Hausberge

Portas neuer Waldkindergarten überzeugt mit Spielen im Matsch und viel Fantasie

Michael Grundmeier

Zahlreiche Angebote zeigten, was der Waldkindergarten so alles zu bieten hat. Der Zulauf ist gut, die Gruppe ist mittlerweile voll belegt. Foto: Michael Grundmeier - © Picasa
Zahlreiche Angebote zeigten, was der Waldkindergarten so alles zu bieten hat. Der Zulauf ist gut, die Gruppe ist mittlerweile voll belegt. Foto: Michael Grundmeier (© Picasa)

Porta Westfalica-Hausberge (mig). Es sind die kleinen Dinge, die diesen „Tag der offenen Tür“ im Waldkindergarten besonders machen. Das Herz aus Kastanien beispielsweise, das die Besucher am Eingang begrüßen soll. Die Steine, auf die die Kinder Namen gemalt haben. Und natürlich die vielen Angebote, die das dort gelebte Konzept vorstellen sollen. Die aber auch gleichzeitig zeigen, dass dieser Kindergarten anders sein will, als andere. Eltern und Kinder gemeinsam beim Stockbrotrösten. Eltern und Kinder gemeinsam beim Salzteigbacken.

Eltern und Kinder gemeinsam: „Wir haben den Eindruck, dass unser Kind hier gut aufgehoben ist“, erklärt einer der Väter, warum ihn das Konzept „Waldkindergartengruppe“ überzeugt hat. Die Kinder würden mit der Natur aufwachsen und ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Vorgefertigte Spielzeuge wie in anderen Kindergärten gebe es nicht – „und die braucht ein Kind auch gar nicht“.

Das sieht Tanja Brune, eine der Ideengeberinnen für dieses Projekt, ganz ähnlich. Brune, die für die Grünen im Stadtrat sitzt, wundert sich noch immer, wie schnell die Idee zur Umsetzung gelangt ist. „Wir haben nur offene Türen eingerannt“, sagt sie rückblickend. Die meisten, mit denen sie gesprochen habe, hätten sich rasch von der Idee überzeugen lassen. Sowohl Rat, als auch Verwaltung hätten an einem Strang gezogen. Relativ früh war klar, dass die Waldkindergartengruppe Teil eines Kindergartens werden soll, der vom Verein „Parität für Kinder“ getragen wird.

Der Waldgruppe werden also weitere Gruppen folgen: zwei gemischte und eine für Kinder unter drei Jahren. Im nächsten Jahr soll es losgehen, der Bauantrag steht, laut Tanja Brune, kurz bevor. Die Waldkinder werden in dem neuen Gebäude einen eigenen Raum bekommen und damit Zugang zu den sanitären Anlagen und zur Küche für das Mittagessen.

Ein weiterer Vorteil sei die Aufstockung der Betreuungsstunden von 35 auf 45 Stunden. Bisher ist die Waldkindergartengruppe auf 35 Stunden begrenzt. „Sobald die Gruppe einen Raum in dem neuen Gebäude hat, können die Kinder auch bei schlechtem Wetter betreut werden“, macht Tanja Brune deutlich. Für Berufstätige sei das ein wichtiges Kriterium. Wobei die Waldkindergartengruppe von den Anmeldezahlen her schon jetzt auf Erfolgskurs sei. „Wir sind bis in das nächste Jahr im Juli voll belegt und auch für das nächste Kindergartenjahr haben wir schon Anmeldungen“, berichtet Brune.

Gründe für die gute Resonanz sieht sie im Konzept des Waldkindergartens. „Weil wir viel draußen sind, können die Kinder ihre Fantasie entwickeln.“ Ein Stock sei für die Kinder kein Stock, sondern vielleicht eine Angel. „Wenn man die Kinder fragt, die spielen ohnehin am liebsten im Matsch.“

Auch Christin Niemeier vom Verein „Parität für Kinder“ zeigte sich vom neuen Konzept (Waldkindergarten und Regelkindergarten zusammen in einem Gebäude) überzeugt. Die „tolle Anbindung“ sei mit ein Grund für die Wahl des Standortes gewesen. Man habe viel gelernt „und es hat uns viel Spaß gemacht“, gab Niemeier zu verstehen. „Das hier ist nur der Anfang“, meinte sie mit Blick auf das im nächsten Jahr anstehende Bauvorhaben. Ebenfalls begeistert zeigte sich Friedrich Schmeding (SPD) vom Jugendhilfeausschuss. „Der Waldkindergarten als neues Angebot ist eine Bereicherung für das bereits sehr gute Betreuungsangebot in dieser Stadt.“ Und auch die Kombination aus Regelkindergartengruppen und Waldgruppe sei einzigartig. Einen Dank richtete Schmeding an all die, die dieses Projekt verwirklicht haben, also Elterninitiative und Träger, Politik und Verwaltung.

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