Nammen

Artenschutz verbindet: Große Resonanz auf Sträucher-Sammelaktion

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Mädchen und Jungen des Kindergartens pflanzten Sträucher am Nammer Seniorenheim. Die örtliche Kooperation gibt es seit Jahren. So haben Kinder schon Blühstreifen angelegt und selbst gebaute Nistkästen aufgehängt. Foto: pr - © pr
Mädchen und Jungen des Kindergartens pflanzten Sträucher am Nammer Seniorenheim. Die örtliche Kooperation gibt es seit Jahren. So haben Kinder schon Blühstreifen angelegt und selbst gebaute Nistkästen aufgehängt. Foto: pr (© pr)

Porta Westfalica-Nammen (mt/dh). Der Verein Naturschutz und Heimatpflege Porta (NHP) freut sich, dass viele Gartenbesitzer die bereits zum sechsten Mal angebotene Sträucheraktion angenommen haben: 673 einheimische Sträucher wurden insgesamt bestellt – am beliebtesten waren die Straucharten Weißdorn, Hundsrose, Liguster, Sanddorn und Schlehe, berichten die Naturschützer.

Mit dem Pflanzen der heimischen Sträucher leiste jeder einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. „Viele Insekten-, Vogel- und Säugerarten werden von den neuen Sträuchern profitieren“, so der NHP.

Die im Herbst wurzelnackt ausgelieferten Sträucher müssten zwar zeitnah eingepflanzt werden, damit die Wurzeln nicht austrockneten; sie seien aber eine klimafreundliche Alternative zu den inzwischen üblichen Containerpflanzen, die es das gesamte Jahr über gebe.

Sträucher im Container, so der NHP, wachsen in Torf heran, welcher aus baltischen oder russischen Moore stamme. Dies trage zur Trockenlegung und Zerstörung der dortigen Moore bei. „Trockene Moore sind aber eine immense Quelle an freiwerdendem Kohlenstoffdioxid, was ja bekanntlich den Treibhauseffekt erhöht, schreibt der Verein Naturschutz und Heimatpflege. Bei der Zerstörung der Moore würden in kürzester Zeit klimawirksame Gase (CO2 und Lachgas) ausgestoßen, die vorher in 11.000 Jahren dort im Torf festgelegt worden seien.

Auch das Nammer Altenheim Haus Laurentius hat Sträucher bestellt. „Wir wollen ein Zeichen für den Erhalt der Insekten setzen, indem wir zum Beispiel den Faulbaum für die Raupen des Zitronenfalters pflanzen“, sagt Lena Hormann, Leiterin des Nammer Altenheims Haus Laurentius. Anfang November trafen sich die Senioren mit den Mädchen und Jungen aus dem Evangelischen Kindergarten Nammen, um die kleinen Sträucher im Park des Altenheims zu pflanzen. Erzieherin Doris Deerberg: ,,Wir kooperieren schon seit vielen Jahren mit dem Altenheim, unsere Kinder haben hier im Park bereits mit viel Elan den Blühstreifen angelegt und selbst gebaute Nistkästen aufgehängt.“ Das Hausmeisterteam des Altenheims hatte mitgeholfen und die Pflanzlöcher vorbereitet. So konnte der Gärtnernachwuchs gleich loslegen.

Mit ihren kleinen Schaufeln warfen die kleinen Naturschützer Humuserde auf die Wurzeln der Sträucher und traten die Erde danach fest. Das Gießen besorgte der im Anschluss einsetzende Regen, sodass das Schleppen von Gießkannen zu Freude entfiel. Nach einer halben Stunde waren alle Pflanzen im Halbrund gesetzt und die eifrigen Kinder stärkten sich mit einer Tasse heißem Kakao, der den Senioren auch sehr gut schmeckte.

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NammenArtenschutz verbindet: Große Resonanz auf Sträucher-SammelaktionPorta Westfalica-Nammen (mt/dh). Der Verein Naturschutz und Heimatpflege Porta (NHP) freut sich, dass viele Gartenbesitzer die bereits zum sechsten Mal angebotene Sträucheraktion angenommen haben: 673 einheimische Sträucher wurden insgesamt bestellt – am beliebtesten waren die Straucharten Weißdorn, Hundsrose, Liguster, Sanddorn und Schlehe, berichten die Naturschützer. Mit dem Pflanzen der heimischen Sträucher leiste jeder einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. „Viele Insekten-, Vogel- und Säugerarten werden von den neuen Sträuchern profitieren“, so der NHP. Die im Herbst wurzelnackt ausgelieferten Sträucher müssten zwar zeitnah eingepflanzt werden, damit die Wurzeln nicht austrockneten; sie seien aber eine klimafreundliche Alternative zu den inzwischen üblichen Containerpflanzen, die es das gesamte Jahr über gebe. Sträucher im Container, so der NHP, wachsen in Torf heran, welcher aus baltischen oder russischen Moore stamme. Dies trage zur Trockenlegung und Zerstörung der dortigen Moore bei. „Trockene Moore sind aber eine immense Quelle an freiwerdendem Kohlenstoffdioxid, was ja bekanntlich den Treibhauseffekt erhöht, schreibt der Verein Naturschutz und Heimatpflege. Bei der Zerstörung der Moore würden in kürzester Zeit klimawirksame Gase (CO2 und Lachgas) ausgestoßen, die vorher in 11.000 Jahren dort im Torf festgelegt worden seien. Auch das Nammer Altenheim Haus Laurentius hat Sträucher bestellt. „Wir wollen ein Zeichen für den Erhalt der Insekten setzen, indem wir zum Beispiel den Faulbaum für die Raupen des Zitronenfalters pflanzen“, sagt Lena Hormann, Leiterin des Nammer Altenheims Haus Laurentius. Anfang November trafen sich die Senioren mit den Mädchen und Jungen aus dem Evangelischen Kindergarten Nammen, um die kleinen Sträucher im Park des Altenheims zu pflanzen. Erzieherin Doris Deerberg: ,,Wir kooperieren schon seit vielen Jahren mit dem Altenheim, unsere Kinder haben hier im Park bereits mit viel Elan den Blühstreifen angelegt und selbst gebaute Nistkästen aufgehängt.“ Das Hausmeisterteam des Altenheims hatte mitgeholfen und die Pflanzlöcher vorbereitet. So konnte der Gärtnernachwuchs gleich loslegen. Mit ihren kleinen Schaufeln warfen die kleinen Naturschützer Humuserde auf die Wurzeln der Sträucher und traten die Erde danach fest. Das Gießen besorgte der im Anschluss einsetzende Regen, sodass das Schleppen von Gießkannen zu Freude entfiel. Nach einer halben Stunde waren alle Pflanzen im Halbrund gesetzt und die eifrigen Kinder stärkten sich mit einer Tasse heißem Kakao, der den Senioren auch sehr gut schmeckte.