Porta Westfalica/Vlotho

Griff in die Rücklage: Kirchenaustritte und sinkende Einnahmen bereiten dem Kirchenkreis Sorgen

veröffentlicht

Nach der Synode verteilte Superintendent Andreas Huneke (rechts), der 2021 in den Ruhestand geht, Blumen an die Mitwirkenden, unter ihnen Ulrich Prasuhn. Der Eisberger ist Mitglied im Finanzausschuss. Foto: Ch. Deppe/pr - © pr
Nach der Synode verteilte Superintendent Andreas Huneke (rechts), der 2021 in den Ruhestand geht, Blumen an die Mitwirkenden, unter ihnen Ulrich Prasuhn. Der Eisberger ist Mitglied im Finanzausschuss. Foto: Ch. Deppe/pr (© pr)

Porta Westfalica/Vlotho (mt/dh). Der Haushaltplan für das Jahr 2020 steht. Allerdings ist ein Ausgleich nur durch den Zugriff auf gebildete Rücklagen möglich. Auf der Herbstsynode stimmte die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Vlotho, zu dem auch die Kirchengemeinden in Porta-Süd zählen, für den Haushaltsplan 2020.

Die jedes Jahr steigenden Kirchenaustritte beschäftigen den Kirchenkreis Vlotho zunehmend. Allein von 2017 bis 2018 sind aus der Evangelischen Kirche von Westfalen fast 40.000 Gemeindemitglieder aus der Kirche ausgetreten. Das macht sich besonders im ländlich geprägten Ostwestfalen bemerkbar und bedeutet für den Kirchenkreis Vlotho mehr als 200.000 Euro weniger finanzielle Mittel für Seelsorge, Kinder- und Jugendarbeit, den Erhalt der Kirchen, Kindergärten sowie das Gemeindeleben vor Ort und die weiteren Arbeitsfelder der evangelischen Kirche. Im Jahr 2020 wird jede Gemeinde voraussichtlich pro Gemeindemitglied nur noch knapp 90 Euro für das komplette Jahr erhalten. Davon sind die gesamten Ausgaben der Gemeinde zu finanzieren. „Das wird in Zukunft kaum ohne Rücklagen möglich sein“, schreibt der Kirchenkreis.

Auf Grundlage der Kirchensteuer-Schätzung der Landeskirche hat der Finanzausschuss des Kirchenkreises den Haushaltsplan für 2020 den Synodalen vorgestellt. Pfarrer Uwe Stintmann erläuterte die einzelnen Posten der Synodalkasse und beantwortete Fragen. Außerdem schlägt der Erhalt und die Instandhaltung der Kirchen und Gemeindehäuser zu Buche. Deshalb sind die Regionalkonferenzen in den vier Regionen im Kirchenkreis damit beauftragt, tragfähige Lösungen für die Zukunft zu entwickeln. Die Beratungen und Planungen laufen.

Auch die evangelischen Kindergärten im Kirchenkreis Vlotho waren Thema auf der Herbstsynode in Valdorf-Wehrendorf. Dorothee Holzmeier aus der Kindergartenfachberatung stellte in ihrem Bericht heraus, wie stark die Städte Porta Westfalica, Löhne, Bad Oeynhausen und Vlotho mit Kindergartenplätzen unterversorgt sind. Es fehlen in allen Regionen des Kirchenkreises Kindertagesstätten, insbesondere in Bad Oeynhausen wo eine provisorische Lösung für 45 Kinder die Zeit bis zum Neubau überbrücken soll.

Ein weiteres Problem für die evangelischen Kindergärten stellt der immer größer werdende Fachkräftemangel dar. Zudem werden die betreuten Kinder immer früher und den ganzen Tag in den Kitas betreut. Als besonderen Erfolg verzeichnete Dorothee Holzmeier das „Evangelische Gütesiegel Beta“, welches das Qualitätsmanagement in den Kindergärten auszeichnet und sichert. Seit 2017 haben alle 23 Kindertagesstätten im Kirchenkreis Vlotho die Zertifizierung erfolgreich abgeschlossen. Eine Re-Zertifizierung nach fünf Jahren steht bis 2021 bevor.

