Es bleibt ungemütlich: Petition gegen den Verkauf des "Großen Weserbogens" gestartet Thomas Lieske Porta Westfalica-Costedt. Im Verkaufsverfahren für die Freizeit- und Campinganlage „Großer Weserbogen“ in Costedt formiert sich neuer Widerstand. Die Wählergemeinschaft Porta – „Wir in Porta“ (WP) hat vor wenigen Tagen eine Petition mit dem Titel „Stopp des Ausverkaufs der Wochenend- und Ferienerholungsanlage Großer Weserbogen in Porta Westfalica“ gestartet. Und womöglich beschäftigen sich demnächst auch Ermittlungsbehörden mit dem Verfahren. Denn einer der Bieter hat nach MT-Informationen Strafanzeige gegen die Verantwortlichen gestellt. Bisher hatte es immer wieder Kritik an mangelnder Transparenz beim Verkauf des Weserbogens gegeben. Die Wählergemeinschaft befürchtet nun, dass die Anlage unter Wert verkauft werde, ohne dass klar sei, in welches touristische Gesamtkonzept der neue Betreiber hineinpasse. Dieses Konzept fehle bisher, kritisiert die WP. Den Vertretern der Gemeinschaft ist zudem nicht klar, nach welchen Kriterien die vier bestplatzierten Konzepte, die nun der Gesellschafterversammlung vorgelegt wurden, ausgewählt wurden. Dazu hatte sich der Aufsichtsrat, der die Entscheidung gefällt hat, auch auf MT-Anfrage bisher nicht geäußert. Die WP betont, dass sie nicht grundsätzlich gegen einen Verkauf sei. Aber das nach ihren Aussagen intransparente Verfahren bei einem Objekt, das in öffentlicher Hand liegt, sei inakzeptabel. Laut dem Portaner Michael Müller, der als ein Verantwortlicher an der Petition beteiligt ist, läuft die Aktion seit dem 31. Januar. Derzeit setze man vor allem auf Gespräche in der Stadt und soziale Netzwerke. Auf Facebook tauchte die Petition in der Gruppe „Porta Westfalica meine Heimat“ auf, wurde aber offenbar wieder gelöscht. Doch WP-Vorsitzender Dietmar Lehmann bekräftigt gegenüber dem MT, dass es diese Petition weiterhin gebe. Die Mitglieder fordern den sofortigen Stopp des Verkaufsverfahrens, in dem 16 Bieter ihr Interesse an der Anlage bekundet haben. Die Aktion läuft bis zum 9. März. Ärger kündigt sich indessen auch aus anderer Richtung an. Ein Mitbieter, der nach MT-Informationen das höchste Gebot mit rund 1,5 Millionen Euro abgegeben hat, aber nicht weiter berücksichtigt wurde, hat nach eigenen Angaben Strafanzeige bei der Polizei erstattet. Für ihn besteht aufgrund des „undurchsichtigen Verfahrens“ der Anfangsverdacht auf Korruption. Einen konkreten Verdachtsmoment kann er auf MT-Anfrage aber nicht benennen. Er hofft nun auf mögliche Ermittlungen. Ob die Ermittlungsbehörden diesen Anfangsverdacht auch sehen, bleibt aber fraglich. Um Rechtssicherheit geht es auch in einem Antrag den Stadtratsfraktionen SPD und Grüne. Sie wollen, dass die Stadt „ausdrücklich vor dem Verkauf der Campinganlage“ ein öffentliches Wegerecht für die beiden Wanderwege eintragen lässt, die rund um das Freizeitareal führen. Die Badeanstalt, die in den Südlichen See integriert ist, soll auch nach dem Verkauf nach Willen von SPD und Grünen öffentlich zugänglich bleiben und nicht nur für Campinggäste offen sein. Grundsätzlich würden sich beide wünschen, dass der Südliche See aus dem Verkaufsverfahren genommen wird. Ob das möglich ist, bleibt aber fraglich. Auch andere Seeuferteile außerhalb der Badeanstalt sollen Spaziergängern zugänglich bleiben, fordern SPD und Grüne – und sollte der See doch verkauft werden, solle auch das dortige Sperrwerk auf den neuen Eigentümer übergehen. Ganz wichtig für beide Fraktionen: Die Stadt soll sich ein Vorkaufsrecht sichern, sollte es nach dem Besitzerwechsel wieder zu einem Verkauf kommen. Dort setzt auch die WP an: Sie pocht vor allem darauf, weil nach ihren Angaben im Falle einer Insolvenz des künftigen Betreibers nicht automatisch ein solches Recht gesichert sei. In den kommenden Wochen wird die große Weserbogen Kommunale GmbH als Eigentümerin des Areals die ausgewählten Interessenten den politischen Gremien vorstellen. Auch da regt sich teils Widerstand. Es bleibt spannend.

