Eisbergen

Das Begegnungszentrum in Eisbergen geht nach langer Zitterpartie an den Start

Dirk Haunhorst

Zum Außenbereich gehört eine Terrasse, die zum Teil überdacht ist. Der Termin fürs erste Grillfest steht bereits fest. - © Alexander Hoffmann
Zum Außenbereich gehört eine Terrasse, die zum Teil überdacht ist. Der Termin fürs erste Grillfest steht bereits fest. (© Alexander Hoffmann)

Porta Westfalica-Eisbergen (mt). Wer baut, muss mit unliebsamen Überraschungen rechnen. Diese Erfahrungen machten vor Jahren auch die Menschen, die in der neuen Eisberger Siedlung Eiserbach bauten. Die Widrigkeiten betrafen insbesondere das Gemeinschaftsprojekt „Begegnungszentrum“, gleichsam das Herzstück der Siedlung, das nach einigen Verzögerungen jetzt endlich funktionstüchtig ist. Laut Sprachregelung der „Eiserbacher“ handelt es sich übrigens um einen „Treffpunkt“, weil Begegnungsstätte oder Ähnliches den Verantwortlichen zu altbacken klingt.

„Das Gemeinschaftsgebäude mit der Energiezentrale wurde von den 34 Eigentümern finanziell gestemmt“, berichtet Frank Dröge, Beauftragter der Siedlungsgemeinschaft. Entstanden ist ein Gebäude mit 75 Quadratmetern Grundfläche. Im Keller befindet sich auf einem Großteil der Fläche die Energiezentrale zur Gewinnung von Strom und Heizung für die Siedlung sowie ein Abstellraum für Möbel.

Der eigentliche Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss misst ungefähr 40 Quadratmeter, ist mit einer Küchenzeile sowie Beamer und Leinwand ausgestattet und für ungefähr 30 Personen ausgelegt. Davor gibt es noch einen Flur mit Garderobe und ein seniorengerechtes WC sowie einen kleinen Abstellraum. „Seitlich des Gebäudes haben wir noch eine etwa 35 Quadratmeter große, gepflasterte und zum Teil überdachte Terrasse, welche wir kürzlich in Eigenleistung mit einer Hecke umpflanzt haben“, berichtet Dröge.

Der Gemeinschaftsraum mit Küchenzeile misst 40 Quadratmeter und bietet 30 Personen Platz. Fotos: pr - © pr
Der Gemeinschaftsraum mit Küchenzeile misst 40 Quadratmeter und bietet 30 Personen Platz. Fotos: pr (© pr)

Bereits in den ursprünglichen Planungen vor mehr als sieben Jahren wurde der politische Wille berücksichtigt, dass in der Neubausiedlung ein Gemeinschaftshaus integriert werden muss. Schließlich ist die Mehrzahl der allesamt seniorengerechten Wohnungen relativ klein. Für eine Geburtstagsfeier stoßen Gastgeber schnell an die räumlichen Grenzen. Auch der möglichen Vereinsamung im Alter sollte von Beginn an entgegengewirkt werden, so der ausdrückliche Wunsch der Politik.

Die Idee fand viele Fürsprecher, die Umsetzung geriet allerdings erheblich ins Stocken, wie die Siedlungsgemeinschaft in Erinnerung ruft: Nachdem der Generalunternehmer Mitte 2016 einen Insolvenzantrag gestellt hatte, kamen auch die Bauarbeiten am Gemeinschaftsraum samt Energiezentrale zum Stillstand. Der nahende Winter bereitete den „Eiserbachern“ Sorgen, da die zum Teil bereits bezogenen Wohnungen nicht beheizt werden konnten, solange die Energiezentrale nicht ans Netz ging.