Auch das Ende der Amtszeit von Superintendent Andreas Huneke wirft seine Schatten voraus. Seit 16 Jahren leitet der Pfarrer aus Rehme den Kirchenkreis Vlotho; Ende Januar 2021 geht er in den Ruhestand. Die Stelle soll noch dieses Jahr ausgeschrieben werden, damit sich die Kandidatinnen und Kandidaten bis zur nächsten Herbstsynode vorstellen können.

Copyright © Mindener Tageblatt 2019
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

1 Kommentar

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

Porta Westfalica/VlothoGriff in die Rücklage: Kirchenaustritte und sinkende Einnahmen bereiten dem Kirchenkreis SorgenPorta Westfalica/Vlotho (mt/dh). Der Haushaltplan für das Jahr 2020 steht. Allerdings ist ein Ausgleich nur durch den Zugriff auf gebildete Rücklagen möglich. Auf der Herbstsynode stimmte die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Vlotho, zu dem auch die Kirchengemeinden in Porta-Süd zählen, für den Haushaltsplan 2020. Die jedes Jahr steigenden Kirchenaustritte beschäftigen den Kirchenkreis Vlotho zunehmend. Allein von 2017 bis 2018 sind aus der Evangelischen Kirche von Westfalen fast 40.000 Gemeindemitglieder aus der Kirche ausgetreten. Das macht sich besonders im ländlich geprägten Ostwestfalen bemerkbar und bedeutet für den Kirchenkreis Vlotho mehr als 200.000 Euro weniger finanzielle Mittel für Seelsorge, Kinder- und Jugendarbeit, den Erhalt der Kirchen, Kindergärten sowie das Gemeindeleben vor Ort und die weiteren Arbeitsfelder der evangelischen Kirche. Im Jahr 2020 wird jede Gemeinde voraussichtlich pro Gemeindemitglied nur noch knapp 90 Euro für das komplette Jahr erhalten. Davon sind die gesamten Ausgaben der Gemeinde zu finanzieren. „Das wird in Zukunft kaum ohne Rücklagen möglich sein“, schreibt der Kirchenkreis. Auf Grundlage der Kirchensteuer-Schätzung der Landeskirche hat der Finanzausschuss des Kirchenkreises den Haushaltsplan für 2020 den Synodalen vorgestellt. Pfarrer Uwe Stintmann erläuterte die einzelnen Posten der Synodalkasse und beantwortete Fragen. Außerdem schlägt der Erhalt und die Instandhaltung der Kirchen und Gemeindehäuser zu Buche. Deshalb sind die Regionalkonferenzen in den vier Regionen im Kirchenkreis damit beauftragt, tragfähige Lösungen für die Zukunft zu entwickeln. Die Beratungen und Planungen laufen. Auch die evangelischen Kindergärten im Kirchenkreis Vlotho waren Thema auf der Herbstsynode in Valdorf-Wehrendorf. Dorothee Holzmeier aus der Kindergartenfachberatung stellte in ihrem Bericht heraus, wie stark die Städte Porta Westfalica, Löhne, Bad Oeynhausen und Vlotho mit Kindergartenplätzen unterversorgt sind. Es fehlen in allen Regionen des Kirchenkreises Kindertagesstätten, insbesondere in Bad Oeynhausen wo eine provisorische Lösung für 45 Kinder die Zeit bis zum Neubau überbrücken soll. Ein weiteres Problem für die evangelischen Kindergärten stellt der immer größer werdende Fachkräftemangel dar. Zudem werden die betreuten Kinder immer früher und den ganzen Tag in den Kitas betreut. Als besonderen Erfolg verzeichnete Dorothee Holzmeier das „Evangelische Gütesiegel Beta“, welches das Qualitätsmanagement in den Kindergärten auszeichnet und sichert. Seit 2017 haben alle 23 Kindertagesstätten im Kirchenkreis Vlotho die Zertifizierung erfolgreich abgeschlossen. Eine Re-Zertifizierung nach fünf Jahren steht bis 2021 bevor. Auch das Ende der Amtszeit von Superintendent Andreas Huneke wirft seine Schatten voraus. Seit 16 Jahren leitet der Pfarrer aus Rehme den Kirchenkreis Vlotho; Ende Januar 2021 geht er in den Ruhestand. Die Stelle soll noch dieses Jahr ausgeschrieben werden, damit sich die Kandidatinnen und Kandidaten bis zur nächsten Herbstsynode vorstellen können.