Es bleibt ungemütlich: Petition gegen den Verkauf des "Großen Weserbogens" gestartet

Das Verkaufsverfahren für die Camping- und Freizeitanlage „Großer Weserbogen“ stößt bei einigen politischen und privaten Vertretern auf Kritik. Die Wählergemeinschaft Porta hat sogar eine Petition zum sofortigen Stopp des Verfahrens in Gang gesetzt. MT-Foto (Archiv): Thomas Lieske

Porta Westfalica-Costedt. Im Verkaufsverfahren für die Freizeit- und Campinganlage „Großer Weserbogen“ in Costedt formiert sich neuer Widerstand. Die Wählergemeinschaft Porta – „Wir in Porta“ (WP) hat vor wenigen Tagen eine Petition mit dem Titel „Stopp des Ausverkaufs der Wochenend- und Ferienerholungsanlage Großer Weserbogen in Porta Westfalica“ gestartet. Und womöglich beschäftigen sich demnächst auch Ermittlungsbehörden mit dem Verfahren. Denn einer der Bieter hat nach MT-Informationen Strafanzeige gegen die Verantwortlichen gestellt.

Bisher hatte es immer wieder Kritik an mangelnder Transparenz beim Verkauf des Weserbogens gegeben. Die Wählergemeinschaft befürchtet nun, dass die Anlage unter Wert verkauft werde, ohne dass klar sei, in welches touristische Gesamtkonzept der neue Betreiber hineinpasse. Dieses Konzept fehle bisher, kritisiert die WP. Den Vertretern der Gemeinschaft ist zudem nicht klar, nach welchen Kriterien die vier bestplatzierten Konzepte, die nun der Gesellschafterversammlung vorgelegt wurden, ausgewählt wurden. Dazu hatte sich der Aufsichtsrat, der die Entscheidung gefällt hat, auch auf MT-Anfrage bisher nicht geäußert.

Die WP betont, dass sie nicht grundsätzlich gegen einen Verkauf sei. Aber das nach ihren Aussagen intransparente Verfahren bei einem Objekt, das in öffentlicher Hand liegt, sei inakzeptabel. Laut dem Portaner Michael Müller, der als ein Verantwortlicher an der Petition beteiligt ist, läuft die Aktion seit dem 31. Januar. Derzeit setze man vor allem auf Gespräche in der Stadt und soziale Netzwerke. Auf Facebook tauchte die Petition in der Gruppe „Porta Westfalica meine Heimat“ auf, wurde aber offenbar wieder gelöscht.

Doch WP-Vorsitzender Dietmar Lehmann bekräftigt gegenüber dem MT, dass es diese Petition weiterhin gebe. Die Mitglieder fordern den sofortigen Stopp des Verkaufsverfahrens, in dem 16 Bieter ihr Interesse an der Anlage bekundet haben. Die Aktion läuft bis zum 9. März.

Ärger kündigt sich indessen auch aus anderer Richtung an. Ein Mitbieter, der nach MT-Informationen das höchste Gebot mit rund 1,5 Millionen Euro abgegeben hat, aber nicht weiter berücksichtigt wurde, hat nach eigenen Angaben Strafanzeige bei der Polizei erstattet. Für ihn besteht aufgrund des „undurchsichtigen Verfahrens“ der Anfangsverdacht auf Korruption. Einen konkreten Verdachtsmoment kann er auf MT-Anfrage aber nicht benennen. Er hofft nun auf mögliche Ermittlungen. Ob die Ermittlungsbehörden diesen Anfangsverdacht auch sehen, bleibt aber fraglich.

Um Rechtssicherheit geht es auch in einem Antrag den Stadtratsfraktionen SPD und Grüne. Sie wollen, dass die Stadt „ausdrücklich vor dem Verkauf der Campinganlage“ ein öffentliches Wegerecht für die beiden Wanderwege eintragen lässt, die rund um das Freizeitareal führen. Die Badeanstalt, die in den Südlichen See integriert ist, soll auch nach dem Verkauf nach Willen von SPD und Grünen öffentlich zugänglich bleiben und nicht nur für Campinggäste offen sein. Grundsätzlich würden sich beide wünschen, dass der Südliche See aus dem Verkaufsverfahren genommen wird. Ob das möglich ist, bleibt aber fraglich. Auch andere Seeuferteile außerhalb der Badeanstalt sollen Spaziergängern zugänglich bleiben, fordern SPD und Grüne – und sollte der See doch verkauft werden, solle auch das dortige Sperrwerk auf den neuen Eigentümer übergehen.

Ganz wichtig für beide Fraktionen: Die Stadt soll sich ein Vorkaufsrecht sichern, sollte es nach dem Besitzerwechsel wieder zu einem Verkauf kommen. Dort setzt auch die WP an: Sie pocht vor allem darauf, weil nach ihren Angaben im Falle einer Insolvenz des künftigen Betreibers nicht automatisch ein solches Recht gesichert sei.

In den kommenden Wochen wird die große Weserbogen Kommunale GmbH als Eigentümerin des Areals die ausgewählten Interessenten den politischen Gremien vorstellen. Auch da regt sich teils Widerstand. Es bleibt spannend.

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