungsressorts. Ein erster Termin dazu fand nach MT-Informationen gestern Nachmittag statt. Schmidt glaubt nicht, dass dem Projekt, das auch eine Verbreiterung der Straße Gänsemarkt vorsieht, Grundsätzliches im Wege steht. Einige Hindernisse räumte Christiane Paulmann vom ILB-Planungsbüro Rinteln bereits im vergangenen Jahr aus dem Weg, nachdem es lautstarken Protest von Anwohnern und Politikern gegeben hatte. Diese klagten anfangs über den vorgestellten „Riesenklotz“, der nicht in die eher kleinteilig bebaute Umgebung passe. Einige Monate später präsentierte Paulmann einen neuen Entwurf mit zwei 357 Quadratmeter großen Gebäuden, die jeweils zwei Geschosse plus ein deutlich zurückgenommenes Staffelgeschoss erhalten sollen sowie veränderte Wohnungsgrößen, was im Ergebnis eine Reduzierung um 15 Prozent gegenüber dem Ursprungsplan bedeutet. Paulmanns Entwurf sah 28 Stellplätze vor, von denen 20 in einer Tiefgarage liegen sollen. Allerdings machte dann eine andere politische Entscheidung der Planerin einen Strich durch die Rechnung: Die Stadt verabschiedete im vorigen Jahr eine Satzung, die je zwei Stellplätze pro Wohneinheit vorsieht, um die zunehmenden Parkplatzprobleme in den Griff zu bekommen. Für den Gänsemarkt bedeutet dies, dass reduziert werden musste: von 20 Wohnungen auf 14, da mehr als 28 Stellplätze anscheinend nicht untergebracht werden können. Zu den 14 Einheiten, die nun wieder größer ausfallen sollen, zählen auch Penthouse-Wohnungen. Joachim Schierbaum, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Holzhausen und Holtrup, der das Gelände gehört, ist von der Entwicklung enttäuscht. Er erinnert gegenüber dem MT daran, dass die Kirchengemeinde das Projekt vor gut einem Jahr angestoßen habe, um barrierefreies und altersgerechtes Wohnen mitten im Ort zu ermöglichen und auch Platz für jüngere Leute zu bieten. Von diesem Ziel habe man sich verabschiedet, meint Schierbaum. Ob und wie es nun weitergehe, müssten Gespräche der Kirchengemeinde mit dem Kreiskirchenamt und dem Investor zeigen. Auch Rainer Traue, CDU-Ratsherr aus Holzhausen, bewertet den veränderten Charakter des „Wohnens am Gänsemarkt“ kritisch. „Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum und reden nun von Penthouse-Wohnungen. Dafür habe ich kein Verständnis.“ Unklar ist überdies, ob das Portaner Bauunternehmen Friedrich Rosemeier angesichts der veränderten Vorgaben weiterhin als Investor zur Verfügung steht. Dies sei offen, teilte Markus Rosemeier gestern auf MT-Anfrage mit. Bei der Gelegenheit wies er darauf hin, dass er mit einem anderen prominenten Bauvorhaben, nämlich dem am Hohen Brink in Hausberge, nichts zu tun habe. Hier gibt es eine zufällige Namensähnlichkeit mit der Eigentümerfamilie Rosemeyer, die ihr Grundstück am Hohen Brink bebauen lassen möchte und dazu eine schützenswerte Hainbuche fällen ließ. Manche Leser meinten offenbar, dass der hiesige Bauunternehmer Rosemeier dafür verantwortlich wäre, was nicht der Fall ist. Zurück zum Holzhauser Gänsemarkt: Am Donnerstag, 12. März, will sich der Bezirksausschuss (BZA) für Hausberge und Holzhausen erneut öffentlich mit dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan beschäftigen. Die von 20 auf 14 verkleinerte Wohnungszahl in nunmehr zwei Gebäuden zeige bereits die im Interesse der Anwohner erreichte deutliche Verbesserung, meint BZA-Vorsitzender Reinhard Geffert (SPD). Die bei Beibehaltung des „ungeliebten Flachdaches“ als Kompromiss erwünschte, aber planerisch noch nicht umgesetzte Photovoltaikanlage und Begrünung werde wohl im Mittelpunkt der Diskussion stehen. Auch über die Wohnungsgrößen und die Verkehrsproblematik sei zu reden. Vorausgesetzt, so Geffert, dass die Initiatoren des Projekts auch weiter daran festhielten. Der Autor ist erreichbarunter Telefon (0571) 882 164oder Dirk.Haunhorst@MT.de