Veltheim

Blühstreifen in Porta werden zur Geduldsprobe

Thomas Lieske

Blühstreifen wie dieser sollen auch in Porta zunehmend zum Landschaftsbild gehören. An einigen Stellen haben Landwirte den Seitenraum aber einfach umgepflügt, wie etwa im Heuweg bei Veltheim. Foto: Silas Stein/dpa - © Silas Stein
Blühstreifen wie dieser sollen auch in Porta zunehmend zum Landschaftsbild gehören. An einigen Stellen haben Landwirte den Seitenraum aber einfach umgepflügt, wie etwa im Heuweg bei Veltheim. Foto: Silas Stein/dpa (© Silas Stein)

Porta Westfalica-Veltheim (mt). Ist die Stadt Porta ihrer Verantwortung in Sachen Blühstreifen und Wegeränder nicht nachgekommen? Dieser Vorwurf aus den Reihen von SPD und Grünen stand zumindest kurzzeitig im öffentlichen Raum. Konkret bemängeln einige Ratsmitglieder, dass Maßnahmen an städtischen Wegerändern nicht umgesetzt worden seien. Zudem gebe es immer noch Fälle von zu breiten landwirtschaftlichen Äckern, die in Blühstreifen umgewandelt werden sollen. Bis heute sei das teils nicht passiert, heißt es von beiden Fraktionen.

Im Auge haben die politischen Vertreter den Heuweg im Bereich Veltheim. Dort sei ein Teil des Wegerandes umgepflügt worden und werde für Landwirtschaft genutzt, kritisieren sie. Deshalb haben sie die Verwaltung aufgefordert, aktiv zu werden. Die Stadt solle etwas dagegen tun, dass Landwirte Teile von öffentlichen Wegerändern umpflügen. Im Bereich Veltheim sei das besonders ärgerlich, weil die Ränder Teil des Blühstreifenprogramms werden sollen.

Das sei grundsätzlich richtig, erklärt der Umweltbeauftragte der Stadt, Dr. Albrecht von Lochow, im Gespräch mit dem MT. Allerdings gehöre der Heuweg bei Veltheim nicht zum Probebetrieb für blühende Wegeränder, der seit diesem Jahr im Außenbereich der Stadt laufe, klärt von Lochow auf. 30 Kilometer entlang von städtischen Straßen sind in diesem Jahr mit einem neuartigen Mähkonzept bewirtschaftet worden. „So sollen sich Pflanzen entwickeln können“, sagt von Lochow. Das brauche aber Zeit. Er vermutet, dass der Eindruck entstanden sei, dass die Stadt nichts unternommen habe. Immerhin hat die Stadt für das Projekt 23.000 Euro von der Bezirksregierung erhalten.

Insgesamt geht es um rund 300 Kilometer Wegeränder, die für das Projekt zur Verfügung stehen. Ziel war es, ab 2019 zehn Prozent der Wegstrecke nach den neuen ökologischen Vorgaben zu bewirtschaften. Die Testphase soll zeigen, ob das Projekt realisierbar ist. Ein Planungsbüro wird die Ergebnisse auswerten.

Auf die 30 Kilometer Teststrecke soll sich die Verwaltung nun erst einmal konzentrieren, erklärt SPD-Mitglied Reinhard Geffert auf MT-Nachfrage. Ziel sei es, dass die Streifen im kommenden Frühjahr als Blühflächen zur Verfügung stehen. Dafür werde die Stadt mit Landwirten sprechen, die derzeit illegal Wegeränder als Ackerfläche nutzen – wie etwa am Heuweg in Veltheim. Der Randstreifen müsse drei Meter breit sein. Generell sei das Thema Überackerung von Wegerändern ein Thema, bestätigt von Lochow. Das werde die Verwaltung in der nächsten Zeit unabhängig von Blühstreifen in Angriff nehmen.

Der Arbeitskreis "Blühendes Porta"

  • „Blühendes Porta“ soll dazu beitragen, dem Artensterben entgegenzuwirken.
  • Zudem sind Straßen- und Wegeränder als Lebensraum untereinander vernetzt und vernetzen gleichzeitig wegen ihrer Naturnähe andere Lebensräume wie Waldflächen, Feldgehölze, Obstbaumwiesen und Gärten.
  • Zielsetzung des Projekts ist daher die modellhafte Erprobung von „neuartigen“ Pflegemaßnahmen entlang ausgesuchter Wegeränder. Mit angepasster Mähzeit und Häufigkeit des Mähens sollen blühende Pflanzen wieder einen Lebensraum bekommen.
  • Die Blühstreifen sollen im Frühjahr, Sommer und Herbst sichtbar werden und Geld bei der Unterhaltung einsparen.