Häufiger trafen sich die Eigentümer unter der Federführung des Trios Horst Kohrs, Werner Rippke und Kerstin Rinne, um Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Bald wurde für den Übergang eine GbR gegründet und mit Unterstützung der Portaner Stadtwerke zunächst die Energiezentrale in Betrieb genommen. Ein Anwalt und ein Steuerberatungsbüro halfen weiter beim Verkauf letzter Grundstücke, was für die Finanzierung des Gemeinschaftsgebäudes mit Kosten von rund 100.000 Euro unabdingbar war. Auch wurde ein Bauunternehmen mit der endgültigen Fertigstellung des Gebäudes, der Pflasterung der Außenflächen und einer Terrassenüberdachung beauftragt. Einige Eigentümer packten selbst an und kümmerten sich um Innenausbauarbeiten, Installationen und Einrichtungen.

Zuletzt haben die Verantwortlichen die GbR aufgelöst und die Weiterführung der Begegnungsstätte als privatrechtliche Eigentümergemeinschaft auf den Weg gebracht. In der Siedlung, zu der auch die DRK-Wohngruppe gehört, leben ungefähr 60 eher ältere Menschen. Rechnet man die Eigentümer, die als Vermieter nicht in der Siedlung direkt wohnen, hinzu, dann können ungefähr 80 Leute den Treffpunkt nach Absprache nutzen.

Frank Dröge zählt zu denjenigen, der sich um die Terminverwaltung kümmert. „Wir haben jedem Eigentümer jetzt zunächst ein festes Terminkontingent von acht Nutzungen pro Jahr gewährt, welches an die Mieter übertragen werden kann“, berichtet er. Übertragen werden könnten einzelne Termine auch an Dritte, wenn ein Eigentümer verantwortlich dabei ist. Und zu Gemeinschaftsveranstaltungen würden ohnehin Gäste eingeladen.

Nachdem es bereits in der Bauphase einige Treffen gegeben hat, soll das Gemeinschaftshaus nun intensiv genutzt werden. Einige Termine für private Feiern sind bereits gebucht. Am Mittwoch, 11. Dezember, ist das Begegnungszentrum um 18 Uhr Gastgeber des lebendigen Adventskalenders der Eisberger Kirchengemeinde. Die offizielle Eröffnung soll aber erst bei besserem Wetter erfolgen: am Samstag, 9. Mai, ist ein Gemeinschaftsgrillfest geplant.

Bürgermeister Bernd Hedtmann hat den neuen Treffpunkt bereits in Augenschein genommen und in drei Worten das Ziel zusammengefasst: „Begegnung, Austausch, Gemeinschaftsförderung“.

