Veltheim (mt).

Stadt Porta: Alles hängt von Gesprächen mit der Kraftwerk-Eigentümerin ab

Thomas Lieske

Noch immer ist unklar, wie es mit dem Gelände des Kraftwerks in Veltheim weitergeht. Die Eigentümerin hüllt sich weiter in Schweigen, nachdem am Montag der Streit um die neuen Pläne bekannt geworden war. MT-Foto (Archiv): Alex Lehn - © Lehn,Alexander
Noch immer ist unklar, wie es mit dem Gelände des Kraftwerks in Veltheim weitergeht. Die Eigentümerin hüllt sich weiter in Schweigen, nachdem am Montag der Streit um die neuen Pläne bekannt geworden war. MT-Foto (Archiv): Alex Lehn (© Lehn,Alexander)

Porta Westfalica-Veltheim (mt). Wenige Tage nach Bekanntwerden des Streits um die Entwicklung des Kraftwerkgeländes in Veltheim ist die Lage völlig unklar. Wie es konkret weiter geht, blieb trotz mehrerer MT-Anfragen bei allen Beteiligten offen.

Wie sich die Entwicklungsgesellschaft GKW als Eigentümerin eine Entwicklung des Geländes vorstellt, bleibt weiter unklar. Man wolle der angekündigten Information in zwei Wochen nicht vorgreifen.

Die Stadt warte aber dringend auf die neuen Pläne der Eigentümerin GKW Veltheim, erklärt Stadtsprecherin Babette Lissner gegenüber der Redaktion. Ob die Stadt nun vermittelnd eingreife? „Eine Vermittlung im weiteren Prozess ist nicht erforderlich“, lautet die klare und kurze Antwort darauf. Dennoch stehe man im Kontakt mit der GKW, „um das weitere Vorgehen abzustimmen“, erklärt Lissner. Es seien Gespräche zwischen allen Beteiligten geplant. Nur diese seien „entscheidend für den weiteren Fortgang des Verfahrens“. Von diesen Gesprächen, sollten sie zustande kommen, hängt also die Zukunft des Kraftwerksgeländes ab. Auf die Kritik, dass die Stadt nie mit der Eigentümerin direkt, sondern nur mit dem Planungsbüro aus Bielefeld gesprochen habe, reagiert die Verwaltung gelassen. „Für die Stadt Porta Westfalica ist das von der Eigentümerin beauftragte Planungsbüro Ansprechpartner.“ Die GKW hatte sich in einem Brandbrief darüber beschwert, dass sie über Dritte von massiven Einschränkungen für eine Entwicklung des Geländes erfahren habe (MT vom 8. Oktober).

Die Einschränkungen, heißt es von der Stadt, ergäben sich aus dem Regionalplan der Bezirksregierung Detmold. Auf dieser Grundlage habe das Planungsbüro auch den Entwurf erarbeitet, der am Montag im Ausschuss hätte vorgestellt werden sollen. Doch dazu kam es – wie berichtet – nicht. Die Eigentümerin hat offenbar andere Pläne. Pläne, die an dem Standort nach ersten Aussagen des Planers und der Stadt nicht realisierbar seien. Details sind noch immer nicht bekannt. Stattdessen hat sich die Verwaltung klar positioniert, was auf dem Gelände des stillgelegten Kraftwerks möglich ist, und was nicht: Logistikbetriebe, wie etwa in Holtrup, seien dort ebenso wenig möglich wie eine Biogasanlage. Dafür sei anderes Gewerbe durchaus möglich. Und im großen Stil könne eine Photovoltaikanlage für Energiegewinnung gebaut werden. Die könnte nach MT-Informationen mehr als 30 Hektar groß werden, und zwar im nördlichen Bereich der jetzigen Kraftwerk-Anlage.

Ansonsten müsse man mit allgemeinem Gewerbe planen, heißt es von der Verwaltung. Südlich der Bahnstrecke ist im Regionalplan keine Industrie mehr vorgesehen. Stattdessen sollen die Flächen für die Landwirtschaft zur Verfügung stehen sowie als Schutzgebiet dienen. Beim Planungsbüro herrscht dagegen weiterhin Verwunderung über die plötzliche Absage der Eigentümerin für die öffentliche Info-Veranstaltung im Planungsausschuss. Laut Jens-Peter Huesmann vom Büro „Drees & Huesmann“ habe es stets eine enge Abstimmung mit dem Geschäftsführer der Gesellschaft, Christoph Sattler, gegeben. Er sei in jeden Prozess der Planung eingebunden gewesen.

Die Planer hätten jeden Entwicklungsstand dokumentiert und der Gesellschaft zur Verfügung gestellt. Außerdem, betont Huesmann, habe es regelmäßig einen Austausch gegeben. Mit dem Schreiben vom 2. Oktober, das der Projektentwickler Philipp Hausdörffer im Namen der GKW geschickt hat, um die bis dahin laut Huesmann einvernehmlich entwickelten Pläne nun doch nicht öffentlich vorzustellen, habe sich das Blatt plötzlich gewendet. Der Wortlaut des Schreibens habe ihn überrascht, erklärt der Planer. Der Stil passe nicht zu den bis dahin gelaufenen Gesprächen. Klar sei jedenfalls, dass durch den beabsichtigten neuen Bebauungsplan für das Gebiet – „Visionen hin oder her“ – niemals ein Standort für Wohnen, Kindergarten, Freizeit oder Tourismus werden könne.

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