Costedt

Viele Interessenten wollen den Großen Weserbogen kaufen

Thomas Lieske

Die Freizeitanlage „Großer Weserbogen“ soll verkauft werden – und das Interesse ist sehr groß: 16 potenzielle Käufer haben ein konkretes Konzept für die Zukunft des Areals entwickelt. Wer den Zuschlag bekommt, ist aber noch nicht entschieden. Foto (Archiv): Gisela Schwarze
Die Freizeitanlage „Großer Weserbogen“ soll verkauft werden – und das Interesse ist sehr groß: 16 potenzielle Käufer haben ein konkretes Konzept für die Zukunft des Areals entwickelt. Wer den Zuschlag bekommt, ist aber noch nicht entschieden. Foto (Archiv): Gisela Schwarze

Porta Westfalica-Costedt (mt). Das Interesse am Campingplatz Großer Weserbogen in Costedt ist offenbar groß. Gleich 16 konkrete Kaufinteressenten haben sich bei einem Suchverfahren der Große Weserbogen Kommunale GmbH – der Eigentümerin der Fläche – gemeldet und ein Angebot abgegeben. Laut der Portaner Stadtsprecherin Babette Lissner müssen Kaufinteressenten auch ein Konzept für den weiteren Betrieb des Campingplatzes und ein Kaufpreisangebot abgeben. Der Aufwand für die 16 potenziellen Käufer war also recht groß.

Schon während des laufenden Verfahrens, das am 6. September endete, schätzte die Stadt das Interesse als „rege“ ein. Nun sei man dabei, die Angebote zu bewerten. Dabei schaue man sich an, wie wirtschaftlich die Konzepte seien, erklärt Lissner. Zudem prüfe man die Angebote der potenziellen Käufer aus Plausibilität und darauf, wie nachhaltig die Konzepte sind. Wenn die Bewertung abgeschlossen ist, werden Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung der Weserbogen GmbH informiert, sagt Babette Lissner weiter.

Der Südliche See schließt direkt an die Anlage an und dient nicht nur zu Sportzwecken - wie hier Triathlon -, sondern auch als normaler Badesee. MT- - © Foto: Archiv
Der Südliche See schließt direkt an die Anlage an und dient nicht nur zu Sportzwecken - wie hier Triathlon -, sondern auch als normaler Badesee. MT- (© Foto: Archiv)

Möglichst zur kommenden Saison soll der Campingplatz einen neuen Eigentümer haben. Auf der Verkaufsliste steht aber nicht nur der rund 15.000 Quadratmeter große Campingplatz mit seien 304 Stellplätzen und Gastronomie, sondern auch der Südliche See als Badeareal. Einen Kaufpreis hat die Weserbogen GmbH selbst nicht veranschlagt. Vermutlich wird der aber im Millionenbereich liegen.

Während so viel konkretes Interesse an dem Campingplatz die Verkäufer freuen dürfte, macht sich die Politik schon länger Sorgen um den Fortbestand des Areals. Mehrfach haben politische Vertreter – unter anderem aus den Reihen der „Wählergemeinschaft Porta – Wir in Porta“ – Zweifel daran angemeldet, ob die Folgen eines Verkaufs auch zuende gedacht seien.

Im Sommer war die Freizeitanlage gut ausgelastet. MT- - © Foto: Thomas Lieske
Im Sommer war die Freizeitanlage gut ausgelastet. MT- (© Foto: Thomas Lieske)

Auch Vertreter der Grünen mahnen zur Vorsicht im Falle eines Verkaufs. Fraktionschef Marc Weber sieht es zum Beispiel kritisch, dass auf dem Hauptgelände laut aktuellem Bebauungsplan auch feste Häuser gebaut werden dürfen. „Komisch finden wir auch, dass der Südliche See in Gänze verkauft werden soll“, erklärte er vor Kurzem in einer öffentlichen Sitzung. Man habe noch weiteren Beratungsbedarf, vielleicht müsse man vor dem Verkauf noch an den Bebauungsplan heran.

Das allerdings könnte schwierig werden, wenn bereits zur neuen Saison ein neuer Betreiber das Gelände bewirtschaften soll. Allerdings tritt die Portaner Verwaltung auch grundsätzlichen Ängsten vor einem Verkauf entgegen. „Jede Änderung auf dem Gelände bedarf der Zustimmung der Wasserbehörden“, heißt es aus dem Rathaus. Zudem sehe der B-Plan vor, dass das Areal als Erholungsfläche genutzt werden müsse – und dazu gehören auch feste Gebäude wie etwa Wochenendhäuser. Der jetzige Zeltplatz sei davon ausgeschlossen. Dort dürften keine festen Gebäude errichtet werden – er gilt als Überschwemmungsfläche für die Weser, die am Campingplatz vorbeifließt und ihm auch den Namen gibt.

Die Wählergemeinschaft Porta hat zudem Bedenken, was mit dem Areal geschieht, falls der neue Eigentümer in die Insolvenz kommt, sich verspekuliert und der Campingplatz Teil einer Insolvenzmasse wird. Die Stadt berief sich gegenüber dem MT stets auf ihr Vorkaufsrecht als Kommune. Allerdings, hat das MT im Gespräch mit mehreren Fachanwälten erfahren, gelte dieses Vorkaufsrecht nicht mehr, wenn ein Haus oder ein Grundstück – in dem Fall der Große Weserbogen als Campingplatz – Teil der Insolvenzmasse würde.

Viele Fragen sind beim Verkauf des Weserbogens also noch offen. Damit werden sich Verwaltung und Politik nun in den kommenden Monaten auseinandersetzen müssen.

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