Barkhausen

Specht-Gruppe hadert mit Pflegeheim-Plänen für Barkhausen

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Blick auf das mögliche Baugebiet für ein Seniorenpflegeheim. MT- - © Foto: Thomas Lieske
Blick auf das mögliche Baugebiet für ein Seniorenpflegeheim. MT- (© Foto: Thomas Lieske)

Porta Westfalica-Barkhausen (lies). Ist der Plan für ein Seniorenpflegeheim mit Wohngebiet in Barkhausen in Gefahr? Der WDR hatte am Donnerstagabend berichtet, dass die Specht-Gruppe aus Bremen Abstand von ihren Plänen genommen hätte. Dem widerspricht Frauke Meyenberg, Sprecherin der Unternehmensgruppe, auf MT-Anfrage aber deutlich. Dennoch: Ganz sicher sei sich die Gruppe derzeit nicht, ob es Sinn ergebe, an dieser Stelle zu bauen. Zu groß sei der öffentliche Druck, um ein klares „Ja“ zu formulieren, heißt es.

Im Gespräch mit dem MT betont Rolf Specht, Inhaber der Specht-Gruppe, dass er grundsätzlich überzeugt sei, dass es in Barkhausen einen größeren Bedarf an Pflegeplätzen gebe als die jetzigen Zahlen des Kreises vermittelten. Bisherige Planungen seien zu kurz gedacht, wenn man mehrere Millionen Euro investieren wolle. Zudem wolle das Unternehmen mögliche freibleibende Plätze für Kurzzeitpflege nutzen, erklärt der Inhaber.

Das Grundstück, das zum Teil in einem Schutzgebiet liegt, habe er noch nicht besichtigt. „Das mache ich aber bei jedem unserer Bauvorhaben“, sagt Specht. Deshalb wolle er demnächst nach Barkhausen kommen.

Dass so viel Kritik an einem Bauvorhaben für ein Seniorenpflegeheim komme, habe er noch nicht erlebt. Deshalb werde die Specht-Gruppe genau prüfen, ob die Anlage mit Wohngebiet machbar sei. Grundsätzlich verwehre er sich aber gegen die Kritik, mit der zuletzt Diakonie-Vorstand Christian Schultz vor allem private Investoren auf dem Pflegemarkt angriff. Widerstand dagegen kommt auch von Heinz Becker und Dirk Rahnenführer (SPD). Der Ortsvorsteher von Hartum und der Vorsitzende des Barkhauser Bezirksausschusses wehren sich vor allem gegen die Aussage, „kommunalpolitische Gremien würden Investoren hofieren“. Mit solchen Aussagen würden Kommunalpolitiker aller Parteien diskreditiert. Im Gegensatz zu Christian Schultz „sehen wir den Wettbewerb auf dem Pflegemarkt als Chance der einzelnen Anbieter und nicht als Risiko“, betonen die beiden gegenüber dem MT.

Rahnenführer und Becker betonen, dass die Bevölkerungsgruppe der über 80-Jährigen bis 2040 laut amtlichen Zahlen um über 37 Prozent steigen werde. Dadurch werde langfristig ein großer Pflegebedarf entstehen, der über die kurzfristige Planung weit hinaus gehe. Deshalb schaue man nicht auf einzelne Investoren, sondern sei „bemüht für die Kommune das bestmögliche und das machbarste Konzept zu realisieren“.

Die „Wählergemeinschaft Porta – Wir in Porta“ (WP) lehnt die Aufstellung des Bebauungsplans „Voßhagen“ in Barkhausen ab. Stattdessen empfiehlt die WP, einen Blick auf ungenutzte Immobilien zu werfen und den Innenstadtbereich weiterzuentwickeln. Etwa für bezahlbaren Wohnraum. Dafür schlägt die WP den Kaiserhof und das ehemalige Hotel Friedenstal vor.

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BarkhausenSpecht-Gruppe hadert mit Pflegeheim-Plänen für BarkhausenPorta Westfalica-Barkhausen (lies). Ist der Plan für ein Seniorenpflegeheim mit Wohngebiet in Barkhausen in Gefahr? Der WDR hatte am Donnerstagabend berichtet, dass die Specht-Gruppe aus Bremen Abstand von ihren Plänen genommen hätte. Dem widerspricht Frauke Meyenberg, Sprecherin der Unternehmensgruppe, auf MT-Anfrage aber deutlich. Dennoch: Ganz sicher sei sich die Gruppe derzeit nicht, ob es Sinn ergebe, an dieser Stelle zu bauen. Zu groß sei der öffentliche Druck, um ein klares „Ja“ zu formulieren, heißt es. Im Gespräch mit dem MT betont Rolf Specht, Inhaber der Specht-Gruppe, dass er grundsätzlich überzeugt sei, dass es in Barkhausen einen größeren Bedarf an Pflegeplätzen gebe als die jetzigen Zahlen des Kreises vermittelten. Bisherige Planungen seien zu kurz gedacht, wenn man mehrere Millionen Euro investieren wolle. Zudem wolle das Unternehmen mögliche freibleibende Plätze für Kurzzeitpflege nutzen, erklärt der Inhaber. Das Grundstück, das zum Teil in einem Schutzgebiet liegt, habe er noch nicht besichtigt. „Das mache ich aber bei jedem unserer Bauvorhaben“, sagt Specht. Deshalb wolle er demnächst nach Barkhausen kommen. Dass so viel Kritik an einem Bauvorhaben für ein Seniorenpflegeheim komme, habe er noch nicht erlebt. Deshalb werde die Specht-Gruppe genau prüfen, ob die Anlage mit Wohngebiet machbar sei. Grundsätzlich verwehre er sich aber gegen die Kritik, mit der zuletzt Diakonie-Vorstand Christian Schultz vor allem private Investoren auf dem Pflegemarkt angriff. Widerstand dagegen kommt auch von Heinz Becker und Dirk Rahnenführer (SPD). Der Ortsvorsteher von Hartum und der Vorsitzende des Barkhauser Bezirksausschusses wehren sich vor allem gegen die Aussage, „kommunalpolitische Gremien würden Investoren hofieren“. Mit solchen Aussagen würden Kommunalpolitiker aller Parteien diskreditiert. Im Gegensatz zu Christian Schultz „sehen wir den Wettbewerb auf dem Pflegemarkt als Chance der einzelnen Anbieter und nicht als Risiko“, betonen die beiden gegenüber dem MT. Rahnenführer und Becker betonen, dass die Bevölkerungsgruppe der über 80-Jährigen bis 2040 laut amtlichen Zahlen um über 37 Prozent steigen werde. Dadurch werde langfristig ein großer Pflegebedarf entstehen, der über die kurzfristige Planung weit hinaus gehe. Deshalb schaue man nicht auf einzelne Investoren, sondern sei „bemüht für die Kommune das bestmögliche und das machbarste Konzept zu realisieren“. Die „Wählergemeinschaft Porta – Wir in Porta“ (WP) lehnt die Aufstellung des Bebauungsplans „Voßhagen“ in Barkhausen ab. Stattdessen empfiehlt die WP, einen Blick auf ungenutzte Immobilien zu werfen und den Innenstadtbereich weiterzuentwickeln. Etwa für bezahlbaren Wohnraum. Dafür schlägt die WP den Kaiserhof und das ehemalige Hotel Friedenstal vor.