Lerbeck

Sporthallen-Sanierung kostet 3,5 Millionen Euro

Dirk Haunhorst

Porta Westfalica-Lerbeck. Die Sanierung der Grundschulen hat die Debatten der vergangenen Jahre dominiert. Doch auch an den weiterführenden Schulen gibt es Baustellen und mit der Sporthalle Nord an der Gesamtschule eine besonders große. Seit vergangenem Herbst laufen die Arbeiten, die in mehreren Etappen bis 2023 andauern sollen. Die Gesamtkosten betragen schätzungsweise 3,5 Millionen Euro.

Der Sportbetrieb wurde im Dezember komplett eingestellt, Vereine und Gesamtschule müssen improvisieren und auf andere Orte ausweichen. „Neun Vereine sind betroffen“, berichtet Fachbereichsleiterin Ulrike Luthe. Die meisten hätten mit Unterstützung der Stadt andernorts Hallen gefunden, beispielsweise in Neesen und Kleinenbremen. Andere Vereine hätten sich selbst um Ausweichmöglichkeiten kümmern wollen, zum Beispiel in Möllbergen oder Nammen, wo die Hallen nicht in städtischer Hand sind, sondern von Vereinen betrieben werden.

„Zum Glück können wir die Sporthalle der ehemaligen Portaschule nutzen. Die hat ein richtig tolles Volleyballfeld“, sagt Gesamtschuldirektor Axel Nagel. Die Sport-Abiturienten haben dort Vortritt wegen der bevorstehenden Prüfungen. Andernorts ist Kreativität gefragt: Stepper und Tischtennisplatten stehen in einem Kellerflur der Gesamtschule, im Forum ist Gymnastik möglich. Und bei dem milden Januarwetter könne Sport auch draußen getrieben werden, sagt Nagel. Der Direktor nimmt’s sportlich und schaut lieber nach von als auf die Probleme, die eine umfangreiche Sanierung nun einmal mit sich bringe: „Wir freuen uns auf die neue Halle.“

Unter der Hallendecke: Die tragende Balkenkonstruktion bleibt erhalten, muss aber besser befestigt werden. Das hat eine statische Untersuchung ergeben. MT- - © Foto: Dirk Haunhorst
Unter der Hallendecke: Die tragende Balkenkonstruktion bleibt erhalten, muss aber besser befestigt werden. Das hat eine statische Untersuchung ergeben. MT- (© Foto: Dirk Haunhorst)

Architekt Kai Zinner betreut die Bauarbeiten in der Sporthalle. „Fertigstellungstermin des ersten Bauabschnitts ist der 8. Mai. Dann kann die Halle wieder genutzt werden“, sagt der städtische Mitarbeiter. Die Baufirmen kümmern sich zurzeit um die brandschutzkonforme Deckenerneuerung. Trocken- und Lüftungsbauer sowie Elektriker sind im Einsatz. Schadstoffbelastete Mineralwolle und Holzverkleidung wurden entsorgt, die tragenden Balken bleiben erhalten, sie müssen aber besser befestigt werden, hat ein Statiker festgestellt. Sobald die Deckenarbeiten erledigt sind, wird der neue Sportboden mit Linoleumoberbelag verlegt. Das soll bis Mai erledigt sein.

Ein Gerüst für die Deckenarbeiten steht in der Halle. Wenn oben die Arbeiten enden, wird unten der Boden erneuert. MT-Fotos: Dirk Haunhorst
Ein Gerüst für die Deckenarbeiten steht in der Halle. Wenn oben die Arbeiten enden, wird unten der Boden erneuert. MT-Fotos: Dirk Haunhorst

Die 43 Jahre alte Sporthalle benötigt gemäß Brandschutzkonzept außerdem zwei weitere Notausgänge aus der Spielfläche. „Zurzeit gibt es lediglich einen kleinen“, sagt Zinner. Da die Sporthalle tiefer liegt als das Gelände drumherum, sind Erdarbeiten notwendig, die wegen des Platzbedarfs und aus Sicherheitsgründen in den Osterferien erfolgen sollen.

