Portaner verurteilt: Spinat-Diebstahl in Lemgo kommt Angeklagten teuer zu stehen

Katrin Kantelberg

Diebstahl direkt vom Feld - hier in einer nachgestellten Szene. - © Jens Rademacher
Diebstahl direkt vom Feld - hier in einer nachgestellten Szene. (© Jens Rademacher)

Lemgo (lz). Gleich mit elf Spinatdieben hatte es Richter Dr. Florian Hobbeling am Amtsgericht Lemgo zu tun. Die Angeklagten aus Detmold, Bad Salzuflen und Porta Westfalica hatten im Frühjahr im großen Stil Spinat von einem Lemgoer Feld gestohlen. Der kommt sie jetzt teuer zu stehen.

Auf den Feldern an der Ostwestfalenstraße waren im Frühjahr immer wieder Scharen von illegalen Pflückern unterwegs. Vergeblich versuchte der Landwirt sie zu vertreiben, bis schließlich die Polizei zum Einsatz kam. Vor Gericht waren die Angeklagten am Donnerstag in vier Strafverfahren vorgeladen.

Dabei gestanden die Spinat-Täter einhellig, am 3. Mai von einem Feld an der Ostwestfalenstraße Spinat im großen Stil geerntet zu haben. 13 Säcke von je 18 bis 40 Kilo und weitere 120 Kilo hätten sie mitgenommen. Dass das verboten sei, wollten sie aber nicht gewusst haben.

Schließlich sei ihnen auf einem Wochenmarkt in Bielefeld erzählt worden, dass das Pflücken auf dem Lemgoer Feld erlaubt sei. Überdies sollte der Spinat nur für den Eigenbedarf geerntet werden. Sie verfügten über große Familien mit vielen Kindern, die sie gesund ernähren wollten.

Letzteres nahm ihnen Richter Dr. Hobbeling laut Presseerklärung zwar ab, setzte aber trotz Migrationshintergrund als bekannt voraus, dass das Ernten auf einem fremden Feld nur mit dem Einverständnis des Besitzers erlaubt sei. Unter der Prämisse, dass die Angeklagten den Landwirt entschädigen, eine gemeinnützige Einrichtungen unterstützen und Sozialstunden leisten, wurden die Strafverfahren schließlich in drei Fällen eingestellt.

Einzig eine 32-jährige Frau aus Bad Salzuflen wurde wegen Diebstahls zu einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu je 15 Euro verurteilt. Die Angeklagte war laut Pressemitteilung bereits zweifach wegen Diebstahls vorbestraft. Zudem wurden bei ihr 200 Euro eingezogen, die der betroffene Landwirt erhält.

Ihre 65-jährige Mitdiebin muss ebenfalls 200 Euro Schadensersatz und weitere 400 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen. Auch das Verfahren gegen eine 40-jährige Angeklagte wurde gegen Zahlung von 200 Euro an den Landwirt und 80 Sozialstunden eingestellt. Ebenso erging es zwei Frauen aus Porta Westfalica: Sie müssen je 60 Euro zahlen und 50 Sozialstunden leisten.

Ebenfalls eingestellt wurden die Verfahren in zwei weiteren Fällen gegen ein Ehepaar und vier weitere Angeklagte. Auch sie müssen den Landwirt entschädigen und eine Geldstrafe an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen.

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Portaner verurteilt: Spinat-Diebstahl in Lemgo kommt Angeklagten teuer zu stehenKatrin KantelbergLemgo (lz). Gleich mit elf Spinatdieben hatte es Richter Dr. Florian Hobbeling am Amtsgericht Lemgo zu tun. Die Angeklagten aus Detmold, Bad Salzuflen und Porta Westfalica hatten im Frühjahr im großen Stil Spinat von einem Lemgoer Feld gestohlen. Der kommt sie jetzt teuer zu stehen. Auf den Feldern an der Ostwestfalenstraße waren im Frühjahr immer wieder Scharen von illegalen Pflückern unterwegs. Vergeblich versuchte der Landwirt sie zu vertreiben, bis schließlich die Polizei zum Einsatz kam. Vor Gericht waren die Angeklagten am Donnerstag in vier Strafverfahren vorgeladen. Dabei gestanden die Spinat-Täter einhellig, am 3. Mai von einem Feld an der Ostwestfalenstraße Spinat im großen Stil geerntet zu haben. 13 Säcke von je 18 bis 40 Kilo und weitere 120 Kilo hätten sie mitgenommen. Dass das verboten sei, wollten sie aber nicht gewusst haben. Schließlich sei ihnen auf einem Wochenmarkt in Bielefeld erzählt worden, dass das Pflücken auf dem Lemgoer Feld erlaubt sei. Überdies sollte der Spinat nur für den Eigenbedarf geerntet werden. Sie verfügten über große Familien mit vielen Kindern, die sie gesund ernähren wollten. Letzteres nahm ihnen Richter Dr. Hobbeling laut Presseerklärung zwar ab, setzte aber trotz Migrationshintergrund als bekannt voraus, dass das Ernten auf einem fremden Feld nur mit dem Einverständnis des Besitzers erlaubt sei. Unter der Prämisse, dass die Angeklagten den Landwirt entschädigen, eine gemeinnützige Einrichtungen unterstützen und Sozialstunden leisten, wurden die Strafverfahren schließlich in drei Fällen eingestellt. Einzig eine 32-jährige Frau aus Bad Salzuflen wurde wegen Diebstahls zu einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu je 15 Euro verurteilt. Die Angeklagte war laut Pressemitteilung bereits zweifach wegen Diebstahls vorbestraft. Zudem wurden bei ihr 200 Euro eingezogen, die der betroffene Landwirt erhält. Ihre 65-jährige Mitdiebin muss ebenfalls 200 Euro Schadensersatz und weitere 400 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen. Auch das Verfahren gegen eine 40-jährige Angeklagte wurde gegen Zahlung von 200 Euro an den Landwirt und 80 Sozialstunden eingestellt. Ebenso erging es zwei Frauen aus Porta Westfalica: Sie müssen je 60 Euro zahlen und 50 Sozialstunden leisten. Ebenfalls eingestellt wurden die Verfahren in zwei weiteren Fällen gegen ein Ehepaar und vier weitere Angeklagte. Auch sie müssen den Landwirt entschädigen und eine Geldstrafe an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen.