Holtrup

Container gegen Brummilärm

Dirk Haunhorst

Mit der Ansiedung von Frigosped hat der Lkw-Verkehr in Holtrup deutlich zugenommen – zum Leidwesen der Anwohner. MT-Foto (Archiv): Dirk Haunhorst
Mit der Ansiedung von Frigosped hat der Lkw-Verkehr in Holtrup deutlich zugenommen – zum Leidwesen der Anwohner. MT-Foto (Archiv): Dirk Haunhorst

Porta Westfalica-Holtrup (mt). Das Unternehmen Frigosped möchte mithilfe von Containern die Anwohner vor Lärm und Licht der an- und abfahrenden Lastwagen schützen. Burkhard Berghoff (BDH-Architekten/Dortmund) stellte am Montag die Pläne dem Fachausschuss vor. Mithilfe der sogenannten Resonatorwand in Containerbauweise liege die Belastung der Anwohner „weit unterhalb der Grenzwerte“, versicherte Berghoff. Ziel von Frigosped sei, den Schutz „schnell umzusetzen“, um eine „vernünftige Koexistenz“ von Logistikunternehmen und Anwohnern zu ermöglichen.

Die Nachbarn beschweren sich seit der Ansiedlung der Firma im Holtruper Gewerbegebiet „Im Dickert“ über Ruhestörung durch Lkw-Verkehr. Pläne, den Geräuschpegel mithilfe eines Erdwalls zu senken, wurden wieder verworfen, weil dieser für die lauten Kühlaggregate auf den Lastwagen offenbar nicht ausgereicht hätte. Mit einer patentierten Containerlösung sei man auf der sicheren Seite, sagte Berghoff. Einbauten auf der Innenseite der Resonatorwand absorbierten den Schall.

Bebaut werden soll die Schallschutzwand an der Südstraße mit Unterbrechungen für die Zu- und Abfahrten, der Ecke Eschweg/Südstraße sowie entlang der Straße Im Twellsiek. Olaf Proprawa (Bündnis 90/Die Grünen) hat Bedenken wegen der Optik. „Das sieht ja aus wie ein Containerhafen“, sagte der Politiker angesichts einiger Beispiele, die Berghoff an die Wand warf. Der Architekt verwies auf verschiedene farbliche Gestaltungsmöglichkeiten der fünf bis zehn Meter hohen Container. Die Optik sowie die Bepflanzungen sollen in weiteren Terminen mit den Anwohnern festgelegt werden. Die Anlieger waren bereits vor wenigen Wochen in einer Versammlung über die Schallschutzidee informiert worden.

Die Politiker reagierten zustimmend auf die Pläne. „Ich hoffe, dass die Bürger zur Ruhe kommen“, sagte Klaus Heinrich Schmeding (CDU). Grundsätzlich könnten Unternehmensansiedlungen durchaus Vorteile beim Lärmschutz mit sich bringen, meinte Schmeding und erinnerte an den Holtruper Autohof, dessen Planung und Bau seinerzeit von Protesten begleitet wurde. Letztlich habe der für den Autohof gebaute Lärmschutz die Bürger besser vor den Emissionen der A2 geschützt, als dies vorher der Fall gewesen sei.

Gleichwohl sei es mit den Containern allein nicht getan, meinte Siegfried Linder (SPD). Er machte sich für ein absolutes Halteverbot an der Südstraße stark, um den Bereich zu entlasten. Der Ausschuss unterstützte die Forderung und richtete einen entsprechenden Antrag an die Verwaltung. Auch forderten die Politiker genauere Informationen über Kontrollen des Ordnungsamtes in dem Gebiet.

Aufgrund diverser Verzögerungen und Änderungen des Bauantrags schuldet die Firma den Bürgern bis heute effektiven Lärmschutz. Das hatte in der Vergangenheit zu emotionalen Debatten geführt. Am Montag meldete sich im Fachausschuss Anwohner Thomas Backhaus zu Wort. Er berichtete, ein Teil der Anlieger sei durchaus froh, dass nach vier Jahren in Sachen Lärmschutz endlich etwas geschehen soll. Allerdings sei es für das Unternehmen schwierig, das Vertrauen sämtlicher Anwohner zurückzugewinnen. Auch weil es Spekulationen über eine mögliche Erweiterung gebe.