Allein der erste Bauabschnitt schlägt mit rund 1,25 Millionen Euro zu Buche. Fortsetzung folgt 2021 und 2022. „Dann sind Dachdämmung, Giebelsanierung und die Erneuerung weiterer Fenster an der Reihe“, sagt Zinner. Mit dem Einbau neuer Fenster im Zuge der energetischen Sanierung hat die Stadt bereits 2018 begonnen. Günstig: Der Bund bezahlt in diesem Fall das meiste, der städtische Anteil am Fensteraustausch beläuft sich auf zehn Prozent. Das Bundesumweltministerium fördert zudem die Erneuerung der Beleuchtung als Klimaschutzprojekt. Energiesparende LED-Leuchten ersetzen künftig die Neonröhren.

Mit seinem dritten Teil soll das Bauprojekt Sporthalle Nord enden: Die komplette Sanierung der Hallennebenräume sowie der Sanitärbereiche bildet 2023 den Abschluss.

So weit die Theorie, in der Praxis kann beim Bauen immer etwas dazwischen kommen. So muss die Stadt die Gesamtschul-Heizung, an der auch die Sporthalle hängt, kurzfristig erneuern. „Bei der Wartung der alten Heizung stellte man im Vorjahr erhebliche Korrosion im Innenraum fest. Das hatte Wasserverlust zur Folge“, berichtet Zinner. Die neue Heizung soll Mitte Februar installiert sein und kostet eine Viertelmillion Euro. Die Sporthalle wird künftig übrigens mithilfe von Deckenstrahlern beheizt.

So richtig fertig sind Schulen eigentlich nie. Das hängt wesentlich mit dem Brandschutzprogramm zusammen, das auch an anderen weiterführenden Schulen nach und nach abgearbeitet wird. „Vom Brandschutz sieht leider niemand etwas“, bedauert Zinner. Sobald die Decken wieder geschlossen seien, gerate das kostspielige Innenleben aus dem Blick.

Zum Glück gibt es noch weitere, sichtbare Aufgaben. Ein neuer Teppichboden im Gymnasium und weitere Türen in der Realschule zählen dazu. Anders als beim Brandschutz sind solche Arbeiten aber erst möglich, wenn der aktuelle Haushalt genehmigt ist.

Noch etwas macht den städtischen Planern zu schaffen: die hohe Auslastung der Bauunternehmen. Für die Elektroarbeiten in der Sporthalle Nord war es schwierig, überhaupt Angebote zu bekommen.