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EisbergenDas Begegnungszentrum in Eisbergen geht nach langer Zitterpartie an den StartDirk HaunhorstPorta Westfalica-Eisbergen (mt). Wer baut, muss mit unliebsamen Überraschungen rechnen. Diese Erfahrungen machten vor Jahren auch die Menschen, die in der neuen Eisberger Siedlung Eiserbach bauten. Die Widrigkeiten betrafen insbesondere das Gemeinschaftsprojekt „Begegnungszentrum“, gleichsam das Herzstück der Siedlung, das nach einigen Verzögerungen jetzt endlich funktionstüchtig ist. Laut Sprachregelung der „Eiserbacher“ handelt es sich übrigens um einen „Treffpunkt“, weil Begegnungsstätte oder Ähnliches den Verantwortlichen zu altbacken klingt. „Das Gemeinschaftsgebäude mit der Energiezentrale wurde von den 34 Eigentümern finanziell gestemmt“, berichtet Frank Dröge, Beauftragter der Siedlungsgemeinschaft. Entstanden ist ein Gebäude mit 75 Quadratmetern Grundfläche. Im Keller befindet sich auf einem Großteil der Fläche die Energiezentrale zur Gewinnung von Strom und Heizung für die Siedlung sowie ein Abstellraum für Möbel. Der eigentliche Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss misst ungefähr 40 Quadratmeter, ist mit einer Küchenzeile sowie Beamer und Leinwand ausgestattet und für ungefähr 30 Personen ausgelegt. Davor gibt es noch einen Flur mit Garderobe und ein seniorengerechtes WC sowie einen kleinen Abstellraum. „Seitlich des Gebäudes haben wir noch eine etwa 35 Quadratmeter große, gepflasterte und zum Teil überdachte Terrasse, welche wir kürzlich in Eigenleistung mit einer Hecke umpflanzt haben“, berichtet Dröge. Bereits in den ursprünglichen Planungen vor mehr als sieben Jahren wurde der politische Wille berücksichtigt, dass in der Neubausiedlung ein Gemeinschaftshaus integriert werden muss. Schließlich ist die Mehrzahl der allesamt seniorengerechten Wohnungen relativ klein. Für eine Geburtstagsfeier stoßen Gastgeber schnell an die räumlichen Grenzen. Auch der möglichen Vereinsamung im Alter sollte von Beginn an entgegengewirkt werden, so der ausdrückliche Wunsch der Politik. Die Idee fand viele Fürsprecher, die Umsetzung geriet allerdings erheblich ins Stocken, wie die Siedlungsgemeinschaft in Erinnerung ruft: Nachdem der Generalunternehmer Mitte 2016 einen Insolvenzantrag gestellt hatte, kamen auch die Bauarbeiten am Gemeinschaftsraum samt Energiezentrale zum Stillstand. Der nahende Winter bereitete den „Eiserbachern“ Sorgen, da die zum Teil bereits bezogenen Wohnungen nicht beheizt werden konnten, solange die Energiezentrale nicht ans Netz ging. Häufiger trafen sich die Eigentümer unter der Federführung des Trios Horst Kohrs, Werner Rippke und Kerstin Rinne, um Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Bald wurde für den Übergang eine GbR gegründet und mit Unterstützung der Portaner Stadtwerke zunächst die Energiezentrale in Betrieb genommen. Ein Anwalt und ein Steuerberatungsbüro halfen weiter beim Verkauf letzter Grundstücke, was für die Finanzierung des Gemeinschaftsgebäudes mit Kosten von rund 100.000 Euro unabdingbar war. Auch wurde ein Bauunternehmen mit der endgültigen Fertigstellung des Gebäudes, der Pflasterung der Außenflächen und einer Terrassenüberdachung beauftragt. Einige Eigentümer packten selbst an und kümmerten sich um Innenausbauarbeiten, Installationen und Einrichtungen. Zuletzt haben die Verantwortlichen die GbR aufgelöst und die Weiterführung der Begegnungsstätte als privatrechtliche Eigentümergemeinschaft auf den Weg gebracht. In der Siedlung, zu der auch die DRK-Wohngruppe gehört, leben ungefähr 60 eher ältere Menschen. Rechnet man die Eigentümer, die als Vermieter nicht in der Siedlung direkt wohnen, hinzu, dann können ungefähr 80 Leute den Treffpunkt nach Absprache nutzen. Frank Dröge zählt zu denjenigen, der sich um die Terminverwaltung kümmert. „Wir haben jedem Eigentümer jetzt zunächst ein festes Terminkontingent von acht Nutzungen pro Jahr gewährt, welches an die Mieter übertragen werden kann“, berichtet er. Übertragen werden könnten einzelne Termine auch an Dritte, wenn ein Eigentümer verantwortlich dabei ist. Und zu Gemeinschaftsveranstaltungen würden ohnehin Gäste eingeladen. Nachdem es bereits in der Bauphase einige Treffen gegeben hat, soll das Gemeinschaftshaus nun intensiv genutzt werden. Einige Termine für private Feiern sind bereits gebucht. Am Mittwoch, 11. Dezember, ist das Begegnungszentrum um 18 Uhr Gastgeber des lebendigen Adventskalenders der Eisberger Kirchengemeinde. Die offizielle Eröffnung soll aber erst bei besserem Wetter erfolgen: am Samstag, 9. Mai, ist ein Gemeinschaftsgrillfest geplant. Bürgermeister Bernd Hedtmann hat den neuen Treffpunkt bereits in Augenschein genommen und in drei Worten das Ziel zusammengefasst: „Begegnung, Austausch, Gemeinschaftsförderung“.