Kommentar zur Wittekindsburg: Tragikomisch und verwirrend

Dirk Haunhorst

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(© lehn)

Das jahrelange Theater um die Wittekindsburg hat längst tragikomische Züge angenommen. Komisch, weil der Streit durchaus gewissen Unterhaltungswert hat und man sich fragt, welcher Akteur wohl im nächsten Moment mit wem überkreuz liegt. Mal befindet sich Witthüs mit Waldbauern im Clinch, dann gibt es mit der Baubehörde Auseinandersetzungen um den Brandschutz und bereits seit Jahren juristischen Streit ums Gästehaus. Ein alter Vertrag taucht plötzlich aus der Versenkung auf, Politiker klagen auf Akteneinsicht und nun scheinen sich die Städte Minden und Porta Westfalica uneins über die Rolle des Bierwegs zu sein.

Tragisch sind die Streitereien, weil sie die Entwicklung der Wittekindsburg blockieren. Das betrifft nicht nur den Verein Witthüs, sondern die gesamte Region, die mit einem weiteren touristischen Juwel neben dem Kaiser-Denkmal durchaus glänzen könnte.

Einige Zeit mag das Burgtheater unterhaltsam gewesen sein, doch allmählich nervt das verwirrende Hin und Her von neuen Vorwürfen und Rechtfertigungen. Häufig findet sich die Portaner Stadtverwaltung in der Rolle des Prügelknaben wieder. Wenn Bürgermeister Bernd Hedtmann Schaden von der Stadt abwenden möchte, sollte er die Burg in seiner verbleibenden Amtszeit zur Chefsache erklären. Manche Beobachter sähen zwar lieber, die Stadt würde die Akteure im Berg sich selbst überlassen. Doch das wäre verantwortungslos und im Hinblick auf die vielen (rechtlichen) Berührungspunkte kaum praktikabel. Vielleicht wäre es in einem ersten Schritt hilfreich, die widersprüchlichen Aussagen zur Erschließung über Burg- oder Bierweg zwischen Porta und Minden zu klären. Verwaltungen sollten aufklären und nicht zusätzliche Verwirrung stiften.

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Kommentar zur Wittekindsburg: Tragikomisch und verwirrendDirk HaunhorstDas jahrelange Theater um die Wittekindsburg hat längst tragikomische Züge angenommen. Komisch, weil der Streit durchaus gewissen Unterhaltungswert hat und man sich fragt, welcher Akteur wohl im nächsten Moment mit wem überkreuz liegt. Mal befindet sich Witthüs mit Waldbauern im Clinch, dann gibt es mit der Baubehörde Auseinandersetzungen um den Brandschutz und bereits seit Jahren juristischen Streit ums Gästehaus. Ein alter Vertrag taucht plötzlich aus der Versenkung auf, Politiker klagen auf Akteneinsicht und nun scheinen sich die Städte Minden und Porta Westfalica uneins über die Rolle des Bierwegs zu sein. Tragisch sind die Streitereien, weil sie die Entwicklung der Wittekindsburg blockieren. Das betrifft nicht nur den Verein Witthüs, sondern die gesamte Region, die mit einem weiteren touristischen Juwel neben dem Kaiser-Denkmal durchaus glänzen könnte. Einige Zeit mag das Burgtheater unterhaltsam gewesen sein, doch allmählich nervt das verwirrende Hin und Her von neuen Vorwürfen und Rechtfertigungen. Häufig findet sich die Portaner Stadtverwaltung in der Rolle des Prügelknaben wieder. Wenn Bürgermeister Bernd Hedtmann Schaden von der Stadt abwenden möchte, sollte er die Burg in seiner verbleibenden Amtszeit zur Chefsache erklären. Manche Beobachter sähen zwar lieber, die Stadt würde die Akteure im Berg sich selbst überlassen. Doch das wäre verantwortungslos und im Hinblick auf die vielen (rechtlichen) Berührungspunkte kaum praktikabel. Vielleicht wäre es in einem ersten Schritt hilfreich, die widersprüchlichen Aussagen zur Erschließung über Burg- oder Bierweg zwischen Porta und Minden zu klären. Verwaltungen sollten aufklären und nicht zusätzliche Verwirrung stiften.