Barkhausen

Parktickets am Kaiser-Denkmal gibt's nur noch mit Angabe des Kennzeichens

Thomas Lieske

Ab jetzt müssen Besucher ihr Kennzeichen am Parkscheinautomaten eingeben. MT- - © Foto: Thomas Lieske
Ab jetzt müssen Besucher ihr Kennzeichen am Parkscheinautomaten eingeben. MT- (© Foto: Thomas Lieske)

Porta Westfalica-Barkhausen (mt). Etwas ratlos steht eine ältere Frau vor dem neuen Parkautomaten am Parkplatz des Kaiser-Wilhelm-Denkmals. Das Gerät spuckt immer wieder das Geld aus. „Dabei habe ich sogar mein Kennzeichen eingegeben – mit und ohne Bindestrich“, beteuert sie. Am Ende hat sie einfach nur die falsche Taste gedrückt. Doch die Sache mit dem Kennzeichen ist ihr suspekt.

Seit Mitte letzter Woche ist diese Eingabe am Parkplatz unterhalb des Denkmals Pflicht. Große Schilder weisen darauf hin. Während die Frau das „schon irgendwie komisch“ findet, ist ihre Begleitung – ein älterer Mann – weniger irritiert: „Das soll bestimmt die Weitergabe der Parkscheine verhindern“, mutmaßt er. Und hat Recht. Laut Bodo Strototte, Geschäftsführer der Westfälisch-Lippischen Vermögenverwaltungsgesellschaft (WLV). Die Gesellschaft bewirtschaftet den Parkplatz am Denkmal und ist für die jüngsten Neuerungen verantwortlich. Die gehen nicht nur mit der Pflicht einher, das Kennzeichen am Parkautomaten einzugeben, sondern geben am Montag und wochentags ab 15 Uhr den neuen Parktarif von drei anstatt bisher fünf Euro vor. „Mit den Neuerungen reagieren wir auf Rückmeldungen von Besuchern, aber auch auf Beobachtungen“, sagt Strototte.

Ab jetzt müssen Besucher ihr Kennzeichen am Parkscheinautomaten eingeben. MT- - © Foto: Thomas Lieske
Ab jetzt müssen Besucher ihr Kennzeichen am Parkscheinautomaten eingeben. MT- (© Foto: Thomas Lieske)

Vor allem die Kennzeichenpflicht sei der WLV wichtig, betont er. Bedenken in Sachen Datenschutz habe er nicht. „Wir sind nicht die ersten, die das machen.“ Das sei weit verbreitet. Zusammen mit dem Anbieter der bisherigen Parkautomaten habe die WLV nach einer Lösung gesucht, denn: „Seit Erhöhung der Ticketpreise im Frühjahr auf fünf Euro haben wir einen regelrecht boomenden Schwarzmarkt mit den Tickets beobachtet.“ Die Parkscheine seien regelmäßig an andere Besucher auf dem Parkplatz weitergereicht worden. „Dadurch hatten wir einen erheblichen Umsatzeinbruch“, erklärt der WLV-Geschäftsführer. Und das sei nicht zielführend, betont Strototte. Denn mit den Einnahmen bezahle man unter anderem den regelmäßig fahrenden Busshuttle, der im Tal drei Stationen ansteuert und Fahrgäste kostenlos zum Kaiser-Denkmal bringt. „Dieser Shuttle ist sehr teuer“, sagt Strototte, ohne genauere Zahlen zu nennen. Außerdem koste die Bewirtschaftung des Parkplatzes in seiner jetzigen Form einiges an Geld. Die höheren Gebühren seit dem Frühjahr sollten diese Kosten zumindest in teilen auffangen. „Solch ein Denkmal mit allem nebenher rechnet sich niemals, das wissen wir.“

Große Schilder – das Musterkennzeichen wäre übrigens ein ungültiges – weisen am Parkplatz unterhalb des Denkmals darauf hin, dass Besucher ab sofort am Parkscheinautomaten ihr Kennzeichen eingeben müssen. Damit soll der Parkticket-Schwarzmarkt unterbunden werden. MT- - © Foto: Thomas Lieske
Große Schilder – das Musterkennzeichen wäre übrigens ein ungültiges – weisen am Parkplatz unterhalb des Denkmals darauf hin, dass Besucher ab sofort am Parkscheinautomaten ihr Kennzeichen eingeben müssen. Damit soll der Parkticket-Schwarzmarkt unterbunden werden. MT- (© Foto: Thomas Lieske)

Daher lasse er auch das Argument vieler Kritiker, dass die hohen Parkgebühren hintenrum wie ein Eintritt für das Denkmal seien, nicht zu. „An benachbarten Denkmälern, etwa dem Hermannsdenkmal oder den Externsteinen, müssen Besucher Eintritt und Parkgebühren zahlen. Das ist in Porta Westfalica nicht so“, betont Strototte.