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VeltheimBlühstreifen in Porta werden zur GeduldsprobeThomas LieskePorta Westfalica-Veltheim (mt). Ist die Stadt Porta ihrer Verantwortung in Sachen Blühstreifen und Wegeränder nicht nachgekommen? Dieser Vorwurf aus den Reihen von SPD und Grünen stand zumindest kurzzeitig im öffentlichen Raum. Konkret bemängeln einige Ratsmitglieder, dass Maßnahmen an städtischen Wegerändern nicht umgesetzt worden seien. Zudem gebe es immer noch Fälle von zu breiten landwirtschaftlichen Äckern, die in Blühstreifen umgewandelt werden sollen. Bis heute sei das teils nicht passiert, heißt es von beiden Fraktionen. Im Auge haben die politischen Vertreter den Heuweg im Bereich Veltheim. Dort sei ein Teil des Wegerandes umgepflügt worden und werde für Landwirtschaft genutzt, kritisieren sie. Deshalb haben sie die Verwaltung aufgefordert, aktiv zu werden. Die Stadt solle etwas dagegen tun, dass Landwirte Teile von öffentlichen Wegerändern umpflügen. Im Bereich Veltheim sei das besonders ärgerlich, weil die Ränder Teil des Blühstreifenprogramms werden sollen. Das sei grundsätzlich richtig, erklärt der Umweltbeauftragte der Stadt, Dr. Albrecht von Lochow, im Gespräch mit dem MT. Allerdings gehöre der Heuweg bei Veltheim nicht zum Probebetrieb für blühende Wegeränder, der seit diesem Jahr im Außenbereich der Stadt laufe, klärt von Lochow auf. 30 Kilometer entlang von städtischen Straßen sind in diesem Jahr mit einem neuartigen Mähkonzept bewirtschaftet worden. „So sollen sich Pflanzen entwickeln können“, sagt von Lochow. Das brauche aber Zeit. Er vermutet, dass der Eindruck entstanden sei, dass die Stadt nichts unternommen habe. Immerhin hat die Stadt für das Projekt 23.000 Euro von der Bezirksregierung erhalten. Insgesamt geht es um rund 300 Kilometer Wegeränder, die für das Projekt zur Verfügung stehen. Ziel war es, ab 2019 zehn Prozent der Wegstrecke nach den neuen ökologischen Vorgaben zu bewirtschaften. Die Testphase soll zeigen, ob das Projekt realisierbar ist. Ein Planungsbüro wird die Ergebnisse auswerten. Auf die 30 Kilometer Teststrecke soll sich die Verwaltung nun erst einmal konzentrieren, erklärt SPD-Mitglied Reinhard Geffert auf MT-Nachfrage. Ziel sei es, dass die Streifen im kommenden Frühjahr als Blühflächen zur Verfügung stehen. Dafür werde die Stadt mit Landwirten sprechen, die derzeit illegal Wegeränder als Ackerfläche nutzen – wie etwa am Heuweg in Veltheim. Der Randstreifen müsse drei Meter breit sein. Generell sei das Thema Überackerung von Wegerändern ein Thema, bestätigt von Lochow. Das werde die Verwaltung in der nächsten Zeit unabhängig von Blühstreifen in Angriff nehmen. Der Arbeitskreis "Blühendes Porta" „Blühendes Porta“ soll dazu beitragen, dem Artensterben entgegenzuwirken. Zudem sind Straßen- und Wegeränder als Lebensraum untereinander vernetzt und vernetzen gleichzeitig wegen ihrer Naturnähe andere Lebensräume wie Waldflächen, Feldgehölze, Obstbaumwiesen und Gärten. Zielsetzung des Projekts ist daher die modellhafte Erprobung von „neuartigen“ Pflegemaßnahmen entlang ausgesuchter Wegeränder. Mit angepasster Mähzeit und Häufigkeit des Mähens sollen blühende Pflanzen wieder einen Lebensraum bekommen. Die Blühstreifen sollen im Frühjahr, Sommer und Herbst sichtbar werden und Geld bei der Unterhaltung einsparen.