Porta Westfalica/Bielefeld

Weitere Frauen werfen 23-Jährigem sexuelle Übergriffe vor

Nils Middelhauve

Weitere Frauen werfen 23-Jährigem sexuelle Übergriffe vor. Symbolfoto: Maurizio Gambarini/dpa
Weitere Frauen werfen 23-Jährigem sexuelle Übergriffe vor. Symbolfoto: Maurizio Gambarini/dpa

Porta Westfalica/Bielefeld. Hat Wulf J. (Name geändert) mehrere Frauen vergewaltigt? Seit Ende November muss sich der 23-Jährige vor der XX. Großen Strafkammer des Bielefelder Landgerichts verantworten. Die Staatsanwaltschaft legt dem Portaner mehrere Sexualstraftaten zur Last, die sich in Bad Oeynhausen, Porta Westfalica und Minden ereignet haben sollen. Derzeit vernimmt das Gericht – auch im Hinblick auf eine im Raum stehende Unterbringung des Angeklagten in der Sicherungsverwahrung – weitere mögliche Opfer.

Die Staatsanwaltschaft wirft Wulf J. vor, in seiner Wohnung in Porta sowie in Minden zwei Frauen vergewaltigt zu haben. Darüber hinaus soll er in Bad Oeynhausen eine Frau bedrängt und zu sexuellen Handlungen genötigt haben.

Wie berichtet, bestreitet der 23-Jährige die Taten. Zwar gab er zum Verhandlungsauftakt zu, dass es zu sexuellen Kontakte kam – doch seien diese entgegen der Anklage ohne Ausnahme einvernehmlich gewesen. „Ich bin halt so ein eher lockerer Typ, der relativ schnell zur Sache kommt“, sagte J. vor Gericht. Die mutmaßlichen Opfer hingegen berichten von sexueller Nötigung, Vergewaltigung und Misshandlung.

Zunächst hatte die Kammer unter dem Vorsitz von Richter Carsten Glashörster fünf Verhandlungstermine anberaumt. Nun geht der Prozess in die Verlängerung:

Mehrere Frauen hatten sich in den vergangenen Wochen beim Bielefelder Landgericht gemeldet und weitere Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen Wulf J. erhoben. Das Gericht vernimmt die Frauen derzeit in nicht-öffentlichen Verhandlungen.

Zwar sind die nun zusätzlich im Raum stehenden Taten nicht Gegenstand der Anklage. Da dem Angeklagten jedoch neben einer Haftstrafe die Unterbringung in der Sicherungsverwahrung droht, muss sich das Gericht ein möglichst umfassendes Bild vom Verhalten des Manns Frauen gegenüber machen – auch in Hinblick auf eine Gefährlichkeitsprognose. Der Angeklagte musste sich schon einmal wegen versuchter Nötigung verantworten.

Vorsorglich hat das Gericht nun sieben weitere Verhandlungstage im Verfahren gegen Wulf J. angesetzt. Der Prozess wird an diesem Freitag, 17. Januar, fortgesetzt.

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Porta Westfalica/BielefeldWeitere Frauen werfen 23-Jährigem sexuelle Übergriffe vorNils MiddelhauvePorta Westfalica/Bielefeld. Hat Wulf J. (Name geändert) mehrere Frauen vergewaltigt? Seit Ende November muss sich der 23-Jährige vor der XX. Großen Strafkammer des Bielefelder Landgerichts verantworten. Die Staatsanwaltschaft legt dem Portaner mehrere Sexualstraftaten zur Last, die sich in Bad Oeynhausen, Porta Westfalica und Minden ereignet haben sollen. Derzeit vernimmt das Gericht – auch im Hinblick auf eine im Raum stehende Unterbringung des Angeklagten in der Sicherungsverwahrung – weitere mögliche Opfer. Die Staatsanwaltschaft wirft Wulf J. vor, in seiner Wohnung in Porta sowie in Minden zwei Frauen vergewaltigt zu haben. Darüber hinaus soll er in Bad Oeynhausen eine Frau bedrängt und zu sexuellen Handlungen genötigt haben. Wie berichtet, bestreitet der 23-Jährige die Taten. Zwar gab er zum Verhandlungsauftakt zu, dass es zu sexuellen Kontakte kam – doch seien diese entgegen der Anklage ohne Ausnahme einvernehmlich gewesen. „Ich bin halt so ein eher lockerer Typ, der relativ schnell zur Sache kommt“, sagte J. vor Gericht. Die mutmaßlichen Opfer hingegen berichten von sexueller Nötigung, Vergewaltigung und Misshandlung. Zunächst hatte die Kammer unter dem Vorsitz von Richter Carsten Glashörster fünf Verhandlungstermine anberaumt. Nun geht der Prozess in die Verlängerung: Mehrere Frauen hatten sich in den vergangenen Wochen beim Bielefelder Landgericht gemeldet und weitere Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen Wulf J. erhoben. Das Gericht vernimmt die Frauen derzeit in nicht-öffentlichen Verhandlungen. Zwar sind die nun zusätzlich im Raum stehenden Taten nicht Gegenstand der Anklage. Da dem Angeklagten jedoch neben einer Haftstrafe die Unterbringung in der Sicherungsverwahrung droht, muss sich das Gericht ein möglichst umfassendes Bild vom Verhalten des Manns Frauen gegenüber machen – auch in Hinblick auf eine Gefährlichkeitsprognose. Der Angeklagte musste sich schon einmal wegen versuchter Nötigung verantworten. Vorsorglich hat das Gericht nun sieben weitere Verhandlungstage im Verfahren gegen Wulf J. angesetzt. Der Prozess wird an diesem Freitag, 17. Januar, fortgesetzt.