Architekt Berghoff kündigte an, dass Frigosped sich an dem Lärmschutzversprechen messen lassen will. So werde voraussichtlich im Mai kommenden Jahres ein erneuter Termin im Rathaus anberaumt, um eine Bestandsaufnahme zu machen. Frigosped, so Berghoff, wolle als Teil der Nachbarschaft akzeptiert werden.

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HoltrupContainer gegen BrummilärmDirk HaunhorstPorta Westfalica-Holtrup (mt). Das Unternehmen Frigosped möchte mithilfe von Containern die Anwohner vor Lärm und Licht der an- und abfahrenden Lastwagen schützen. Burkhard Berghoff (BDH-Architekten/Dortmund) stellte am Montag die Pläne dem Fachausschuss vor. Mithilfe der sogenannten Resonatorwand in Containerbauweise liege die Belastung der Anwohner „weit unterhalb der Grenzwerte“, versicherte Berghoff. Ziel von Frigosped sei, den Schutz „schnell umzusetzen“, um eine „vernünftige Koexistenz“ von Logistikunternehmen und Anwohnern zu ermöglichen. Die Nachbarn beschweren sich seit der Ansiedlung der Firma im Holtruper Gewerbegebiet „Im Dickert“ über Ruhestörung durch Lkw-Verkehr. Pläne, den Geräuschpegel mithilfe eines Erdwalls zu senken, wurden wieder verworfen, weil dieser für die lauten Kühlaggregate auf den Lastwagen offenbar nicht ausgereicht hätte. Mit einer patentierten Containerlösung sei man auf der sicheren Seite, sagte Berghoff. Einbauten auf der Innenseite der Resonatorwand absorbierten den Schall. Bebaut werden soll die Schallschutzwand an der Südstraße mit Unterbrechungen für die Zu- und Abfahrten, der Ecke Eschweg/Südstraße sowie entlang der Straße Im Twellsiek. Olaf Proprawa (Bündnis 90/Die Grünen) hat Bedenken wegen der Optik. „Das sieht ja aus wie ein Containerhafen“, sagte der Politiker angesichts einiger Beispiele, die Berghoff an die Wand warf. Der Architekt verwies auf verschiedene farbliche Gestaltungsmöglichkeiten der fünf bis zehn Meter hohen Container. Die Optik sowie die Bepflanzungen sollen in weiteren Terminen mit den Anwohnern festgelegt werden. Die Anlieger waren bereits vor wenigen Wochen in einer Versammlung über die Schallschutzidee informiert worden. Die Politiker reagierten zustimmend auf die Pläne. „Ich hoffe, dass die Bürger zur Ruhe kommen“, sagte Klaus Heinrich Schmeding (CDU). Grundsätzlich könnten Unternehmensansiedlungen durchaus Vorteile beim Lärmschutz mit sich bringen, meinte Schmeding und erinnerte an den Holtruper Autohof, dessen Planung und Bau seinerzeit von Protesten begleitet wurde. Letztlich habe der für den Autohof gebaute Lärmschutz die Bürger besser vor den Emissionen der A2 geschützt, als dies vorher der Fall gewesen sei. Gleichwohl sei es mit den Containern allein nicht getan, meinte Siegfried Linder (SPD). Er machte sich für ein absolutes Halteverbot an der Südstraße stark, um den Bereich zu entlasten. Der Ausschuss unterstützte die Forderung und richtete einen entsprechenden Antrag an die Verwaltung. Auch forderten die Politiker genauere Informationen über Kontrollen des Ordnungsamtes in dem Gebiet. Aufgrund diverser Verzögerungen und Änderungen des Bauantrags schuldet die Firma den Bürgern bis heute effektiven Lärmschutz. Das hatte in der Vergangenheit zu emotionalen Debatten geführt. Am Montag meldete sich im Fachausschuss Anwohner Thomas Backhaus zu Wort. Er berichtete, ein Teil der Anlieger sei durchaus froh, dass nach vier Jahren in Sachen Lärmschutz endlich etwas geschehen soll. Allerdings sei es für das Unternehmen schwierig, das Vertrauen sämtlicher Anwohner zurückzugewinnen. Auch weil es Spekulationen über eine mögliche Erweiterung gebe. Architekt Berghoff kündigte an, dass Frigosped sich an dem Lärmschutzversprechen messen lassen will. So werde voraussichtlich im Mai kommenden Jahres ein erneuter Termin im Rathaus anberaumt, um eine Bestandsaufnahme zu machen. Frigosped, so Berghoff, wolle als Teil der Nachbarschaft akzeptiert werden.