Zwei Segelflieger in 40 Metern Höhe gefangen: Bergung geglückt

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Höhenretter Werner Klostermann hängt mit dem geretteten Segelflieger am Seil des Rettungshubschraubers SAR 41 der Bundeswehr. - © MT-Foto: Jan Henning Rogge
Höhenretter Werner Klostermann hängt mit dem geretteten Segelflieger am Seil des Rettungshubschraubers SAR 41 der Bundeswehr. (© MT-Foto: Jan Henning Rogge)

Porta Westfalica (jhr/nik). Ein Segelflieger ist am Samstagnachmittag in der Nähe des Fernsehturms in Porta Westfalica verunglückt und in zwei Baumkronen stecken geblieben. Etwa vier Stunden später konnten die beiden Insassen (17 und 21 Jahre alt, beide aus dem Kreis Lüchow-Dannenberg) unverletzt aus der Maschine gerettet werden. Notfallseelsorger hatten sie in dieser Zeit telefonisch betreut. Ein Rettungshubschrauber  - der SAR 41 aus Nörvenich, einer von insgesamt vier über ganz Deutschland verteilten Search and Rescue-Helikoptern vom Typ Bell UH-1D - musste für den Einsatz aus dem Rheinland angefordert werden. Die Polizei schätzte die Höhe des stecken gebliebenen Flugzeugs auf etwa 15 Meter, die Höhenretter maßen jedoch rund 35 Meter.

Gegen 14.30 Uhr meldete ein Spaziergänger den Unfall bei der Leitstelle in Minden. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an den Frettholzweg aus. Zunächst wurden zwei Sprungkissen aufgebaut, um die Insassen gegebenenfalls damit auffangen zu können. Die Höhenretter aus Espelkamp versuchten dann zunächst die beiden zu bergen. Sie erreichten das Flugzeug jedoch nicht über den Baumweg, sondern mussten den Versuch etwa fünf Meter unterhalb der Maschine abbrechen.

Ein Polizeihubschrauber, der angefordert worden war um die Übersicht aus der Luft zu bekommen, konnte nicht helfen, da er keine Winde an Bord hatte. Stattdessen wurde der Bundeswehr-Rettungshubschrauber zur Unfallstelle gerufen. Die Maschine, die beim  Taktischen Luftgeschwader 31 (ehemals Jagdbombergeschwader 31) in Nörvenich bei Köln stationiert ist, landete gegen 18 Uhr in der Nähe der Unfallstelle, es handelte sich um das Modell Bell UH-1D, aus der Hubschrauberfamilie Bell UH-1 ("Huey") die bereits im Vietnamkrieg eingesetzt wurden.

Das Flugzeug hängt zwischen zwei Bäumen in der Krone. - © MT-Foto: Jan Henning Rogge
Das Flugzeug hängt zwischen zwei Bäumen in der Krone. (© MT-Foto: Jan Henning Rogge)

Vom Helikopter wurden die Insassen des Flugzeugs dann über eine Seilwinde zunächst herausgezogen und dann zu Boden herabgelassen. Die Einsatzkräfte retteten zuerst die 17-Jährige, dann den Piloten.

Zeitweise versuchten die Einsatzkräfte auch, den Flieger von unten abzusichern, um ihm mehr Stabilität zu verleihen. Das Flugzeug lag zwar stabil auf den Baumkronen auf, hätte jedoch jederzeit durch Außeneinwirkung kippen können.

- © MT-Foto: Jan Henning Rogge
(© MT-Foto: Jan Henning Rogge)

Die Feuerwehr - vor Ort waren die Hauptamtliche Wache aus Porta sowie die Löschgruppen Hausberge, Veltheim-Möllbergen, Eisbergen und Neesen-Lerbeck - baute Scheinwerfer auf, um die Unfallstelle auch in der Dunkelheit ausleuchten zu können. Gegen 19 Uhr waren beide Insassen gerettet. Der 21-jährige Pilot und seine jugendliche Begleiterin waren gegen 13.30 Uhr vom Flugplatz in Vennebeck gestartet. Hier sollte der Flug auch wieder enden. Warum es zu dem Zwischenfall kam, konnte die Polizei am Samstag noch nicht sagen. Es wird ermittelt.