Vielmehr hätten die Parkgebühren auch eine Lenkungsfunktion. An besucherstarken Tagen würden viel mehr Leute unten im Tal parken und den Shuttle nutzen. Die Resonanz darauf sei „großartig“ – bei Besuchern und auch beim Busbetrieb, sagt Strototte. „Und für die Anwohner an der Kaiserstraße ist das eine erhebliche Verbesserung, weil weniger Autos nach oben fahren.“

Kontrolliert wird der privat bewirtschaftete Parkplatz – wie auch die Kaiserstraße – übrigens durch die Ordnungsbehörde der Stadt Porta. Es gebe eine Vereinbarung mit der Verwaltung, sagt Strototte. Grundsätzlich sieht der WLV-Mann die jetzige neue Lösung als „fast final“ an. Regelmäßig habe die WLV die Erfahrungen mit dem Parkplatz ausgewertet und Rückschlüsse gezogen. Die jetzige Neuerung gehe auf Erfahrungen aus dem Frühjahr und Sommer zurück, sagt Strototte. „Wir sind auch weiterhin für Anregungen zugänglich“, verspricht er.

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BarkhausenParktickets am Kaiser-Denkmal gibt's nur noch mit Angabe des KennzeichensThomas LieskePorta Westfalica-Barkhausen (mt). Etwas ratlos steht eine ältere Frau vor dem neuen Parkautomaten am Parkplatz des Kaiser-Wilhelm-Denkmals. Das Gerät spuckt immer wieder das Geld aus. „Dabei habe ich sogar mein Kennzeichen eingegeben – mit und ohne Bindestrich“, beteuert sie. Am Ende hat sie einfach nur die falsche Taste gedrückt. Doch die Sache mit dem Kennzeichen ist ihr suspekt. Seit Mitte letzter Woche ist diese Eingabe am Parkplatz unterhalb des Denkmals Pflicht. Große Schilder weisen darauf hin. Während die Frau das „schon irgendwie komisch“ findet, ist ihre Begleitung – ein älterer Mann – weniger irritiert: „Das soll bestimmt die Weitergabe der Parkscheine verhindern“, mutmaßt er. Und hat Recht. Laut Bodo Strototte, Geschäftsführer der Westfälisch-Lippischen Vermögenverwaltungsgesellschaft (WLV). Die Gesellschaft bewirtschaftet den Parkplatz am Denkmal und ist für die jüngsten Neuerungen verantwortlich. Die gehen nicht nur mit der Pflicht einher, das Kennzeichen am Parkautomaten einzugeben, sondern geben am Montag und wochentags ab 15 Uhr den neuen Parktarif von drei anstatt bisher fünf Euro vor. „Mit den Neuerungen reagieren wir auf Rückmeldungen von Besuchern, aber auch auf Beobachtungen“, sagt Strototte. Vor allem die Kennzeichenpflicht sei der WLV wichtig, betont er. Bedenken in Sachen Datenschutz habe er nicht. „Wir sind nicht die ersten, die das machen.“ Das sei weit verbreitet. Zusammen mit dem Anbieter der bisherigen Parkautomaten habe die WLV nach einer Lösung gesucht, denn: „Seit Erhöhung der Ticketpreise im Frühjahr auf fünf Euro haben wir einen regelrecht boomenden Schwarzmarkt mit den Tickets beobachtet.“ Die Parkscheine seien regelmäßig an andere Besucher auf dem Parkplatz weitergereicht worden. „Dadurch hatten wir einen erheblichen Umsatzeinbruch“, erklärt der WLV-Geschäftsführer. Und das sei nicht zielführend, betont Strototte. Denn mit den Einnahmen bezahle man unter anderem den regelmäßig fahrenden Busshuttle, der im Tal drei Stationen ansteuert und Fahrgäste kostenlos zum Kaiser-Denkmal bringt. „Dieser Shuttle ist sehr teuer“, sagt Strototte, ohne genauere Zahlen zu nennen. Außerdem koste die Bewirtschaftung des Parkplatzes in seiner jetzigen Form einiges an Geld. Die höheren Gebühren seit dem Frühjahr sollten diese Kosten zumindest in teilen auffangen. „Solch ein Denkmal mit allem nebenher rechnet sich niemals, das wissen wir.“ Daher lasse er auch das Argument vieler Kritiker, dass die hohen Parkgebühren hintenrum wie ein Eintritt für das Denkmal seien, nicht zu. „An benachbarten Denkmälern, etwa dem Hermannsdenkmal oder den Externsteinen, müssen Besucher Eintritt und Parkgebühren zahlen. Das ist in Porta Westfalica nicht so“, betont Strototte. Vielmehr hätten die Parkgebühren auch eine Lenkungsfunktion. An besucherstarken Tagen würden viel mehr Leute unten im Tal parken und den Shuttle nutzen. Die Resonanz darauf sei „großartig“ – bei Besuchern und auch beim Busbetrieb, sagt Strototte. „Und für die Anwohner an der Kaiserstraße ist das eine erhebliche Verbesserung, weil weniger Autos nach oben fahren.“ Kontrolliert wird der privat bewirtschaftete Parkplatz – wie auch die Kaiserstraße – übrigens durch die Ordnungsbehörde der Stadt Porta. Es gebe eine Vereinbarung mit der Verwaltung, sagt Strototte. Grundsätzlich sieht der WLV-Mann die jetzige neue Lösung als „fast final“ an. Regelmäßig habe die WLV die Erfahrungen mit dem Parkplatz ausgewertet und Rückschlüsse gezogen. Die jetzige Neuerung gehe auf Erfahrungen aus dem Frühjahr und Sommer zurück, sagt Strototte. „Wir sind auch weiterhin für Anregungen zugänglich“, verspricht er.