Neuer Eigentümer will marodes Hochhaus in Lerbeck sanieren Dirk Haunhorst Porta Westfalica-Lerbeck (mt). Die Eigentümer der beiden Hochhäuser in Neu-Lerbeck haben schon öfter Verbesserungen versprochen. Doch der Zustand der Gebäude ist desolat, das Müllproblem chronisch. Ein Planungsbüro hat kürzlich den Abriss der beiden „Schrottimmobilien“ empfohlen. Dazu müsste die Stadt diese kaufen. Nun aber will der neue Eigentümer von Haus Nummer 4 viel Geld in die Hand nehmen, „um die Immobilie zu revitalisieren“, wie der stellvertretende Geschäftsführer Ante Matic dem MT versichert. Und auch der Eigentümer des leerstehenden Hauses Nummer 2 hat Baupläne. Über die möchte er im Januar mit der Stadt reden. Die TM Property Gruppe aus Wiesbaden hat das fast 45 Jahre alte Gebäude Nummer 4 mit seinen 48 Wohneinheiten bereits im August dem Vorbesitzer aus Bielefeld abgekauft. Wie Ante Matic, bei TM zuständig für Finanzierung und Projektsteuerung, mitteilt, liege der Kaufpreis für das zum Teil bewohnte Gebäude zwischen zwei und drei Millionen Euro. Für die Portaner Immobilie sei eine eigene Gesellschaft namens PW Objekt 191 GmbH gegründet worden. Da die Zahlung des Kaufpreises erst für Ende November vereinbart gewesen sei, gebe es noch keine sichtbaren Verbesserungen. Das soll sich in Kürze ändern. Für die nächste Woche sei ein Container bestellt, um den Müll einzusammeln. Außerdem kümmere sich ein Dienstleister künftig um die Pflege und Instandhaltung der Außenanlagen. In einem ersten Schritt sollen Briefkästen, Klingelanlage und insbesondere der seit Jahren defekte Aufzug erneuert werden. „Im kommenden März wird man deutliche Änderungen feststellen“, verspricht der Bruder von TM-Eigentümer Tomislav Matic. Im zweiten Jahr sei dann die Fassadenerneuerung an der Reihe. Die Investitionen dienten dazu, die gesamte Mietkultur zu verbessern. „Wir kaufen aktuell gerne unsanierte Gebäude, um sozusagen aus Truthähnen Adler zu machen“, sagt Ante Matic und verweist auf Referenzobjekte auf der TM-Homepage. Die Stadt Porta Westfalica bestätigt, dass sie mit dem neuen Eigentümer in Kontakt steht. Grundsätzlich sei dessen Absicht, in das Gebäude zu investieren, zu begrüßen. Was über eine Bestandssanierung hinausgehe, müsse die Verwaltung prüfen. Anscheinend will nun auch der Eigentümer von Haus Nummer 2 die bereits im Mai dieses Jahres angekündigte Sanierung angehen. „Wir haben für Einzelgewerke schon Firmen akquiriert“, sagt Werner Elberg, Miteigentümer und Verwalter der leerstehenden Hauses. Am 14. Januar möchte er bei einem Ortstermin mit Vertretern der Stadt Einzelheiten klären. Das Projekt sei zwischenzeitlich auf Eis gelegt worden, weil unklar gewesen sei, wie es mit Nachbarimmobilie Nr. 4 weitergehe. Ohnehin könnten Bauarbeiten in beiden Häusern noch Konflikte heraufbeschwören. Elberg hatte bereits im Mai darauf hingewiesen, dass die angrenzenden Flächen des Hochhauskomplexes zu Haus Nummer 2 gehören. „Die Stadt und der Eigentümer von Nummer 4 haben kein Wegerecht.“ In ihrem jetzigen Zustand stehen die beiden Hochhäuser einer Entwicklung des gesamten Quartiers im Weg. Das unterstrich Anfang Dezember Dirk Ruß von der Planungsgruppe Stadtbüro (Dortmund). Sie stellte ihre Ideen für Neu-Lerbeck den Politikern im Fachausschuss vor. Die Hochhäuser seien für das schlechte Image der Georg-Rost-Straße und den fehlenden Investitionswillen vieler weiterer Wohneigentümer verantwortlich. Ruß schlug vor, mit einer Sanierungssatzung oder städtebaulichen Entwicklungssatzung Druck auf die Eigentümer auszuüben. Der Gesetzgeber habe hier nachgebessert und den Kommunen ein wichtiges Instrumentarium an die Hand gegeben. „Solch eine Satzung muss natürlich sehr genau begründet und rechtssicher sein“, so Ruß gegenüber dem MT. Die Stadt habe damit ein Druckmittel – bis hin zu einer Enteignung. Ruß regte im Ausschuss an, dass die Stadt – mithilfe von städtebaulichen Fördergeldern – die beiden Immobilien erwirbt („Die Häuser selbst haben eine Negativpreis“) und dann abreißen lässt. Wenn die Summe stimme, könne man durchaus über einen Verkauf reden, meint Werner Elberg dazu. Aber angesichts einer siebenstelligen Summe, die die Eigentümer von Nummer 2 ehemals für Erwerb und Ertüchtigung ausgegeben hätten, habe die Immobile natürlich ihren Preis. Der Auto ist erreichbar unterTelefon (0571) 882 164 oder Dirk.Haunhorst@MT.de

Neuer Eigentümer will marodes Hochhaus in Lerbeck sanieren

Porta Westfalica-Lerbeck (mt). Die Eigentümer der beiden Hochhäuser in Neu-Lerbeck haben schon öfter Verbesserungen versprochen. Doch der Zustand der Gebäude ist desolat, das Müllproblem chronisch. Ein Planungsbüro hat kürzlich den Abriss der beiden „Schrottimmobilien“ empfohlen. Dazu müsste die Stadt diese kaufen. Nun aber will der neue Eigentümer von Haus Nummer 4 viel Geld in die Hand nehmen, „um die Immobilie zu revitalisieren“, wie der stellvertretende Geschäftsführer Ante Matic dem MT versichert. Und auch der Eigentümer des leerstehenden Hauses Nummer 2 hat Baupläne. Über die möchte er im Januar mit der Stadt reden.