- © MT-Foto: Jan Henning Rogge Einsatzkräfte versuchen die Segelflieger zu bergen. - © MT-Foto: Jan Henning Rogge Ein Segelflieger ist in etwa 40 Metern Höhe in zwei Baumkronen stecken geblieben. - © MT-Foto: Jan Henning Rogge Ein Hubschrauber der Bundeswehr soll bei der Bergung helfen. - © MT-Foto: Jan Henning Rogge Werner Klostermann von der Höhenrettung der Feuerwehr Espelkamp ließ sich vom Hubschrauber ablassen und rettete die Flugzeuginsassen aus rund 35 Meter Höhe. - © MT-Foto: Jan Henning Rogge Am Boden nahmen die Helfer die Geretteten in Empfang. - © MT-Foto: Jan Henning Rogge

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Zwei Segelflieger in 40 Metern Höhe gefangen: Bergung geglücktPorta Westfalica (jhr/nik). Ein Segelflieger ist am Samstagnachmittag in der Nähe des Fernsehturms in Porta Westfalica verunglückt und in zwei Baumkronen stecken geblieben. Etwa vier Stunden später konnten die beiden Insassen (17 und 21 Jahre alt, beide aus dem Kreis Lüchow-Dannenberg) unverletzt aus der Maschine gerettet werden. Notfallseelsorger hatten sie in dieser Zeit telefonisch betreut. Ein Rettungshubschrauber  - der SAR 41 aus Nörvenich, einer von insgesamt vier über ganz Deutschland verteilten Search and Rescue-Helikoptern vom Typ Bell UH-1D - musste für den Einsatz aus dem Rheinland angefordert werden. Die Polizei schätzte die Höhe des stecken gebliebenen Flugzeugs auf etwa 15 Meter, die Höhenretter maßen jedoch rund 35 Meter. Gegen 14.30 Uhr meldete ein Spaziergänger den Unfall bei der Leitstelle in Minden. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an den Frettholzweg aus. Zunächst wurden zwei Sprungkissen aufgebaut, um die Insassen gegebenenfalls damit auffangen zu können. Die Höhenretter aus Espelkamp versuchten dann zunächst die beiden zu bergen. Sie erreichten das Flugzeug jedoch nicht über den Baumweg, sondern mussten den Versuch etwa fünf Meter unterhalb der Maschine abbrechen. Ein Polizeihubschrauber, der angefordert worden war um die Übersicht aus der Luft zu bekommen, konnte nicht helfen, da er keine Winde an Bord hatte. Stattdessen wurde der Bundeswehr-Rettungshubschrauber zur Unfallstelle gerufen. Die Maschine, die beim  Taktischen Luftgeschwader 31 (ehemals Jagdbombergeschwader 31) in Nörvenich bei Köln stationiert ist, landete gegen 18 Uhr in der Nähe der Unfallstelle, es handelte sich um das Modell Bell UH-1D, aus der Hubschrauberfamilie Bell UH-1 ("Huey") die bereits im Vietnamkrieg eingesetzt wurden. Vom Helikopter wurden die Insassen des Flugzeugs dann über eine Seilwinde zunächst herausgezogen und dann zu Boden herabgelassen. Die Einsatzkräfte retteten zuerst die 17-Jährige, dann den Piloten. Zeitweise versuchten die Einsatzkräfte auch, den Flieger von unten abzusichern, um ihm mehr Stabilität zu verleihen. Das Flugzeug lag zwar stabil auf den Baumkronen auf, hätte jedoch jederzeit durch Außeneinwirkung kippen können. Die Feuerwehr - vor Ort waren die Hauptamtliche Wache aus Porta sowie die Löschgruppen Hausberge, Veltheim-Möllbergen, Eisbergen und Neesen-Lerbeck - baute Scheinwerfer auf, um die Unfallstelle auch in der Dunkelheit ausleuchten zu können. Gegen 19 Uhr waren beide Insassen gerettet. Der 21-jährige Pilot und seine jugendliche Begleiterin waren gegen 13.30 Uhr vom Flugplatz in Vennebeck gestartet. Hier sollte der Flug auch wieder enden. Warum es zu dem Zwischenfall kam, konnte die Polizei am Samstag noch nicht sagen. Es wird ermittelt.