Der Autor ist erreichbar unterTelefon (0571) 882 164 oder Dirk.Haunhorst@MT.de

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LerbeckSporthallen-Sanierung kostet 3,5 Millionen EuroDirk HaunhorstPorta Westfalica-Lerbeck. Die Sanierung der Grundschulen hat die Debatten der vergangenen Jahre dominiert. Doch auch an den weiterführenden Schulen gibt es Baustellen und mit der Sporthalle Nord an der Gesamtschule eine besonders große. Seit vergangenem Herbst laufen die Arbeiten, die in mehreren Etappen bis 2023 andauern sollen. Die Gesamtkosten betragen schätzungsweise 3,5 Millionen Euro. Der Sportbetrieb wurde im Dezember komplett eingestellt, Vereine und Gesamtschule müssen improvisieren und auf andere Orte ausweichen. „Neun Vereine sind betroffen“, berichtet Fachbereichsleiterin Ulrike Luthe. Die meisten hätten mit Unterstützung der Stadt andernorts Hallen gefunden, beispielsweise in Neesen und Kleinenbremen. Andere Vereine hätten sich selbst um Ausweichmöglichkeiten kümmern wollen, zum Beispiel in Möllbergen oder Nammen, wo die Hallen nicht in städtischer Hand sind, sondern von Vereinen betrieben werden. „Zum Glück können wir die Sporthalle der ehemaligen Portaschule nutzen. Die hat ein richtig tolles Volleyballfeld“, sagt Gesamtschuldirektor Axel Nagel. Die Sport-Abiturienten haben dort Vortritt wegen der bevorstehenden Prüfungen. Andernorts ist Kreativität gefragt: Stepper und Tischtennisplatten stehen in einem Kellerflur der Gesamtschule, im Forum ist Gymnastik möglich. Und bei dem milden Januarwetter könne Sport auch draußen getrieben werden, sagt Nagel. Der Direktor nimmt’s sportlich und schaut lieber nach von als auf die Probleme, die eine umfangreiche Sanierung nun einmal mit sich bringe: „Wir freuen uns auf die neue Halle.“ Architekt Kai Zinner betreut die Bauarbeiten in der Sporthalle. „Fertigstellungstermin des ersten Bauabschnitts ist der 8. Mai. Dann kann die Halle wieder genutzt werden“, sagt der städtische Mitarbeiter. Die Baufirmen kümmern sich zurzeit um die brandschutzkonforme Deckenerneuerung. Trocken- und Lüftungsbauer sowie Elektriker sind im Einsatz. Schadstoffbelastete Mineralwolle und Holzverkleidung wurden entsorgt, die tragenden Balken bleiben erhalten, sie müssen aber besser befestigt werden, hat ein Statiker festgestellt. Sobald die Deckenarbeiten erledigt sind, wird der neue Sportboden mit Linoleumoberbelag verlegt. Das soll bis Mai erledigt sein. Die 43 Jahre alte Sporthalle benötigt gemäß Brandschutzkonzept außerdem zwei weitere Notausgänge aus der Spielfläche. „Zurzeit gibt es lediglich einen kleinen“, sagt Zinner. Da die Sporthalle tiefer liegt als das Gelände drumherum, sind Erdarbeiten notwendig, die wegen des Platzbedarfs und aus Sicherheitsgründen in den Osterferien erfolgen sollen. Allein der erste Bauabschnitt schlägt mit rund 1,25 Millionen Euro zu Buche. Fortsetzung folgt 2021 und 2022. „Dann sind Dachdämmung, Giebelsanierung und die Erneuerung weiterer Fenster an der Reihe“, sagt Zinner. Mit dem Einbau neuer Fenster im Zuge der energetischen Sanierung hat die Stadt bereits 2018 begonnen. Günstig: Der Bund bezahlt in diesem Fall das meiste, der städtische Anteil am Fensteraustausch beläuft sich auf zehn Prozent. Das Bundesumweltministerium fördert zudem die Erneuerung der Beleuchtung als Klimaschutzprojekt. Energiesparende LED-Leuchten ersetzen künftig die Neonröhren. Mit seinem dritten Teil soll das Bauprojekt Sporthalle Nord enden: Die komplette Sanierung der Hallennebenräume sowie der Sanitärbereiche bildet 2023 den Abschluss. So weit die Theorie, in der Praxis kann beim Bauen immer etwas dazwischen kommen. So muss die Stadt die Gesamtschul-Heizung, an der auch die Sporthalle hängt, kurzfristig erneuern. „Bei der Wartung der alten Heizung stellte man im Vorjahr erhebliche Korrosion im Innenraum fest. Das hatte Wasserverlust zur Folge“, berichtet Zinner. Die neue Heizung soll Mitte Februar installiert sein und kostet eine Viertelmillion Euro. Die Sporthalle wird künftig übrigens mithilfe von Deckenstrahlern beheizt. So richtig fertig sind Schulen eigentlich nie. Das hängt wesentlich mit dem Brandschutzprogramm zusammen, das auch an anderen weiterführenden Schulen nach und nach abgearbeitet wird. „Vom Brandschutz sieht leider niemand etwas“, bedauert Zinner. Sobald die Decken wieder geschlossen seien, gerate das kostspielige Innenleben aus dem Blick. Zum Glück gibt es noch weitere, sichtbare Aufgaben. Ein neuer Teppichboden im Gymnasium und weitere Türen in der Realschule zählen dazu. Anders als beim Brandschutz sind solche Arbeiten aber erst möglich, wenn der aktuelle Haushalt genehmigt ist. Noch etwas macht den städtischen Planern zu schaffen: die hohe Auslastung der Bauunternehmen. Für die Elektroarbeiten in der Sporthalle Nord war es schwierig, überhaupt Angebote zu bekommen. Der Autor ist erreichbar unterTelefon (0571) 882 164 oder Dirk.Haunhorst@MT.de