Sanierungsfall: Die Hochhäuser Georg-Rost-Straße 2 (unbewohnt) und 4 (bewohnt) bilden optisch einen Gebäudekomplex. MT-Foto (Archiv): dh - © haunhorst
Sanierungsfall: Die Hochhäuser Georg-Rost-Straße 2 (unbewohnt) und 4 (bewohnt) bilden optisch einen Gebäudekomplex. MT-Foto (Archiv): dh - © haunhorst

Die TM Property Gruppe aus Wiesbaden hat das fast 45 Jahre alte Gebäude Nummer 4 mit seinen 48 Wohneinheiten bereits im August dem Vorbesitzer aus Bielefeld abgekauft. Wie Ante Matic, bei TM zuständig für Finanzierung und Projektsteuerung, mitteilt, liege der Kaufpreis für das zum Teil bewohnte Gebäude zwischen zwei und drei Millionen Euro. Für die Portaner Immobilie sei eine eigene Gesellschaft namens PW Objekt 191 GmbH gegründet worden. Da die Zahlung des Kaufpreises erst für Ende November vereinbart gewesen sei, gebe es noch keine sichtbaren Verbesserungen.

Das soll sich in Kürze ändern. Für die nächste Woche sei ein Container bestellt, um den Müll einzusammeln. Außerdem kümmere sich ein Dienstleister künftig um die Pflege und Instandhaltung der Außenanlagen. In einem ersten Schritt sollen Briefkästen, Klingelanlage und insbesondere der seit Jahren defekte Aufzug erneuert werden. „Im kommenden März wird man deutliche Änderungen feststellen“, verspricht der Bruder von TM-Eigentümer Tomislav Matic. Im zweiten Jahr sei dann die Fassadenerneuerung an der Reihe. Die Investitionen dienten dazu, die gesamte Mietkultur zu verbessern. „Wir kaufen aktuell gerne unsanierte Gebäude, um sozusagen aus Truthähnen Adler zu machen“, sagt Ante Matic und verweist auf Referenzobjekte auf der TM-Homepage.

Die Stadt Porta Westfalica bestätigt, dass sie mit dem neuen Eigentümer in Kontakt steht. Grundsätzlich sei dessen Absicht, in das Gebäude zu investieren, zu begrüßen. Was über eine Bestandssanierung hinausgehe, müsse die Verwaltung prüfen.

Anscheinend will nun auch der Eigentümer von Haus Nummer 2 die bereits im Mai dieses Jahres angekündigte Sanierung angehen. „Wir haben für Einzelgewerke schon Firmen akquiriert“, sagt Werner Elberg, Miteigentümer und Verwalter der leerstehenden Hauses. Am 14. Januar möchte er bei einem Ortstermin mit Vertretern der Stadt Einzelheiten klären. Das Projekt sei zwischenzeitlich auf Eis gelegt worden, weil unklar gewesen sei, wie es mit Nachbarimmobilie Nr. 4 weitergehe.

Ohnehin könnten Bauarbeiten in beiden Häusern noch Konflikte heraufbeschwören. Elberg hatte bereits im Mai darauf hingewiesen, dass die angrenzenden Flächen des Hochhauskomplexes zu Haus Nummer 2 gehören. „Die Stadt und der Eigentümer von Nummer 4 haben kein Wegerecht.“

In ihrem jetzigen Zustand stehen die beiden Hochhäuser einer Entwicklung des gesamten Quartiers im Weg. Das unterstrich Anfang Dezember Dirk Ruß von der Planungsgruppe Stadtbüro (Dortmund). Sie stellte ihre Ideen für Neu-Lerbeck den Politikern im Fachausschuss vor. Die Hochhäuser seien für das schlechte Image der Georg-Rost-Straße und den fehlenden Investitionswillen vieler weiterer Wohneigentümer verantwortlich. Ruß schlug vor, mit einer Sanierungssatzung oder städtebaulichen Entwicklungssatzung Druck auf die Eigentümer auszuüben. Der Gesetzgeber habe hier nachgebessert und den Kommunen ein wichtiges Instrumentarium an die Hand gegeben. „Solch eine Satzung muss natürlich sehr genau begründet und rechtssicher sein“, so Ruß gegenüber dem MT. Die Stadt habe damit ein Druckmittel – bis hin zu einer Enteignung. Ruß regte im Ausschuss an, dass die Stadt – mithilfe von städtebaulichen Fördergeldern – die beiden Immobilien erwirbt („Die Häuser selbst haben eine Negativpreis“) und dann abreißen lässt.

Wenn die Summe stimme, könne man durchaus über einen Verkauf reden, meint Werner Elberg dazu. Aber angesichts einer siebenstelligen Summe, die die Eigentümer von Nummer 2 ehemals für Erwerb und Ertüchtigung ausgegeben hätten, habe die Immobile natürlich ihren Preis.

Der Auto ist erreichbar unterTelefon (0571) 882 164 oder Dirk.Haunhorst@MT.de

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